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David Lorenz
Einen Tag nachdem der Kernrektor in Krümmel am gestrigen Sonntag aufgrund eines Trafokurzschlusses heruntergefahren werden musste, kam es zu heftigen Demonstration gegen Vattenfall, den schwedischen Betreiberkonzern des Atomkraftwerkes an der Elbe.
Mitglieder der Umweltorganisation Greenpeace versperrten mit schweren Ketten den Zugang zur Anlage und forderten auf Schildern und Plakaten die zuständige Atomaufsicht dazu auf, Vattenfall unverzüglich die Lizenz zum Betrieb des Atomkraftwerkes zu entziehen und den Reaktor in Krümmel für immer vom Netz zu nehmen.
Der Energie-Konzern war bei dem Störfall durch eine mangelhafte Kommunikationspolitik aufgefallen. Nicht der Betreiber, sondern die örtliche Polizei hatte die Panne zuerst gemeldet. Zudem wurde bekannt, dass die Folgen des Kurzschlusses deutlich schlimmer waren als von Vattenfall zunächst verbreitet.
Währenddessen wird auch aus der Politik vermehrt die Forderung laut, das durch Störfälle geplagte Kernkraftwerk endgültig stillzulegen. Claudia Roth, Partei-Chefin der Grünen, rief die Bundesregierung dazu auf, „dass gefährliche Vabanquespiel“ Vattenfalls mit Krümmel umgehend zu unterbinden und die jüngsten Störfälle umfangreich zu untersuchen.
Auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sowie die Partei die Linke setzen sich vehement für einen schnelleren Atomausstieg Deutschlands sowie eine nationale Atomaufsichtsbehörde ein. Bisher liegt die Verantwortung über Atomkraftwerke und Betreiber in Händen der einzelnen Bundesländer.
Krümmel, das nach zwei Jahren Stillstand und umfangreichen Wartungsarbeiten erst vor zwei Wochen wieder hochgefahren wurde, musste in den vergangenen Tagen aufgrund von Störfällen bereits zum wiederholten Male abgeschaltet werden.
Während die öffentliche Kritik an Betreiber und Anlage derweil immer lauter wird, sieht die Kanzlerin generell keine Sicherheitsrisiken in deutschen Atomkraftwerken. Angela Merkel betonte vehement, trotz der jüngsten Störfälle keinen schnelleren Atomausstieg vorantreiben zu wollen. Dennoch könnten die Pläne von CDU/CSU und FDP, bei veränderten Mehrheitsverhältnissen nach der diesjährigen Bundestagswahl die Laufzeiten der Kernkraftwerke zu verlängern, durch die Ereignisse in Krümmel nachhaltig über den Haufen geworfen werden.
Schlagworte: · Angela Merkel, Atomkraftwerk, Bundestagswahlkampf 2009, Bündnis 90/Die Grünen, CDU, Claudia Roth, CSU, Die Linke, FDP, Greenpeace, Kernkraftwerk, Krümmel, Panne, Sigmar Gabriel, SPD, Vattenfall
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David Lorenz
Rund eine Woche nach der Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerkes Krümmel in Schleswig-Holstein kam es bereits zu einem ersten Zwischenfall am Reaktor. Nach Angaben des Sozialministeriums in Kiel, zuständig für die Atomaufsicht des Bundeslandes, fiel bei einer Routineprüfung „eine von drei elektronischen Baugruppen zum zeitverzögerten Auslösen einer Reaktorschutzmaßnahme“ aus. Bei der Schutzmaßnahme handelt es sich um eine Wasserzuspeisung, die bei Notfällen in den Reaktorkern geleitet wird.
Der Vorfall ereignete sich bereits am 23. Juni und wurde von der Behörde in die Kategorie N (Normalmeldung) eingestuft. Laut Vattenfall, Betreiber des Kernkraftwerkes, wäre bei einer Katastrophe der Schutzmechanismus auch ohne ein funktionstüchtiges Bauteil ausgelöst worden. Der Defekt ist mittlerweile behoben.
Krümmel wurde in den vergangenen beiden Jahren umfangreichen Wartungsarbeiten unterzogen, nachdem das Atomkraftwerk aufgrund eines Transformatorbrandes am 28. Juni 2007 abgeschaltet werden musste und in der Folge mehrere technische Mängel am Bau der Anlage festgestellt worden waren.
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David Lorenz
Im Gegensatz zum Atomkraftwerk Krümmel, das gestern nach zwei Jahren Stillstand wieder hochgefahren wurde, geht Brunsbüttel vorerst nicht zurück ans Netz. Laut Vattenfall, Betreiber-Unternehmen des Kernkraftwerkes nördlich von Hamburg, kommt es derzeit noch zu Verzögerungen bei den Wartungsarbeiten.
