Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

Neuer Chef für Vattenfall

November 16th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Die sommerliche Pannenserie im Atomkraftwerk Krümmel zieht personelle Konsequenzen nach sich. Der schwedische Energie-Konzern Vattenfall tauscht im kommenden Jahr den Chef des Unternehmens aus. Lars G. Josefsson, bisher in der Verantwortung für den Energielieferanten, muss dem Norweger Øystein Løseth weichen, der Vattenfall ab 2010 leiten soll.

Josefsson wird das mangelhafte Krisenmanagement im Fall Krümmel so wie der allgemein schlechte Ruf Vattenfalls angelastet, was letztendlich ausschlaggebend für den Führungswechsel war.

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Revolution der Windkraft

September 14th, 2009 · 1 Kommentar

Von: David Lorenz

Offshore-Windpark vor der Küste Dänemarks

Die jüngsten Ereignisse im Atomkraftwerk Krümmel und die Enthüllungen zum Endlager Gorleben haben direkten Einfluss auf die nationale Energiepolitik. Dem „Hamburger Abendblatt“ zufolge plant die Große Koalition noch vor den Bundestagswahlen am 27. September den Bau von 40 Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee zu genehmigen.

Laut Bundesverkehrminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sollen rund 2.500 Windräder auf See errichtet werden. „Wir rechnen im Norden mit 30.000 neuen industriellen Arbeitsplätzen in der Offshore-Windindustrie in den kommenden Jahren“, so Tiefensee. „Die aktuelle Diskussion um das Atommülllager Gorleben zeigt uns wieder mal ganz deutlich, dass wir erneuerbare Energien weiter ausbauen müssen. Offshore-Windparks sind dabei ein sinnvoller Beitrag zur umweltbewussten Energiegewinnung.“

Nach Berechnungen des Verkehrsministeriums können durch die Anlagen bei vollem Wind rund 12.000 Megawatt Windenergie erzeugt werden - das entspräche einer Leistung von 12 mittelgroßen Atomkraftwerken und könnte ca. 12 Millionen deutsche Haushalte mit Strom versorgen.

Von den geplanten 40 Windparks sollen 30 in der Nord-, und zehn in der Ostsee errichtet werden. Dabei ist geplant, die Anlagen zwischen 50 und 90 Kilometer vor den Küsten im Meer zu platzieren. Laut Tiefensee sind 22 Windparks bereits genehmigt.

(Photo by m. prinkeLicense: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

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Ging Krümmel trotz Sicherheitsbedenken ans Netz?

August 18th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz


Atomkraftwerk Krümmel an der Elbe
(Photo by Andreas BemeleitLicense: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

Die negative Publicity rund um das Atomkraftwerk in Krümmel will einfach nicht abreißen. Laut dem „Spiegel“ ging der umstrittenen Kernreaktor im Juni offenbar trotz erheblicher Sicherheitsbedenken von Seiten der zuständigen Atomaufsicht wieder ans Netz.

Am 19. Juni hatte das Sozialministerium in Kiel, für die Atomaufsicht des Bundeslandes Schleswig-Holstein verantwortlich, die Wiederinbetriebnahme Krümmels nach zweijährigen Revisionsarbeiten genehmigt. Am 4. Juli musste die Anlage dann aufgrund eines Kurzschlusses am Maschinentransformator per Not-Abschaltung wieder heruntergefahren werden.

Nach Angaben des „Spiegels“, der sich auf ein Gutachten des „Öko-Institutes“ beruft, seien in Krümmel vor allem im Bereich „Organisation und Kommunikation“ gravierende Defizite aufgetreten. „Bisher wurde der Erfahrungsrückfluss und die Erfahrungsauswertung im Kernkraftwerk Krümmel unzureichend gepflegt“, so das Gutachten. „Dies kann maßgeblichen Einfluss auf die Sicherheitslage haben.“

Abschließend wurde dem Betreiber Vattenfall nahe gelegt, ein „funktionsfähiges Sicherheitsmanagementsystem“ aufzubauen und dies zeitnah zu implementieren.

Die Kieler Atomaufsicht wehrte sich derweil umgehend gegen die Berichterstattung des „Spiegels“. Die Aussagen des bereits 2007 veröffentlichten Gutachtens seien aus dem Zusammenhang gerissen und zudem äußerst selektiv zitiert worden.

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Widerruf gegen Krümmel-Inbetriebnahme

August 11th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace will eine baldige Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerkes Krümmel nicht akzeptieren. Jüngst reichte die Organisation einen Antrag auf Widerruf der Betriebsgenehmigung des umstrittenen Kernkraftwerkes bei der zuständigen Atomaufsicht des Landes Schleswig-Holstein ein.

Greenpeace vertritt dabei eigenen Angaben zufolge Gesundheit und Eigentümer-Interessen der Bürger, die in unmittelbarer Nähe der Anlage leben. „Die Kläger wollen nicht weiter mit der Angst vor einem schweren Störfall leben”, so ein Sprecher der Organisation am heutigen Dienstag in Kiel.

