Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

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Panne: Russisches Atomkraftwerk abgeschaltet

August 29th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Im russischen Kernkraftwerk bei Sosnowy Bor, rund 70 Kilometer von St. Petersburg entfernt, ereignete sich am vergangenen Donnerstag ein Störfall, in dessen Folge einer der vier Reaktoren abgeschaltet werden musste. Durch Untersuchungen an einer defekten Pumpe entdeckte das Kraftwerk-Personal eine undichte Stelle am Reaktor.

Ein Sprecher der Anlage lies umgehend verlauten, dass die radioaktive Strahlung, die durch das Leck nach außen getreten war, die zulässigen Grenzwerte nicht überschritten hätte. Bis kommenden Montag sollen die Reparaturarbeiten erfolgreich abgeschlossen sein und das Kernkraftwerk wieder voll hochgefahren werden.

Sosnowy Bor wird durch denselben Reaktor-Typus betrieben, der auch schon in Tschernobyl zum Einsatz kam.

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Ging Krümmel trotz Sicherheitsbedenken ans Netz?

August 18th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz


Atomkraftwerk Krümmel an der Elbe
(Photo by Andreas BemeleitLicense: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

Die negative Publicity rund um das Atomkraftwerk in Krümmel will einfach nicht abreißen. Laut dem „Spiegel“ ging der umstrittenen Kernreaktor im Juni offenbar trotz erheblicher Sicherheitsbedenken von Seiten der zuständigen Atomaufsicht wieder ans Netz.

Am 19. Juni hatte das Sozialministerium in Kiel, für die Atomaufsicht des Bundeslandes Schleswig-Holstein verantwortlich, die Wiederinbetriebnahme Krümmels nach zweijährigen Revisionsarbeiten genehmigt. Am 4. Juli musste die Anlage dann aufgrund eines Kurzschlusses am Maschinentransformator per Not-Abschaltung wieder heruntergefahren werden.

Nach Angaben des „Spiegels“, der sich auf ein Gutachten des „Öko-Institutes“ beruft, seien in Krümmel vor allem im Bereich „Organisation und Kommunikation“ gravierende Defizite aufgetreten. „Bisher wurde der Erfahrungsrückfluss und die Erfahrungsauswertung im Kernkraftwerk Krümmel unzureichend gepflegt“, so das Gutachten. „Dies kann maßgeblichen Einfluss auf die Sicherheitslage haben.“

Abschließend wurde dem Betreiber Vattenfall nahe gelegt, ein „funktionsfähiges Sicherheitsmanagementsystem“ aufzubauen und dies zeitnah zu implementieren.

Die Kieler Atomaufsicht wehrte sich derweil umgehend gegen die Berichterstattung des „Spiegels“. Die Aussagen des bereits 2007 veröffentlichten Gutachtens seien aus dem Zusammenhang gerissen und zudem äußerst selektiv zitiert worden.

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Polen plant den Atomeinstieg

August 15th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Die globale Atom-Renaissance hält weiter an. Mittlerweile plant die polnische Regierung unter Ministerpräsident Donald Tusk, das erste Atomkraftwerk des Landes zu bauen. Bis ins Jahr 2020 soll mindestens ein Kernreaktor in Polen ans Stromnetz gehen.

Der ehrgeizige Zeitplan sieht vor, bis 2013 einen geeigneten Standort für die Anlage zu finden und spätestens 2016 mit dem Bau des Atomkraftwerks zu beginnen. Dabei wird bereits in Erwägung gezogen, den Reaktor im Norden des Landes zu errichten, da dieser Teil der Republik bisher nur lückenhaft mit Strom versorgt werden kann.

Befürworter des polnischen Atomeinstieges argumentieren mit einem stark verringerten CO2-Ausstoß. Aktuell bezieht das Land rund 90 Prozent seiner Stromerzeugnisse aus Kohlekraftwerken.