„Ich hoffe auf eine Wiederinbetriebnahme noch in diesem Jahr. Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass sie sich bis nächstes Jahr verschieben wird“, so Tuomo Hatakka, Vorstandsvorsitzender von Vattenfall Europe.
Brunsbüttel musste im Sommer 2007, fast zeitgleich mit Krümmel, zunächst aufgrund eines Kurzschlusses heruntergefahren werden. In der Folge wurden erhebliche Mängel am Bau der Anlage bekannt, woraufhin das Atomkraftwerk komplett vom Netz genommen wurde.
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David Lorenz
Nach knapp zwei Jahren steht das Atomkraftwerk in Krümmel vor einer Rückkehr ans Netz. Am 28. Juni 2007 musste der Reaktor südöstlich von Hamburg aufgrund eines Trafobrandes abgeschaltet werden. Während den Sanierungsarbeiten wurden weitere Mängel in Form von fehlerhaft montierten Dübeln und Oberflächenschäden an den Rohrsystemen festgestellt. Aus diesem Grund zogen sich die Reparaturarbeiten über solch einen langen Zeitraum hin.
Inzwischen hat der Betreiber Vattenfall jedoch die bevorstehende Fertigstellung der Sanierungsarbeiten verkündet. „Wir sind mit den Arbeiten auf der Zielgeraden, und ich gehe davon aus, dass wir das Kraftwerk in den nächsten Wochen wieder anfahren können“, so ein Sprecher des Unternehmens gegenüber dem Hamburger Abendblatt.
Nun steht Vattenfall allerdings noch der Gang durch die Genehmigungsbehörden in Schleswig-Holstein bevor, der sich als äußerst langwierig herausstellen könnte.
Umweltschützer und Bürgerinitiativen haben derweil groß angelegte Protestaktionen gegen die Wiederinbetriebnahme Krümmels angekündigt. Gegenstand der Beschwerden sind laut der Atomkraftgegner offene Sicherheitsfragen sowie eine hohe Leukämie-Rate im direkten Umfeld des Kernkraftwerkes.
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David Lorenz
Nachdem vor rund vier Wochen bereits das Atomkraftwerk in Grohnde routinemäßigen Wartungsarbeiten unterzogen wurde, ging gestern Abend nun auch Brokdorf für die jährlich durchzuführende Revision vom Netz.
Das zuständige Sozialministerium Schleswig-Holsteins gab in Kiel bekannt, dass 56 der 193 im Reaktorkern befindlichen Brennelemente ausgetauscht werden sollen. Daneben müssen fällige Instandhaltungsmaßnahmen umgesetzt, sowie die Sicherheitslage des Kernkraftwerkes einer genauen Prüfung unterzogen werden.
Das Atomkraftwerk an den Ufern der Elbe wird aufgrund der Revision insgesamt einen Monat lang keinen Strom produzieren. Damit befindet sich Brokdorf in prominenter Gesellschaft, denn die Kernkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel im Norden Deutschlands befinden sich seit Störfällen aus dem Jahr 2007 ebenfalls nicht am Netz.
Brokdorf gehört zu 80 Prozent dem Betreiber-Konzern E.ON und zu 20 Prozent dem schwedischen Energie-Riesen Vattenfall. Seit 1986 ist das Kernkraftwerk in Betrieb und soll laut Atomkonsens planmäßig im Jahre 2018 abgeschaltet werden.
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David Lorenz
Trendwende auf dem Strommarkt. Im Jahr 2008 stieg der Atomstrom-Anteil am deutschen Energiemix von 22,3 Prozent aus dem Vorjahr auf 23,5 Prozent an. Auch Erzeugnisse aus Erdgas sowie von Wind-, Wasser,- und Biomasse-Kraftwerken nahmen nach einem vorläufigen Ergebnis des Bundesverbandes für Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), dem unter Anderem die größten Betreiber-Konzerne wie RWE, Vattenfall, E.ON und EnBW angehören, um etwa 13 Milliarden Kilowattstunden zu, während Braun- und Steinkohle-Kraftwerke zum Teil deutlich weniger Strom produzierten als noch 2007.
Insgesamt wurden in Deutschland 2008 599,3 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert, was einem Plus von lediglich 400 Millionen Kilowattstunden im Vergleich zu 2007 entspricht. Grund für die nur marginale Zunahme ist laut BDEW-Vorsitzender Hildegrard Müller der Konjunktureinbruch aus dem letzten Quartal 2008.