Krümmel hatte in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen gesorgt, als das Atomkraftwerk nach zweijährigen Revisions-Arbeiten aufgrund eines Trafokurzschlusses abermals vom Netzt genommen werden musste. Vor allem das Krisenmanagement des Betreibers Vattenfall zog national den Unmut von Atomkraftgegnern, Umweltschützern und Politikern auf sich.

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Schavan vs. Gabriel

Juli 27th, 2009 · 1 Kommentar

Von: David Lorenz

„Ich bin außerordentlich beunruhigt über die Sicherheitslage in Philippsburg, Krümmel und Emsland. In allen drei Atomkraftwerken gibt es Probleme im Bereich der Maschinentransformatoren, obwohl alle drei Anlagen kurz zuvor in der Revision waren oder umfassend saniert wurden. Inzwischen sind sechs von 17 eigentlich noch laufenden Reaktoren in Deutschland vom Netz - aus Sicherheitsgründen wohlgemerkt.“

Sigmar Gabriel (SPD), Bundesumweltminister, gegenüber dem Hamburger Abendblatt.

„Wer will, dass Deutschland bei der Energieversorgung eine vernünftige Perspektive hat, darf die Kernkraft nicht verteufeln. Es ist verantwortungslos, die Pannen in Krümmel für Propaganda zu nutzen.“

Annette Schavan (CDU), Bundesforschungsministerin, gegenüber dem Hamburger Abendblatt.

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Merkel unzufrieden mit Vattenfall

Juli 22nd, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Ungewohnt deutlich äußerste sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu den jüngsten Vorfällen im Atomkraftwerk Krümmel. „Es kann einem schon der Zorn ins Gesicht steigen“, so Merkel gegenüber der ARD. „Ich bin sehr, sehr unzufrieden mit der Situation, dass es auch nach zwei Jahren Reparaturen an dem Atommeiler wieder zu Zwischenfällen kam.“

Merkel geht somit erstmals öffentlich auf Konfrontationskurs zu Vattenfall, dem schwedischen Betreiberkonzern des pannengeplagten Kernkraftwerkes. Die großen Vorbehalte in der deutschen Bevölkerung gegenüber der Nutzung von Kernenergie haben sich durch die aktuellen Störfalle in Krümmel zuletzt weiter verstärkt. Für CDU/CSU und FDP kommt die jüngste Anti-Atomkraft-Stimmung zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, da ursprünglich mit verlängerten Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke und einer Atomstrom-Renaissance für die Bundestagswahlen im kommenden September geworben werden sollte.

Die Kanzlerin musste zudem fehlende Fortschritte bei der Deponierung von radioaktiven Abfällen einräumen. „Die Endlagerungsfrage ist leider ungeklärt“, gestand Merkel ein. Allerdings machte sie dafür zu einem großen Teil Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sowie die zahlreichen Atomkraftgegner in Deutschland verantwortlich, die den Ausbau des Zwischenlagers in Gorleben zu einem Endlager durch die Suche nach alternativen Standorten verzögern würden. „Wir hätten weit kommen können, wenn der Umweltminister es gewollt hätte“, so die Bundeskanzlerin.

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Gabriel rät Vattenfall-Kunden zu Stromwechsel

Juli 18th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Nach den Vorkommnissen im Atomkraftwerk Krümmel hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) den Kunden des schwedischen Energie-Riesen Vattenfall einen Stromanbieter-Wechsel nahe gelegt.

„Der Verbraucher ist der Souverän. Jeder kann Vattenfall verlassen, wenn er mit der Unternehmenspolitik nicht einverstanden ist“, so Gabriel gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“. „Vattenfall hat alle Chancen, diese Kunden mit einer anderen Politik zurückzugewinnen.“

Außerdem machte sich der 49-Jährige abermals für die Schließung des pannengeplagten Kernkraftwerkes in Krümmel stark. „Das Rest-Vertrauen in das Unternehmen kehrt nur zurück, wenn es nicht permanent mit einem Problemreaktor identifiziert wird. Vattenfall sollte nicht ernsthaft auf die Idee kommen, Krümmel wieder hochzufahren.“

Der Stromanbieter musste im direkten Anschluss an den jüngsten Störfall bereits eine Welle von Kunden-Abgängen in Hamburg und Umgebung hinnehmen.

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Mehrheit der Deutschen kontra Krümmel & Co.

Juli 11th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Die Panne von Krümmel aus der vergangenen Woche hat direkten Einfluss auf das Bewusstsein der Deutschen im Hinblick auf ältere Atomkraftwerke. Eine Studie des Meinungsforschungsinstitutes Emnid im Auftrag der „Bild am Sonntag“ kann jetzt zu dem Ergebnis, dass rund 72 Prozent der Bundesbürger für eine sofortige Abschaltung des Kernkraftwerkes in Krümmel sowie anderer älterer Atommeiler sind. Nur 26 Prozent der Befragten sind für einen Verbleib von Krümmel & Co. am deutschen Stromnetz.

Währenddessen rückt die zukünftige Nutzung von Atomstrom mitten ins Zentrum des diesjährigen Bundestagswahlkampfes. Während SPD, Grüne und die Linke geschlossen für einen Atomausstieg bis ins Jahr 2020 oder sogar früher eintreten, und damit laut der Emnid-Umfrage den Nerv der Wähler treffen, setzen sich CDU, CSU und die FDP nach wie vor mehrheitlich für verlängerte Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke ein.

