Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

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Krümmel & Biblis: Eingeständnisse der Bundesregierung

Juli 8th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Die aktuelle Pannenserie im Atomkraftwerk Krümmel bringt neuen Schwung in die öffentliche Diskussion um Sicherheitslage und Zustand deutscher Kernkraftwerke.

Laut der „Berliner Zeitung“ wurde jetzt bekannt, dass bereits seit 2006 offizielle Regierungs-Erklärungen existieren, die Anlagen wie Krümmel und Biblis attestieren, „nicht auf dem aktuellsten Stand von Technik und Wissenschaft“ zu sein. Sie gehören „nicht zu den weltweit hochmodernsten und sichersten Atomkraftwerken.“

In der Antwort auf eine aktuelle parlamentarische Anfrage der Grünen heißt es zudem, „die neueren Siedewasserreaktoren sowie die Druckwasserreaktoren der dritten oder vierten Generation haben grundsätzlich bessere Sicherheitseigenschaften.“

Krümmel und Biblis gehören mit Inbetriebnahmen aus den Jahren 1984 und 1975 zu den ältesten deutschen Kernkraftwerken und verfügen über Siedewasserreaktoren einer bereits betagten Bauart. Beide Anlagen hatten während der vergangenen Jahre in regelmäßigen Abständen mit Pannen und Störfällen auf sich aufmerksam gemacht.

Vattenfall gab derweil bekannt, dass der Meiler im norddeutschen Krümmel aufgrund von fälligen Sanierungsarbeiten für mindestens zehn Monate still stehen würde. Außerdem wurden schwerwiegende Fehler eingestanden, unter anderem eine mangelhafte Kommunikationspolitik mit Behörden und Öffentlichkeit sowie die fehlende Installation einer Messeinrichtung am Transformator, die den Störfall früher hätte melden können. Der verantwortliche Leiter des Kraftwerkes wurde mittlerweile von seinen Aufgaben entbunden.

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Greenpeace versperrt Zugang zu Krümmel

Juli 6th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Einen Tag nachdem der Kernrektor in Krümmel am gestrigen Sonntag aufgrund eines Trafokurzschlusses heruntergefahren werden musste, kam es zu heftigen Demonstration gegen Vattenfall, den schwedischen Betreiberkonzern des Atomkraftwerkes an der Elbe.

Mitglieder der Umweltorganisation Greenpeace versperrten mit schweren Ketten den Zugang zur Anlage und forderten auf Schildern und Plakaten die zuständige Atomaufsicht dazu auf, Vattenfall unverzüglich die Lizenz zum Betrieb des Atomkraftwerkes zu entziehen und den Reaktor in Krümmel für immer vom Netz zu nehmen.

Der Energie-Konzern war bei dem Störfall durch eine mangelhafte Kommunikationspolitik aufgefallen. Nicht der Betreiber, sondern die örtliche Polizei hatte die Panne zuerst gemeldet. Zudem wurde bekannt, dass die Folgen des Kurzschlusses deutlich schlimmer waren als von Vattenfall zunächst verbreitet.

Währenddessen wird auch aus der Politik vermehrt die Forderung laut, das durch Störfälle geplagte Kernkraftwerk endgültig stillzulegen. Claudia Roth, Partei-Chefin der Grünen, rief die Bundesregierung dazu auf, „dass gefährliche Vabanquespiel“ Vattenfalls mit Krümmel umgehend zu unterbinden und die jüngsten Störfälle umfangreich zu untersuchen.

Auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sowie die Partei die Linke setzen sich vehement für einen schnelleren Atomausstieg Deutschlands sowie eine nationale Atomaufsichtsbehörde ein. Bisher liegt die Verantwortung über Atomkraftwerke und Betreiber in Händen der einzelnen Bundesländer.

Krümmel, das nach zwei Jahren Stillstand und umfangreichen Wartungsarbeiten erst vor zwei Wochen wieder hochgefahren wurde, musste in den vergangenen Tagen aufgrund von Störfällen bereits zum wiederholten Male abgeschaltet werden.