Die Kernenergie stellt durch das Ergebnis den größten Anteil am deutschen Strommarkt und löst somit den bisherigen Spitzenreiter, die Braunkohle, ab. Wichtigster Grund für die Trendwende ist die Tatsache, dass 2007 mehrere Atomkraftwerke aufgrund von Störfällen nicht am Netz waren (Biblis, Krümmel, Brunsbüttel). Im Februar 2008 wurde Biblis wieder in Betrieb genommen, was den Atomstrom-Anteil am deutschen Energiemix stark beeinflusste.
Vattenfall plant derweil noch für dieses Jahr die Reaktoren in Krümmel und Brunsbüttel nach umfangreichen Revisionsarbeiten wieder ans Netz zu nehmen, was den Anteil an Atomstrom-Erzeugnissen im Vergleich zur Braun- und Steinkohle weiter erhöhen würde.
Energiemix in Deutschland (2008) in Milliarden Kilowattstunden:
- Kernenergie: 140,8
- Braunkohle: 138,3
- Steinkohle: 114,4
- Erneuerbare Energien: 90,9
- Erdgas: 83,2
- Sonstige: 31,8
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David Lorenz
Das Atomkraftwerk in Krümmel ist seit knapp zwei Jahren aufgrund von andauernden Sanierungsarbeiten außer Betrieb. Im Juni 2007 kam es in dem Kernreaktor zu einem Transformatorbrand, der schwerwiegende Schäden an der Anlage verursachte.
Die Reparaturarbeiten stehen laut Vattenfall, Berteiber des Krafwerks, kurz vor dem Abschluss. In den kommenden Wochen soll ein Antrag auf die Wiederinbetriebnahme des Reaktors bei den zuständigen Stellen eingereicht werden.
„Weil wir bisher einen konstruktiven Dialog mit der Genehmigungsbehörde gehabt haben, gehe ich davon aus, dass wir den Reaktor ab diesem Sommer wieder hochfahren können“, so Tuomo Hatakka, Chef des Energiekonzerns, gegenüber dem Berliner „Tagesspiegel“.
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David Lorenz
Das Bundesumweltministerium unter Minister Sigmar Gabriel (SPD) hat einen Antrag des Betreibers Vatenfall abgelehnt, dem Atomkraftwerk Brunsbüttel eine verlängerte Laufzeit zuzugestehen.
Als Begründung nannte Gabriel das hohe Alter des Reaktors und fehlende Sicherheitsreserven. Vattenfall hatte angestrebt, Reststrommengen vom Kernkraftwerk Krümmel auf Brunsbüttel zu übertragen. Beide Meiler sind derzeitig aufgrund andauernder Wartungsarbeiten außer Betrieb.
Laut dem so genannten Atomkonsens, 2000 unter Rot-Grün beschlossen und seit 2002 in Kraft, dürfen Reststrommengen nur unter Zustimmung des Bundesumweltministeriums auf ältere Atomkraftwerke übertragen werden. Bereits vor gut einem Monat hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig einen Antrag Vattenfalls abgelehnt, Kapazitäten vom Kernreaktor in Mülheim-Kärlich auf Brunsbüttel zu übertragen. Ähnlichen Anfragen von RWE und EnBW wurde zuvor ebenfalls nicht stattgegeben, die Entscheidung war also abzusehen.
Das Geschacher um längere Laufzeiten hat neben der wirtschaftlichen Komponente auch einen politischen Hintergrund. Die Betreiber-Konzerne der Bundesrepublik spekulieren auf einen Regierungswechsel bei der Bundestagswahl 2009. Falls es zu einer Mehrheit von CDU/CSU und FDP kommen sollte, könnte der Atomindustrie hierzulande eine Renaissance widerfahren. Politiker von Schwarz-Gelb betonten in der Vergangenheit immer wieder, die ehrgeizigen Klimaschutz-Ziele Deutschlands seien ohne einen erheblichen Anteil an Atomstrom nicht zu verwirklichen.
Vattenfall ließ derweil verlauten, im Falle des verweigerten Kapazitäten-Transfers vors Oberverwaltungsgericht von Schleswig-Holstein zu ziehen. „Wir werden den Bescheid des Umweltministeriums juristisch prüfen lassen“, so eine Sprecherin des Unternehmens.
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David Lorenz
Im zweiten Teil der Betreiber-Serie auf atomstrom-info soll nach RWE heute E.ON vorgestellt werden, der größte Energie-Lieferant Deutschlands.
E.ON wurde im Juni 2000 durch eine Fusion der Konzerne VEBA und VIAG gegründet. Der Firmensitz befindet sich in Düsseldorf und das Unternehmen ist an der Börse notiert. Zu den Kernkompetenzen der Aktiengesellschaft gehört der Handel mit Gas und Elektrizität an Endverbraucher sowie Industrie und Handel. Teils stammt der Strom aus eigenen Atomkraftwerken, teils wird er in großen Mengen aus dem Ausland hinzugekauft.
