Von: David Lorenz
Seit 30 Jahren kommt Italien ohne Atomstrom aus. Geht es nach Regierungschef Silvio Berlusconi, so hat diese Zeit bald ein Ende. Die italienische Regierung plant Zeitungsberichten zufolge für das Jahr 2013 den Bau von vier neuen Kernkraftwerken.
Das erste Atomkraftwerk soll dabei in unmittelbarer Nähe von Venedig errichtet werden, in Chioggia, ca. 30 Kilometer von der Touristenhochburg entfernt. Einer internen Liste des Stromversorgers Enel zufolge soll es sich bei den anderen Standorten um Monfalcone, Corso und Trino Vercellese handeln.
Direkt nach bekannt werden der angeblichen Atompläne schlugen italienische Umweltaktivisten und Bürgerinitiativen Alarm. Auch der Präsident der italienischen Grünen äußerte sich warnend zu dem Vorhaben. „Die Regierung Berlusconi führt Italien in ein gefährliches Abenteuer, für das die Italiener einen hohen Preis zahlen werden. Die 20 Milliarden Euro für den Bau der neuen Atomkraftwerke werden die Italiener zahlen müssen“, so Andrea Bonelli. Auch im benachbarten Österreich riefen die berlusconischen Planspiele heftige Reaktionen hervor. Hohe Regierungsbeamte zeigten sich „schockiert“ und „alarmiert“ ob dem italienischen Atomvorhaben.
