Von: David Lorenz
Sigmar Gabriel (SPD) glaubt nicht daran, dass Kernenergie eine zuverlässige Lösung künftiger Energieprobleme darstellen kann. Laut dem Bundesumweltminister müssten im nächsten Jahr rund 200 Atomkraftwerke weltweit aus Altersgründen vom Netz gehen, wohingegen der Neubau ausländischer Meiler schleppend vonstatten ginge.
Allerdings sieht Gabriel in der kommenden Bundestagswahl im September einen Scheitelpunkt zukünftiger Kernenergie-Fragen. „Es wird sich zeigen, ob es weiter Richtung erneuerbarer Energien geht oder wir in Deutschland bald einen Atomstaat haben.“
Als Hauptgrund gegen eine von Kernenergie geprägte Zukunft sieht Gabriel die weltweit ungelöste Frage der Endlagerung. “Atomenergie ausbauen ohne ein Endlager ist, als stiegen Sie in ein Flugzeug und wüssten nicht, ob es irgendwo einen Flughafen mit einer Landebahn dafür gibt.“
Die FDP hingegen warf dem Minister „Hysterie“ vor und sprach von „ausgesprochener Dreistigkeit“ der SPD im Zusammenhang mit ihren Klagen, es würde an einem zuverlässigen Atommüll-Endlager fehlen. “Bis zum heutigen Tag ist es die SPD, die die wissenschaftliche Eignungsprüfung des Salzstocks in Gorleben unterbindet”, so Gudrun Kopp, Energieexpertin der FDP.

0 Antworten bis jetzt ↓
Noch keine Kommentare.
Hinterlasse ein Kommentar