Während die öffentliche Kritik an Betreiber und Anlage derweil immer lauter wird, sieht die Kanzlerin generell keine Sicherheitsrisiken in deutschen Atomkraftwerken. Angela Merkel betonte vehement, trotz der jüngsten Störfälle keinen schnelleren Atomausstieg vorantreiben zu wollen. Dennoch könnten die Pläne von CDU/CSU und FDP, bei veränderten Mehrheitsverhältnissen nach der diesjährigen Bundestagswahl die Laufzeiten der Kernkraftwerke zu verlängern, durch die Ereignisse in Krümmel nachhaltig über den Haufen geworfen werden.

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Fehlstart für Krümmel

Juni 30th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Rund eine Woche nach der Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerkes Krümmel in Schleswig-Holstein kam es bereits zu einem ersten Zwischenfall am Reaktor. Nach Angaben des Sozialministeriums in Kiel, zuständig für die Atomaufsicht des Bundeslandes, fiel bei einer Routineprüfung „eine von drei elektronischen Baugruppen zum zeitverzögerten Auslösen einer Reaktorschutzmaßnahme“ aus. Bei der Schutzmaßnahme handelt es sich um eine Wasserzuspeisung, die bei Notfällen in den Reaktorkern geleitet wird.

Der Vorfall ereignete sich bereits am 23. Juni und wurde von der Behörde in die Kategorie N (Normalmeldung) eingestuft. Laut Vattenfall, Betreiber des Kernkraftwerkes, wäre bei einer Katastrophe der Schutzmechanismus auch ohne ein funktionstüchtiges Bauteil ausgelöst worden. Der Defekt ist mittlerweile behoben.

Krümmel wurde in den vergangenen beiden Jahren umfangreichen Wartungsarbeiten unterzogen, nachdem das Atomkraftwerk aufgrund eines Transformatorbrandes am 28. Juni 2007 abgeschaltet werden musste und in der Folge mehrere technische Mängel am Bau der Anlage festgestellt worden waren.

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Brunsbüttel-Comeback verzögert sich weiter

Juni 23rd, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Im Gegensatz zum Atomkraftwerk Krümmel, das gestern nach zwei Jahren Stillstand wieder hochgefahren wurde, geht Brunsbüttel vorerst nicht zurück ans Netz. Laut Vattenfall, Betreiber-Unternehmen des Kernkraftwerkes nördlich von Hamburg, kommt es derzeit noch zu Verzögerungen bei den Wartungsarbeiten.

„Ich hoffe auf eine Wiederinbetriebnahme noch in diesem Jahr. Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass sie sich bis nächstes Jahr verschieben wird“, so Tuomo Hatakka, Vorstandsvorsitzender von Vattenfall Europe.

Brunsbüttel musste im Sommer 2007, fast zeitgleich mit Krümmel, zunächst aufgrund eines Kurzschlusses heruntergefahren werden. In der Folge wurden erhebliche Mängel am Bau der Anlage bekannt, woraufhin das Atomkraftwerk komplett vom Netz genommen wurde.

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Genehmigung erteilt: Krümmel darf wieder ans Netz

Juni 22nd, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Gute Nachrichten für Vattenfall. Nach rund zwei Jahren darf der Energie-Riese das Atomkraftwerk Krümmel wieder ans Netz nehmen. Das zuständige Sozialministerium Schleswig-Holsteins um Ministerin Gitta Trauernicht (SPD) gab am vergangenen Freitag einem Antrag Vattenfalls auf die Wiederinbetriebnahme des Kernkraftwerkes statt.

Krümmel musste am 28. Juni 2007 aufgrund eines Transformatorenbrandes abgeschaltet werden und wurde in den vergangenen beiden Jahren wegen mehreren technischen Schwierigkeiten und Pannen umfangreichen Wartungsarbeiten unterzogen. Laut Vattenfall hat das Unternehmen rund 200 technische Änderungen an der Anlage mit dem weltweit leistungsstärksten Siedewasserreaktor vorgenommen.