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Atomkraftwerk Grohnde: Wulff will längere Laufzeit

August 13th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Atomkraftwerk im niedersächsischen Grohnde
(Photo by ich bin woanders… | License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

Beim gestrigen Festakt zum 25-jährigen Bestehen des Kernkraftwerks in Grohnde lies der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) verlauten, er hielte es für falsch, das Atomkraftwerk an der Oberweser wie geplant im Jahre 2018 von Netz zu nehmen.

„Es wäre ein großer Fehler, die zuverlässig laufende Anlage nur aufgrund einer politischen Entscheidung abzuschalten”, so der 50-jährige Politiker.

Laut dem so genannten Atomkonsens, 2000 unter Rot-Grün beschlossen und seit 2002 in Kraft, sollen alle Kernkraftwerke der Bundesrepublik Deutschland bis ins Jahr 2020 abgeschaltet werden.

Der Atommeiler in Grohnde ist ein 1430-Megawatt-Reaktor, wird von E.ON und den Stadtwerken Bielefeld betrieben und ist seit 1985 am Netz.

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Widerruf gegen Krümmel-Inbetriebnahme

August 11th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace will eine baldige Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerkes Krümmel nicht akzeptieren. Jüngst reichte die Organisation einen Antrag auf Widerruf der Betriebsgenehmigung des umstrittenen Kernkraftwerkes bei der zuständigen Atomaufsicht des Landes Schleswig-Holstein ein.

Greenpeace vertritt dabei eigenen Angaben zufolge Gesundheit und Eigentümer-Interessen der Bürger, die in unmittelbarer Nähe der Anlage leben. „Die Kläger wollen nicht weiter mit der Angst vor einem schweren Störfall leben”, so ein Sprecher der Organisation am heutigen Dienstag in Kiel.

Krümmel hatte in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen gesorgt, als das Atomkraftwerk nach zweijährigen Revisions-Arbeiten aufgrund eines Trafokurzschlusses abermals vom Netzt genommen werden musste. Vor allem das Krisenmanagement des Betreibers Vattenfall zog national den Unmut von Atomkraftgegnern, Umweltschützern und Politikern auf sich.

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RWE-Projekt in Bulgarien vor dem Aus

August 10th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

RWE-Konzernchef Jürgen Großmann könnte in Kürze um eines seiner größten Prestige-Projekte beraubt werden. Laut „Financial Times Deutschland” steht der milliardenschwere Bau des Atomkraftwerkes im bulgarischen Belene aufgrund finanzieller Engpässe vor dem Aus.

Der deutsche Energie-Riese hält an der Projektgesellschaft zur Errichtung des Kernkraftwerkes einen Anteil von 49 Prozent. 51 Prozent sind im Besitz des Staates Bulgarien. Aus Regierungs-Kreisen der Balkan-Republik wurde nun bekannt, dass man das Projekt als überteuert einstufe und die Finanzierung derzeit nicht gewährleistet werden kann.

RWE seinerseits ist auf der Suche nach einem zusätzlichen Investor für den Bau der Anlage bisher nicht fündig geworden. Falls das ehrgeizige Projekt in Bulgarien scheitern sollte, müsste RWE Konzern-Quellen zufolge einen zweistelligen Millionen-Betrag abschreiben.

Das Vorhaben in Belene war zuletzt immer wieder in die Kritik von Umweltschützern geraten, da das geplante Atomkraftwerk in einem erdbebengefährdeten Gebiet liegt.

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Emsland wieder am Netz

August 4th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Das Kernkraftwerk Emsland im niedersächsischen Lingen ist wieder in Betrieb. Nachdem die Anlage vorvergangene Woche aufgrund eines defekten Maschinentrafos abgeschaltet werden musste, konnte das Atomkraftwerk dank erfolgreichen Funktionstests am gestrigen Montag wieder ans Netz gehen.

Der Wiederinbetriebnahme war ein Streit zwischen zuständigem Landesumweltministerium und dem Bundesumweltministerium um Sigmar Gabriel (SPD) vorangegangen. Erst am Wochenende erhielt der Betreiberkonzern RWE grünes Licht, das Kernkraftwerk wieder hochzufahren.

