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David Lorenz
Die Hansestadt Hamburg setzt zukünftig auf ein bundesweit einzigartiges Model der Energieversorgung. Das neu gegründete Unternehmen „Hamburg Energie“ bietet ab Herbst diesen Jahres den Bürgern der Stadt und Umgebung klimafreundliche Stromerzeugnisse an, die ohne Anteile von Kohle- oder Atomstrom produziert werden.
„Je mehr Kunden sich dem neuen Unternehmen anschließen, desto mehr wird in den Aufbau neuer nachhaltiger Erzeugungsanlagen investiert“, gab Anja Hajduk, Umweltsenatorin und Aufsichtsratchefin des Energieversorgers, am gestrigen Montag bekannt. „Dieses Modell ist in Deutschland bisher einzigartig“, so die Senatorin weiter. „Es stärkt Hamburgs Beitrag zum globalen Klimaschutz und erhöht die Lebensqualität der Metropole enorm. Daneben wird unsere Stadt als Wirtschafts- und Technologiestandort weiter gefördert und etabliert.“
Bisher ist geplant, den Strombedarf von drei verschiedenen Quellen zu beziehen: aus hocheffizienten, regionalen Kraftwärmekopplungsanlagen, von Windkraftanlagen sowie aus zugekauften Kontingenten nationaler Wasserkraftwerke. Daneben wird in diesem Jahr mit dem Bau einer eigenen Windkraftanlage begonnen, die spätestens 2011 ans Netz gehen soll.
Schlagworte: · Atomstrom, Erneuerbare Energien, Kohlestrom, Wasserkraft, Windkraft
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David Lorenz
Neue Töne im Land der Atomenergie.
Frankreich plant bis Ende 2010 den Bau von 22 Sonnenkraftwerken. Jede Verwaltungsregion der Republik soll dabei eine Solarenergie-Anlage beherbergen, so die Pläne des französischen Umweltministers Jean-Louis Borlooan.
Mit der Maßnahme will das Land auf die schwache Position Frankreichs im westeuropäischen Vergleich am Markt der erneuerbaren Energiequellen reagieren. Der größte Flächenstaat Europas liegt bei der Anzahl an Sonnenkraftwerken abgeschlagen auf Rang vier hinter Deutschland, Spanien und Italien.
„Solarenergie ist wichtig für das grüne Bewusstsein unseres Landes“, so Borlooan über die Entscheidung, zukünftig in „grünes Wachstum“ zu investieren.
Das bedeutet im Umkehrschluss aber keines Falls, das Frankreich fortan die Nutzung von Atomstrom drosseln möchte. Weiterhin werden rund vier Fünftel des nationalen Strombedarfs durch die Kapazitäten von 58 Atomkraftwerken gedeckt. In naher Zukunft werden zudem drei weitere Reaktoren entstehen, die auf Basis der modernen Europäischen Druckwassertechnologie laufen sollen.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Atomstrom, Erneuerbare Energien, Solarenergie
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David Lorenz
Im zweiten Teil der Betreiber-Serie auf atomstrom-info soll nach RWE heute E.ON vorgestellt werden, der größte Energie-Lieferant Deutschlands.
E.ON wurde im Juni 2000 durch eine Fusion der Konzerne VEBA und VIAG gegründet. Der Firmensitz befindet sich in Düsseldorf und das Unternehmen ist an der Börse notiert. Zu den Kernkompetenzen der Aktiengesellschaft gehört der Handel mit Gas und Elektrizität an Endverbraucher sowie Industrie und Handel. Teils stammt der Strom aus eigenen Atomkraftwerken, teils wird er in großen Mengen aus dem Ausland hinzugekauft.
Die Distributionswege von E.ON funktionieren bevorzugt über Zwischenhändler auf regionaler Ebene, zu den wichtigsten Märkten des Unternehmens gehören Deutschland, die Schweiz, Frankreich, Österreich, die Niederlande, Tschechien, Rumänien und die Slowakei.
Der Energie-Riese beschäftigt aktuell rund 93.500 Mitarbeiter und konnte 2008 einen Umsatz von 87,65 Milliarden Euro erwirtschaften.
Seit Dezember 2005 sind alle Energieversorgungs-unternehmen in Deutschland dazu verpflichtet, die Herkunft ihres Stroms auszuweisen. Für E.ON waren das im Jahr 2007 folgende Werte:
- Erneuerbare Energieträger: 14 Prozent
- Kernenergie: 38,5 Prozent
- Fossile Energieträger: 47,5 Prozent
Das Unternehmen betreibt mittels der Tochtergesellschaft E.ON Kernkraft GmbH folgende aktive Atomkraftwerke in Deutschland:
- Brokdorf
- Grafenrheinfeld
- Grohnde
- Isar 1 und 2
- Unterweser
- Grundremmingen B und C
- Brunsbüttel
- Krümmel
- Emsland
Daneben verfügt E.ON über mehrere Gas-, Öl-, Steinkohle- und Braunkohlekraftwerke sowie drei Biomasse- und ein Hybridkraftwerk. Außerdem ist das Unternehmen in Besitz eines eigenen Stromnetzes.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Atomstrom, Betreiber, Brokdorf, Brunsbüttel, E.ON, Emsland, Erneuerbare Energien, Grafenrheinfeld, Grohnde, Grundremmingen, Isar 1, Isar 2, Kernkraftwerk, Krümmel, RWE, Stromnetz, Unterweser
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David Lorenz
Am Sonntag den 26. April 2008 jährte sich der nukleare Super-GAU von Tschernobyl zum 23. Mal. Anlässlich des historischen Datums gab der bayerische Landesverband der Grünen in München eine Erklärung ab. Diese stellt den 2002 beschlossenen Atomausstieg ins Zentrum des Parteiprogrammes für den Bundestagswahlkampf 2009.