Unter Umweltschützern, Bürgerinitiativen sowie Atomkraftgegnern sorgt die Wiederinbetriebnahme nach wie vor für große Proteste. Auch Unterstützer von alternativen Energieträgern kritisieren die Rückkehr Krümmels ans deutsche Stromnetz. Sie merken an, dass der vergrößerte Anteil an Atomstrom am nationalen Energie-Mix zu Lasten der Erforschung und Entwicklung erneuerbarer Energiequellen geht.

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Defekte Rohrleitung in Biblis

Juni 9th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Die Störfälle in Biblis wollen nicht abreißen. Wie der Betreiber-Konzern RWE am gestrigen Montag dem zuständigen hessischen Umweltministerium mitteilte, wurde im Block A der Anlage am 3. Juni eine defekte Rohrleitung am Nebenkühlwassersystem entdeckt.

Das Leck wurde daraufhin umgehend abgedichtet und die betroffene Leitung ausgetauscht. Laut RWE war der Kühlungsprozess des Reaktors durch den Zwischenfall zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt. Weder für Personal noch für die Umgebung habe eine Gefahr bestanden.

Die Reaktorblöcke A und B in Biblis sind bereits seit mehreren Monaten aufgrund anhaltender Instandsetzungsarbeiten außer Betrieb. RWE plant, das älteste deutsche Atomkraftwerk trotz nicht abreißender Proteste von Umweltschützern und Kernenergie-Gegnern in naher Zukunft wieder ans Netz zu nehmen. Ein genauer Termin steht allerdings noch nicht fest.

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Streik in französischen Atomkraftwerken

Juni 7th, 2009 · 1 Kommentar

Von: David Lorenz

Das Atomkraftwerk im elsässischen Fessenheim kommt nicht zur Ruhe. Nachdem vergangenen Monat bereits erhebliche Sicherheitsmängel am ältesten französischen Kernreaktor festgestellt wurden, traten letzte Woche nun große Teile der Belegschaft mit Forderungen auf mehr Lohn in den Streik.

Die daraus resultierenden Arbeits-Ausfälle beeinträchtigen auch notwendige Instandsetzungsmaßnahmen. Noch ist die allgemeine Sicherheitslage des Atomkraftwerkes allerdings nicht gefährdet, so ein Sprecher der zuständigen Gewerkschaft. Der Verband fordert für seine Mitglieder insgesamt fünf Prozent mehr Lohn sowie eine einmalige Sonderprämie von 1.500 Euro. Für das französische Betreiber-Unternehmen Electricité de France (EdF) bedeutet der Streik empfindliche finanzielle Einbußen, da der Reaktor aufgrund fehlender Arbeitskräfte momentan nicht seine volle Leistung erbringen kann. Die Streikenden sehen sich aufgrund dieser Tatsache in einer starken Verhandlungsposition. Derzeitig lehnt der Energie-Gigant jedoch alle Gespräche mit der Gewerkschafts-Vertretung kategorisch ab.

Mittlerweile wurde der Streik auf neun weitere Kernkraftwerke Frankreichs ausgeweitet. Damit sind mehr als die Hälfte der 19 Anlagen in Europas führender Atomenergie-Nation betroffen.

Unter Kernkraftgegnern stoßen die fehlenden Ansätze auf eine Konfliktlösung von Seiten EdF’s derweil auf Kritik und Unverständnis. Schließlich genießt Fessenheim in Hinblick auf Pannen und Störfalle nicht erst seit vergangenem Monat den zweifelhaften Ruf eines anfälligen Atomkraftwerkes.

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Neues Atomkraftwerk: Armenien lenkt ein

Juni 5th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Nach langen Verhandlungen und gehörigem Druck der EU-Kommission hat sich Armenien bereiterklärt, den umstrittenen Atommeiler in Medsamor abzuschalten und durch ein neues Kernkraftwerk zu ersetzen.

