Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

CDU/CSU nicht einheitlich pro Kernenergie

März 8th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

“Die Kernenergie kann nicht die Energieprobleme der Zukunft lösen. Vor allen Dingen beschränkt sie sich nur auf einen Teilbereich, nämlich die Stromerzeugung, das ist der erste Punkt.  Der zweite Punkt ist, dass die Endlagerung in keinem Land der Erde gelöst ist. Und der dritte Punkt ist das große Risiko, das mit dieser Technologie verbunden ist.”

Josef Göppel, Umweltobmann der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag gegenüber “Frontal21″.

Schlagworte: · , , ,

Ist Atomstrom wirklich so günstig?

März 6th, 2009 · 5 Kommentare

Von: David Lorenz

Atomstrom ist teilweise im Vergleich zu Strom aus anderen Energie-Quellen um ein Vielfaches günstiger:

Kernenergie: 2,65 Cent/kWh
Braunkohle: 2,4 Cent/kWh
Steinkohle: 3,35 Cent/kWh
Wasserkraft:: 4,3 Cent/kWh
Erdgas: 4,9 Cent/kWh
Windenergie: 9 Cent/kWh
Fotovoltaik: 54 Cent/kWh

(Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie)

Diese Zahlen stimmen jedoch nur bedingt. Nicht berücksichtig  werden bei einem Atomstrompreis von 2,65 Cent pro Kilowattstunde die Nebenkosten, die bei der Erzeugung von Kernenergie anfallen.

Und diese sind immens. Als Beispiel dient z.B. die Endlagerung radioaktiver Abfälle. Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) kostet allein der Gesamtverschluss des Endlagers in Morsleben mindestens 2,2 Milliarden Euro. Diese Ausgaben tragen nur zu einem geringen Teil die Betreiber der Kernkraftwerke (von 1994 bis 1998 lediglich 138 Millionen Euro). Für die Differenz kommt der Bund und somit der Steuerzahler auf. (Quelle: ZDF)

Hinzu kommt, dass Kernkraftwerke Atomstrom nur deswegen so günstig erzeugen können, weil sie von umfangreichen Subventionen und einer Monopolstellung aus der Vergangenheit profitieren. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat der Bund die Atomindustrie bislang mit mehr als 40 Milliarden Euro subventioniert.

Ein Castor-Transport im vergangenen November aus Frankreich nach Gorleben kostete das Land Niedersachsen aufgrund massiver Proteste von 16.000 Atomkraftgegnern knapp 20 Millionen Euro.

Dazu fielen in der Vergangenheit Kosten für Forschungsreaktoren an, die sich auf ca. 7 Milliarden Euro belaufen dürften.

Der kostenspieligste Faktor bei der Erzeugung von Atomenergie ist allerdings die Versicherung der Kernkraftwerke im Katastrophenfall. Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet im Falle eines Unglücks mit einem Schaden von fünf bis zehn Billionen Euro. Die Betreiber haften allerdings nur mit einer Summe von bis zu 2,5 Milliarden Euro (Atomgesetz-Novelle vom 22. April 2002). Die Differenz hätten abermals Bund, Länder und somit der Steuerzahler zu tragen.

Rechnet man alle Nebenkosten im Erzeugungs- und Entsorgungsprozess von Atomstrom sowie die Möglichkeit eines Unglückes mit in den Strompreis ein, käme man sicherlich auf ein anderes Ergebnis als 2,65 Cent pro Kilowattstunde.

Schlagworte: · , , , , , , ,

Zukunft Kernenergie

März 6th, 2009 · Keine Kommentare

Von: Fabian Frick

In Deutschland sind nach der Abschaltung des ältesten aktiven Kernkraftwerks Biblis A noch 16 Kernkraftwerke in Betrieb.

2007 betrug der Anteil der Atomkraftwerke an der allgemeinen Stromerzeugung rund 22 Prozent.

Was bringt die Zukunft? Nach dem sogenannten Atomkonsens dürfen keine neuen Kernkraftwerke gebaut werden. Im Juni 2000 hat die damalige rot-grüne Regierung mit der deutschen Atomwirtschaft den Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie vereinbart. Demnach sollen bis etwa 2021 alle Kernkraftwerke abgeschaltet sein. Diesem Ultimatum  gingen jahrzehntelange Proteste von Atomkraft-Gegnern voraus.

Nicht nur in der Union werden nun wieder  Stimmen laut, den Ausstieg aus der Kernenergie zu verhindern.

