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David Lorenz
Im Atomkraftwerk Isar 1 nahe Landshut ereignete sich Anfang der Woche eine technische Panne. Laut E.ON, Betreiber der Anlage, kam es zu einem Leck an einem Brennelement. Zudem sei in der vergangenen Woche ein Transformator ausgefallen. Der Energie-Konzern gab bekannt, dass aufgrund der Störungen Isar 1 für die kommenden zehn Tage vom Netz genommen wird.
Der Ausfall könnte E.ON Berechnungen zufolge rund 10 Millionen Euro kosten. Die Fraktion der Grünen forderte derweil im bayrischen Landtag, die Panne umgehend aufzuklären.
Das Atomkraftwerk Isar 1 nördlich von München ist bereits seit 1977 am Netz und soll im kommenden Jahr planmäßig abgeschaltet werden.
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David Lorenz
Die sommerliche Pannenserie im Atomkraftwerk Krümmel zieht personelle Konsequenzen nach sich. Der schwedische Energie-Konzern Vattenfall tauscht im kommenden Jahr den Chef des Unternehmens aus. Lars G. Josefsson, bisher in der Verantwortung für den Energielieferanten, muss dem Norweger Øystein Løseth weichen, der Vattenfall ab 2010 leiten soll.
Josefsson wird das mangelhafte Krisenmanagement im Fall Krümmel so wie der allgemein schlechte Ruf Vattenfalls angelastet, was letztendlich ausschlaggebend für den Führungswechsel war.
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David Lorenz
Im russischen Kernkraftwerk bei Sosnowy Bor, rund 70 Kilometer von St. Petersburg entfernt, ereignete sich am vergangenen Donnerstag ein Störfall, in dessen Folge einer der vier Reaktoren abgeschaltet werden musste. Durch Untersuchungen an einer defekten Pumpe entdeckte das Kraftwerk-Personal eine undichte Stelle am Reaktor.
Ein Sprecher der Anlage lies umgehend verlauten, dass die radioaktive Strahlung, die durch das Leck nach außen getreten war, die zulässigen Grenzwerte nicht überschritten hätte. Bis kommenden Montag sollen die Reparaturarbeiten erfolgreich abgeschlossen sein und das Kernkraftwerk wieder voll hochgefahren werden.
Sosnowy Bor wird durch denselben Reaktor-Typus betrieben, der auch schon in Tschernobyl zum Einsatz kam.
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David Lorenz
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace will eine baldige Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerkes Krümmel nicht akzeptieren. Jüngst reichte die Organisation einen Antrag auf Widerruf der Betriebsgenehmigung des umstrittenen Kernkraftwerkes bei der zuständigen Atomaufsicht des Landes Schleswig-Holstein ein.
Greenpeace vertritt dabei eigenen Angaben zufolge Gesundheit und Eigentümer-Interessen der Bürger, die in unmittelbarer Nähe der Anlage leben. „Die Kläger wollen nicht weiter mit der Angst vor einem schweren Störfall leben”, so ein Sprecher der Organisation am heutigen Dienstag in Kiel.
Krümmel hatte in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen gesorgt, als das Atomkraftwerk nach zweijährigen Revisions-Arbeiten aufgrund eines Trafokurzschlusses abermals vom Netzt genommen werden musste. Vor allem das Krisenmanagement des Betreibers Vattenfall zog national den Unmut von Atomkraftgegnern, Umweltschützern und Politikern auf sich.
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David Lorenz
Das Kernkraftwerk Emsland im niedersächsischen Lingen ist wieder in Betrieb. Nachdem die Anlage vorvergangene Woche aufgrund eines defekten Maschinentrafos abgeschaltet werden musste, konnte das Atomkraftwerk dank erfolgreichen Funktionstests am gestrigen Montag wieder ans Netz gehen.
Der Wiederinbetriebnahme war ein Streit zwischen zuständigem Landesumweltministerium und dem Bundesumweltministerium um Sigmar Gabriel (SPD) vorangegangen. Erst am Wochenende erhielt der Betreiberkonzern RWE grünes Licht, das Kernkraftwerk wieder hochzufahren.
Laut RWE produziert der 1988 in Betrieb genommene 1400-Megawatt-Reaktorblock jährlich rund elf Milliarden Kilowattstunden Atomstrom.
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David Lorenz
Erneut sorgt die Atomindustrie für Aufsehen. Am heutigen Freitagmorgen musste das Kernkraftwerk Emsland im niedersächsischen Lingen abgeschaltet werden. Ausgelöst wurde der Zwischenfall laut RWE, Betreiber des Atomkraftwerkes, durch eine Überwachungseinrichtung am Maschinentrafo, die nicht ordnungsgemäß ihren Dienst verrichtete.