Rund 4,5 Milliarden US-Dollar wird die armenische Regierung in den Neubau des Reaktors investieren, der spätestens 2017 ans Netz gehen soll. Laut dem armenischen Energieministerium ist abermals Medsamor als Standort für den neuen Meiler vorgesehen. Den Zuschlag für die Bauarbeiten des Atomkraftwerkes erhielt das internationale Konsortium Worley Parsons mit Sitz im australischen Sydney.

Bisher deckt der Reaktor nahe der armenischen Hauptstadt Eriwan rund 40 Prozent des nationalen Strombedarfs ab. Armenien ist das einzige Land in der Kaukasus-Region, das neben eigener Nutzung von Kernenergie auch Atomstrom in seine Nachbarstaaten exportiert. In der Vergangenheit hatte Medsamor mit einem Brandfall (1982) sowie durch schwere Erdbeben-Schäden (1989) für Schlagzeilen gesorgt.

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Jährliche Wartung: Brokdorf geht vom Netz

Juni 1st, 2009 · 1 Kommentar

Von: David Lorenz

Nachdem vor rund vier Wochen bereits das Atomkraftwerk in Grohnde routinemäßigen Wartungsarbeiten unterzogen wurde, ging gestern Abend nun auch Brokdorf für die jährlich durchzuführende Revision vom Netz.

Das zuständige Sozialministerium Schleswig-Holsteins gab in Kiel bekannt, dass 56 der 193 im Reaktorkern befindlichen Brennelemente ausgetauscht werden sollen. Daneben müssen fällige Instandhaltungsmaßnahmen umgesetzt, sowie die Sicherheitslage des Kernkraftwerkes einer genauen Prüfung unterzogen werden.

Das Atomkraftwerk an den Ufern der Elbe wird aufgrund der Revision insgesamt einen Monat lang keinen Strom produzieren. Damit befindet sich Brokdorf in prominenter Gesellschaft, denn die Kernkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel im Norden Deutschlands befinden sich seit Störfällen aus dem Jahr 2007 ebenfalls nicht am Netz.

Brokdorf gehört zu 80 Prozent dem Betreiber-Konzern E.ON und zu 20 Prozent dem schwedischen Energie-Riesen Vattenfall. Seit 1986 ist das Kernkraftwerk in Betrieb und soll laut Atomkonsens planmäßig im Jahre 2018 abgeschaltet werden.

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Brasilien: Störfall erst nach zwei Wochen bekannt gegeben

Mai 28th, 2009 · 5 Kommentare

Von: David Lorenz

Die brasilianische Energieindustrie liefert den Atomgegnern des Landes neue Argumente gegen die Nutzung nuklearer Technologien. Wie erst jetzt von dem staatlichen Strom-Konzern Electronuclear bekannt gegeben wurde, ereignete sich bereits am 15. Mai ein Störfall im Atomkraftwerk Angra II nahe Rio de Janeiro.

Dabei wurde nach Angaben des Unternehmens radioaktives Material freigesetzt und vier Mitarbeiter leicht verseucht. Den betroffenen Personen gehe es nach einer umgehenden Entgiftung gesundheitlich wieder einwandfrei, wie Electronuclear in einer Pressemitteilung der Öffentlichkeit mitteilte. Auch Umwelt und Anlage seien durch den Vorfall nicht gefährdet.

Der Vorfall löste in Brasilien umgehend sturmartige Proteste aus, die sich hauptsächlich gegen die späte Bekanntgabe der Panne richten. „Der Umgang mit dem Störfall spricht Bände über die Informationspolitik unseres Landes, wenn es um Kernenergie geht“, so ein Mitglied der Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Angra I und der Schwesterreaktor Angra II sind derzeitig die einzigen Kernkraftwerke Brasiliens, der Bau einer dritten Anlage ist bereits seit längerer Zeit in Planung. Vergangenes Jahr gab der Energieminister des Landes, Edison Lobao, bekannt, Brasilien wolle in Zukunft voll auf die Nutzung von Kernenergie setzen und bis 2060 50 bis 60 neue Atomkraftwerke errichten.

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