Die Distributionswege von E.ON funktionieren bevorzugt über Zwischenhändler auf regionaler Ebene, zu den wichtigsten Märkten des Unternehmens gehören Deutschland, die Schweiz, Frankreich, Österreich, die Niederlande, Tschechien, Rumänien und die Slowakei.
Der Energie-Riese beschäftigt aktuell rund 93.500 Mitarbeiter und konnte 2008 einen Umsatz von 87,65 Milliarden Euro erwirtschaften.
Seit Dezember 2005 sind alle Energieversorgungs-unternehmen in Deutschland dazu verpflichtet, die Herkunft ihres Stroms auszuweisen. Für E.ON waren das im Jahr 2007 folgende Werte:
- Erneuerbare Energieträger: 14 Prozent
- Kernenergie: 38,5 Prozent
- Fossile Energieträger: 47,5 Prozent
Das Unternehmen betreibt mittels der Tochtergesellschaft E.ON Kernkraft GmbH folgende aktive Atomkraftwerke in Deutschland:
- Brokdorf
- Grafenrheinfeld
- Grohnde
- Isar 1 und 2
- Unterweser
- Grundremmingen B und C
- Brunsbüttel
- Krümmel
- Emsland
Daneben verfügt E.ON über mehrere Gas-, Öl-, Steinkohle- und Braunkohlekraftwerke sowie drei Biomasse- und ein Hybridkraftwerk. Außerdem ist das Unternehmen in Besitz eines eigenen Stromnetzes.
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David Lorenz
Zufall oder nicht? Während der letzten 20 Jahre wurden in der Elbmarsch südöstlich von Hamburg 18 Kinder und Jugendliche von Leukämie befallen - weltweit die höchste bekannte Rate von Blutkrebs-Erkrankungen. Umweltschützer gehen davon aus, den Grund für die vielen Befunde zu kennen: Das Atomkraftwerk Krümmel. Alle Leukämie-Fälle ereigneten sich in einem Radius von fünf Kilometern um das Kernkraftwerk.
Doch gibt es keine handfesten Beweise für einen Zusammenhang, lediglich Indizien. Die Erkrankung eines neunjährigen Mädchens rückt den Fall jetzt wieder ins öffentliche Bewusstsein.
Krümmel, Ende der 70er Jahre erbaut, ist momentan vorübergehend stillgelegt, nachdem es 2007 zu einem Transformatorbrand kam. Seit der Inbetriebnahme gab es immer wieder Zweifel an der Sicherheitslage des Atommeilers. Einmal wurde der Reaktorstahl aufgrund eines zu hohen Kupferanteils als spröde befunden, ein anderes Mal kam es zu hohen Druck- und Temperaturschwankungen im Reaktordruckbehälter. Laut dem „SPIEGEL“ stellte der TÜV zudem Verunreinigungen an vielen Blechen und Schweißnähten fest, die auf systematische Fehler hinweisen.
Daneben gibt es Gerüchte über einen Unfall im angeschlossenen Forschungszentrum, der sich 1986 zugetragen haben soll. Augenzeugen berichteten damals von blauen Stichflammen, die aus dem Gebäude loderten. Einsatzprotokolle der Feuerwehr zu dem Vorfall sind anscheinend verschwunden.
Ein Indiz für den möglichen Zusammenhang der Leukämie-Erkrankungen und dem Atomkraftwerk könnte ein vermehrtes Auftreten des Blutkrebses fünf Jahre nach dem Vorfall von 1986 sein. Vier bis sechs Jahre beträgt bei Leukämie die Zeitspanne zwischen Erkrankung und Auftreten erster Symptome. 1990 traf es innerhalb von nur einem Jahr gleich fünf Kinder, die von der lebensbedrohlichen Krankheit befallen wurden.
Die Wissenschaft ist sich indessen uneins, ob die Fälle etwas mit dem nahe liegenden Kernkraftwerk zu tun haben. Ergebnisse von Professor Mironow von der Universität Minsk, der in Bodenproben auf nicht natürliche Spaltprodukte gestoßen sein will, werden von anderen Forschern angezweifelt. Verschiedene Expertenkommissionen der Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein überwarfen sich in sachlichen und politischen Fragen und konnten kein einheitliches Ergebnis präsentieren.
Erst ein weiterer Befund brachte wieder Bewegung in die Sache. Mediziner und Umweltschützer fordern nun, die erneute Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes im kommenden Monat zu stoppen, bis der Grund für die häufigen Leukämie-Erkrankungen bekannt ist.
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