Das niedersächsische Umweltministerium gab umgehend bekannt, dass dem Vorfall lediglich eine geringe Bedeutung beigemessen werde und von einem Störfall nicht die Rede sein kann. Eine Sicherheitsgefahr habe zu keinem Zeitpunkt bestanden und Radioaktivität sei nicht ausgetreten.
Derzeit untersuchen Beamte der zuständigen Aufsichtbehörde den Reaktor und entscheiden dann, wann die Anlange, die seit 1988 in Betrieb ist, wieder hochgefahren werden kann.
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David Lorenz
Ungewohnt deutlich äußerste sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu den jüngsten Vorfällen im Atomkraftwerk Krümmel. „Es kann einem schon der Zorn ins Gesicht steigen“, so Merkel gegenüber der ARD. „Ich bin sehr, sehr unzufrieden mit der Situation, dass es auch nach zwei Jahren Reparaturen an dem Atommeiler wieder zu Zwischenfällen kam.“
Merkel geht somit erstmals öffentlich auf Konfrontationskurs zu Vattenfall, dem schwedischen Betreiberkonzern des pannengeplagten Kernkraftwerkes. Die großen Vorbehalte in der deutschen Bevölkerung gegenüber der Nutzung von Kernenergie haben sich durch die aktuellen Störfalle in Krümmel zuletzt weiter verstärkt. Für CDU/CSU und FDP kommt die jüngste Anti-Atomkraft-Stimmung zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, da ursprünglich mit verlängerten Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke und einer Atomstrom-Renaissance für die Bundestagswahlen im kommenden September geworben werden sollte.
Die Kanzlerin musste zudem fehlende Fortschritte bei der Deponierung von radioaktiven Abfällen einräumen. „Die Endlagerungsfrage ist leider ungeklärt“, gestand Merkel ein. Allerdings machte sie dafür zu einem großen Teil Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sowie die zahlreichen Atomkraftgegner in Deutschland verantwortlich, die den Ausbau des Zwischenlagers in Gorleben zu einem Endlager durch die Suche nach alternativen Standorten verzögern würden. „Wir hätten weit kommen können, wenn der Umweltminister es gewollt hätte“, so die Bundeskanzlerin.
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David Lorenz
Nach den Vorkommnissen im Atomkraftwerk Krümmel hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) den Kunden des schwedischen Energie-Riesen Vattenfall einen Stromanbieter-Wechsel nahe gelegt.
„Der Verbraucher ist der Souverän. Jeder kann Vattenfall verlassen, wenn er mit der Unternehmenspolitik nicht einverstanden ist“, so Gabriel gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“. „Vattenfall hat alle Chancen, diese Kunden mit einer anderen Politik zurückzugewinnen.“
Außerdem machte sich der 49-Jährige abermals für die Schließung des pannengeplagten Kernkraftwerkes in Krümmel stark. „Das Rest-Vertrauen in das Unternehmen kehrt nur zurück, wenn es nicht permanent mit einem Problemreaktor identifiziert wird. Vattenfall sollte nicht ernsthaft auf die Idee kommen, Krümmel wieder hochzufahren.“
Der Stromanbieter musste im direkten Anschluss an den jüngsten Störfall bereits eine Welle von Kunden-Abgängen in Hamburg und Umgebung hinnehmen.
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David Lorenz
Panne mit Folgen: Nach dem Störfall im Atomkraftwerk Krümmel laufen Vattenfall die Kunden davon. In den betroffenen Gebieten rund um Hamburg verzeichneten Ökostrom-Anbieter wie Lichtblick, Greenpeace Energy AG oder Naturstrom erhebliche Neukunden-Zuwachsraten. So verbuchte beispielsweise Lichtblick im direkten Anschluss an den Zwischenfall täglich rund 500 neue Abnehmer - anstatt der üblichen 300. Auch Greenpeace gewann jeden Tag etwa 80 bis 90 Haushalte hinzu, die Vattenfall den Rücken kehrten.
Der schwedische Energie-Riese selbst wollte die Wechsel-Welle bisher nicht bestätigen, da aufgrund des bürokratischen Aufwandes erst im August Angaben zu abgewanderten Kunden gemacht werden können.
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David Lorenz
„Die Politik muss zwar die bestehenden Sorgen der Bevölkerung ernst nehmen. Dennoch sollten wir einen kühlen Kopf bewahren. Der Fall Krümmel hat bewiesen, dass die Technik der Notabschaltung funktioniere. Die Kernkraftwerke sind die bestüberwachten Anlagen in Deutschland. Herr Gabriel instrumentalisiert jeden kleinen Fehler in einem Kernkraftwerk für den Wahlkampf. Das werden wir ihm und der SPD nicht durchgehen lassen.“
Peter Ramsauer, Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag, gegenüber der „Passauer Neuen Presse“.
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