Kernkraftbefürworter argumentieren mit schwindenden Erdöl-Reserven und dem Ausstoß von Treibhausgasen bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Die Gegner nennen immer wieder die Möglickeit eines nuklearen Unglücks oder die ungeklärte Lage der Endlagerung als Argument für den Atomausstieg.

Der Bund hat sich gesetzlich dazu verpflichtet, bis 2030 ein Lösung für die Endlagerung zu finden.

(Quelle: Bild)

Wie stehen Sie zur Nutzung und Erzeugung von Kernenergie?

Schlagworte: · , , , , , , ,

Zitate zum Thema Atomstrom aus Wirtschaft und Politik

März 2nd, 2009 · Keine Kommentare

Von: Fabian Frick

” Ich bin sicher, dass die Laufzeitverlängerungen für Kernkraftwerke wieder auf den Tisch kommen.”

Jürgen Großmann (RWE)

“Wir sind bereit, Rom eine massive Hilfe für die Rückkehr zur Kernenergie zu leisten.”

Nicolas Sarkozy (Staatspräsident Frankreichs)

Schlagworte: · , ,

Atomstrom - Vergangenheit oder Zukunft?

Februar 25th, 2009 · 5 Kommentare

Von: David Lorenz

Der Atomausstieg Deutschlands schien bereits entschieden. Unter der rot-grünen Regierung wurde 2001 beschlossen, die 17 aktiven Reaktoren in der Bundesrepublik bis zum Jahr 2021 komplett vom Netz zu nehmen.

Doch nun formiert sich laut dem FOCUS (Ausgabe 7/2009) ein Bündnis, das um eine Verlängerung der Laufzeiten kämpft. Noch unter Ex-Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sollten mit den großen Stromanbietern der Republik Deals über längere Laufzeiten der Meiler ausgehandelt werden. Die CDU/CSU geht dabei von einem Sieg bei der diesjährigern Bundestagswahl und einer Koalition mit der FDP aus, die dem Atomstrom alles andere als abgeneigt gegenübersteht.

„Gleich am ersten Tag nach Koalitionsschluss muss Schwarz-Gelb ein neues Programm vorstellen“, so Energie-Expertin Gudrun Kopp von der FDP. Allerdings gehe es dabei laut Partei-Kollegen Rainer Brüderle nicht um den Neubau von Atommeilern, sondern lediglich um die Verlängerung der Laufzeiten bereits existierender Kraftwerke.

Die daraus resultierenden Gewinne sollen laut der schwarz-gelben Pläne zur einen Hälfte den Anbietern, zur anderen Hälfte einem geringeren Strompreis sowie der Erforschung alternativer Energiequellen zugute kommen.

Für eine Verlängerung der Laufzeiten sprechen daneben mehrere Gründe. Strom aus Atomkraftwerken ist deutlich billiger als der aus Windkraft und Solarenergie. So errechnete eine Studie einen volkswirtschaftlichen Vorteil von 250 Milliarden Euro, wenn die Kraftwerke 60 anstatt der von Rot-Grün geplanten 32 Jahre im Einsatz sind. Daneben würden Abhängigkeiten von Russlands Energieimporten verringert, in Zeiten des russisch-ukrainischen Gasstreits eine wichtige politische Hilfe. Hinzu kommt der Vorteil, dass bei der Gewinnung von Atomstrom im Vergleich zur Erzeugung von Strom aus Kohlekraftwerken außerordentlich wenig CO2 freigesetzt wird.

Entsorgung und Endlagerung des radioaktiven Atommülls sowie die Sicherheitsfrage rufen hingegen Kritiker an der Kernenergie auf den Plan. Fehlender Wettbewerb am Strommarkt, der durch die Nutzung von Atomenergie nicht gegeben ist, wäre ebenfalls ein Nachteil. Die Bundesrepublik ist Weltmarkt-Führer in der Solarenergie, ein Atomausstieg würde diesen Sektor der Wirtschaft weiter ankurbeln und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.

Deutschland sieht sich mit seiner Energiepolitik in Europa mittlerweile ziemlich isoliert. Alle großen Nachbarn bauen wieder auf Strom aus Atomkraftwerken, Länder wie Finnland erwägen den Atomeinstieg, osteuropäische Staaten planen gar die Reaktivierung bereits ausgemusterter Meiler.

So wie es aussieht, wird in Deutschland der Ausgang der Bundestagswahlen den Ausschlag für die Zukunft der Atompolitik des Landes geben. Kommt es zu einer schwarz-gelben Mehrheit, steht längeren Laufzeiten von Atomkraftwerken wohl nichts mehr im Wege.

Diskutieren Sie mit

Schlagworte: · , , , , , , , , , , , , , ,