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) machte sich jüngst für individuelle Laufzeiten der einzelnen Kernkraftwerke stark. „Die Laufzeiten sollen zukünftig streng nach den vorliegenden Sicherheitskriterien festgelegt werden“, so Wulff gegenüber der Online-Ausgabe der „WELT“. Pannen wie die in Krümmel müssten sorgfältig untersucht und aufgeklärt werden. „Kraftwerke, die sicher sind und bei denen es keinen Zweifel am neuesten Stand der Technik gibt, sollen weiter betrieben werden“, so der 50-Jährige.

Roland Koch (CDU) geht sogar noch einen Schritt weiter. Der hessische Ministerpräsident forderte gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“ unbegrenzte Laufzeiten der Atomkraftwerke in Deutschland. „Wir wollen alle politischen Laufzeitbeschränkungen aufheben. Die Frage, wie lange ein Kernkraftwerk sicher ist, soll nach dem Stand von Wissenschaft und Technik entschieden werden - der TÜV und nicht Herr Gabriel soll das bestimmen.

Gleichzeitig übte Koch allerdings harsche Kritik an der missglückten Kommunikationspolitik von Seiten des Betreibers im Falle Krümmel. „Die Dummheit der Energiekonzerne in ihrer Kommunikation ist kaum noch beschreibbar. Konzerne wie Vattenfall machen sich so unfreiwillig selbst zu den größten Gegnern der Kernkraft.“

SPD-Chef Franz Müntefering setzte sich währenddessen lautstark für eine Stilllegung des Pannenreaktors an der Elbe ein. „Was in Krümmel passiert stinkt zum Himmel. Legt das Ding endlich still.“

Vattenfall sieht sich mittlerweile von einer nationalen Kampagne gegen das Unternehmen bedroht. Gegenüber dem „Focus“ äußerste sich Vattenfall-Europe-Chef Tuomo Hatakka mit deutlichen Worten. „Ich warne ausdrücklich vor einem Anti-Atomwahlkampf auf unsere Kosten. Das Ereignis in Krümmel jetzt zu instrumentalisieren, ist unverantwortlich. Der Kurzschluss war ein bedauerlicher Einzelfall und die Sicherheitslage des Reaktors war zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Einige Politiker versuchen jetzt, mit den Ängsten der Menschen in diesem Land auf Stimmenfang zu gehen.“

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„Kühlen Kopf bewahren“

Juli 9th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

„Die Politik muss zwar die bestehenden Sorgen der Bevölkerung ernst nehmen. Dennoch sollten wir einen kühlen Kopf bewahren. Der Fall Krümmel hat bewiesen, dass die Technik der Notabschaltung funktioniere. Die Kernkraftwerke sind die bestüberwachten Anlagen in Deutschland. Herr Gabriel instrumentalisiert jeden kleinen Fehler in einem Kernkraftwerk für den Wahlkampf. Das werden wir ihm und der SPD nicht durchgehen lassen.“

Peter Ramsauer, Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag, gegenüber der „Passauer Neuen Presse“.

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Krümmel & Biblis: Eingeständnisse der Bundesregierung

Juli 8th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Die aktuelle Pannenserie im Atomkraftwerk Krümmel bringt neuen Schwung in die öffentliche Diskussion um Sicherheitslage und Zustand deutscher Kernkraftwerke.

Laut der „Berliner Zeitung“ wurde jetzt bekannt, dass bereits seit 2006 offizielle Regierungs-Erklärungen existieren, die Anlagen wie Krümmel und Biblis attestieren, „nicht auf dem aktuellsten Stand von Technik und Wissenschaft“ zu sein. Sie gehören „nicht zu den weltweit hochmodernsten und sichersten Atomkraftwerken.“

In der Antwort auf eine aktuelle parlamentarische Anfrage der Grünen heißt es zudem, „die neueren Siedewasserreaktoren sowie die Druckwasserreaktoren der dritten oder vierten Generation haben grundsätzlich bessere Sicherheitseigenschaften.“

Krümmel und Biblis gehören mit Inbetriebnahmen aus den Jahren 1984 und 1975 zu den ältesten deutschen Kernkraftwerken und verfügen über Siedewasserreaktoren einer bereits betagten Bauart. Beide Anlagen hatten während der vergangenen Jahre in regelmäßigen Abständen mit Pannen und Störfällen auf sich aufmerksam gemacht.

Vattenfall gab derweil bekannt, dass der Meiler im norddeutschen Krümmel aufgrund von fälligen Sanierungsarbeiten für mindestens zehn Monate still stehen würde. Außerdem wurden schwerwiegende Fehler eingestanden, unter anderem eine mangelhafte Kommunikationspolitik mit Behörden und Öffentlichkeit sowie die fehlende Installation einer Messeinrichtung am Transformator, die den Störfall früher hätte melden können. Der verantwortliche Leiter des Kraftwerkes wurde mittlerweile von seinen Aufgaben entbunden.

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