Laut RWE produziert der 1988 in Betrieb genommene 1400-Megawatt-Reaktorblock jährlich rund elf Milliarden Kilowattstunden Atomstrom.

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Schavan vs. Gabriel

Juli 27th, 2009 · 1 Kommentar

Von: David Lorenz

„Ich bin außerordentlich beunruhigt über die Sicherheitslage in Philippsburg, Krümmel und Emsland. In allen drei Atomkraftwerken gibt es Probleme im Bereich der Maschinentransformatoren, obwohl alle drei Anlagen kurz zuvor in der Revision waren oder umfassend saniert wurden. Inzwischen sind sechs von 17 eigentlich noch laufenden Reaktoren in Deutschland vom Netz - aus Sicherheitsgründen wohlgemerkt.“

Sigmar Gabriel (SPD), Bundesumweltminister, gegenüber dem Hamburger Abendblatt.

„Wer will, dass Deutschland bei der Energieversorgung eine vernünftige Perspektive hat, darf die Kernkraft nicht verteufeln. Es ist verantwortungslos, die Pannen in Krümmel für Propaganda zu nutzen.“

Annette Schavan (CDU), Bundesforschungsministerin, gegenüber dem Hamburger Abendblatt.

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Emsland: Kernkraftwerk abgeschaltet

Juli 24th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Erneut sorgt die Atomindustrie für Aufsehen. Am heutigen Freitagmorgen musste das Kernkraftwerk Emsland im niedersächsischen Lingen abgeschaltet werden. Ausgelöst wurde der Zwischenfall laut RWE, Betreiber des Atomkraftwerkes, durch eine Überwachungseinrichtung am Maschinentrafo, die nicht ordnungsgemäß ihren Dienst verrichtete.

Das niedersächsische Umweltministerium gab umgehend bekannt, dass dem Vorfall lediglich eine geringe Bedeutung beigemessen werde und von einem Störfall nicht die Rede sein kann. Eine Sicherheitsgefahr habe zu keinem Zeitpunkt bestanden und Radioaktivität sei nicht ausgetreten.

Derzeit untersuchen Beamte der zuständigen Aufsichtbehörde den Reaktor und entscheiden dann, wann die Anlange, die seit 1988 in Betrieb ist, wieder hochgefahren werden kann.

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Merkel unzufrieden mit Vattenfall

Juli 22nd, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Ungewohnt deutlich äußerste sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu den jüngsten Vorfällen im Atomkraftwerk Krümmel. „Es kann einem schon der Zorn ins Gesicht steigen“, so Merkel gegenüber der ARD. „Ich bin sehr, sehr unzufrieden mit der Situation, dass es auch nach zwei Jahren Reparaturen an dem Atommeiler wieder zu Zwischenfällen kam.“

Merkel geht somit erstmals öffentlich auf Konfrontationskurs zu Vattenfall, dem schwedischen Betreiberkonzern des pannengeplagten Kernkraftwerkes. Die großen Vorbehalte in der deutschen Bevölkerung gegenüber der Nutzung von Kernenergie haben sich durch die aktuellen Störfalle in Krümmel zuletzt weiter verstärkt. Für CDU/CSU und FDP kommt die jüngste Anti-Atomkraft-Stimmung zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, da ursprünglich mit verlängerten Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke und einer Atomstrom-Renaissance für die Bundestagswahlen im kommenden September geworben werden sollte.

Die Kanzlerin musste zudem fehlende Fortschritte bei der Deponierung von radioaktiven Abfällen einräumen. „Die Endlagerungsfrage ist leider ungeklärt“, gestand Merkel ein. Allerdings machte sie dafür zu einem großen Teil Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sowie die zahlreichen Atomkraftgegner in Deutschland verantwortlich, die den Ausbau des Zwischenlagers in Gorleben zu einem Endlager durch die Suche nach alternativen Standorten verzögern würden. „Wir hätten weit kommen können, wenn der Umweltminister es gewollt hätte“, so die Bundeskanzlerin.

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