Vor allem das Atomkraftwerk Isar 1 nahe Landshut ist Gegenstand eindringlicher Forderungen der Grünen. „Dieser Pannenreaktor ist eine tickende Zeitbombe und muss deshalb endgültig vom Netz, je schneller, desto besser“, so die Landesvorsitzenden Theresa Schopper und Dieter Janecek.
Die Politiker grenzen ihre Positionen deutlich von denen des konservativ-bürgerlichen Lagers ab: „Wer seine Stimmen an FDP und CDU/CSU vergibt, stimmt dafür, dass Isar 1 weiterläuft“, so das Duo in München.
Für die Grünen ist die Nutzung von Atomstrom weiterhin keine Option für die Zukunft. Stattdessen würde man sich bei einer Regierungs-Beteiligung nach den Wahlen intensiv für den Ausbau erneuerbarer Energiequellen einsetzen.
Längere Laufzeiten der Kernkraftwerke würden laut Schopper und Janecek lediglich zu höheren Profiten der Betreiberkonzerne führen und die Situation um die Endlagerung atomarer Rückstände weiter verschärfen.
Schlagworte: · Atomausstieg, Atomkraftwerk, Atommeiler, Atomstrom, Bundestagswahlkampf 2009, Bündnis 90/Die Grünen, CDU, CSU, Endlagerung, Erneuerbare Energien, FDP, Kernkraftwerk, Tschernobyl
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David Lorenz
Der größte Energiekonzern Deutschlands will weiter expandieren.
Gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Focus“ erläuterte E.ON-Energie-Chef Klaus Dieter Maubach die Expansions-Bestrebungen des Betreibers. Veraltete Anlagen sollen durch neue Gas-, Kohle-, und Windkraftwerke ersetzt werden. Auch Beteiligungen an ausländischen Atomkraftwerken zieht das Unternehmen laut Maubach in Betracht.
Nach internen Berechnungen durch E.ON brauche Deutschland für die Zukunft jedoch keine zusätzlichen Kernkraftwerke, um den Strom-Bedarf von Elektroautos zu decken. “Selbst in den Szenarien, die sehr optimistisch sind und die höchste zu erwartende Zahl von Elektroautos für 2020 oder 2030 voraussagen, brauchen wir kein neues Kraftwerk“, so Maubach gegenüber dem Focus.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Betreiber, E.ON, Erneuerbare Energien, Kernkraftwerk
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David Lorenz
Die RWE AG ist hinter E.ON der zweitgrößte Energiekonzern in Deutschland. Das Unternehmen betreibt die Atomkraftwerke in Biblis, Emsland, Gundremmingen, Lingen, Mülheim-Kärlich und Belene (Bulgarien). Daneben verfügt RWE über verschiedene Braunkohle-, Steinkohle-, Gas- und Wasserkraftwerke sowie eine Müllverbrennungsanlage und eine eigene Gas-Leitung durch Tschechien.
Außerdem ist RWE im Besitz verschiedener Stromnetze, Umspannanlagen und einer eigenen Eisenbahnstrecke.
Seinen Sitz hat das traditionsreiche Unternehmen (Gründungsjahr 1898) in Essen. Der Firmenname lautete bis 1990 „Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG“.
Seit Dezember 2005 sind alle Energieversorgungsunternehmen in Deutschland dazu verpflichtet, die Herkunft ihres Stroms auszuweisen. Für RWE waren das im Jahr 2007 folgende Werte:
- Erneuerbare Energieträger: 18 Prozent
- Kernenergie: 16 Prozent
- Fossile Energieträger: 66 Prozent
RWE beschäftigte 2008 weltweit 60.000 Mitarbeiter, der Umsatz betrug im selben Jahr 48,96 Milliarden Euro. Das Unternehmen unterhält verschiedenen Tochterfirmen in Europa, hauptsächlich in England, Polen und Tschechien.
2007 hatte RWE ein Missbrauchsverfahren von der EU-Kommission am Hals, die dem Energieriesen vorwarf, Konkurrenten gezielt den Zugang zum Erdgasmarkt über das firmeneigene Transportnetz zu erschweren. Nach einer Bußgeld-Androhung über einen dreistelligen Millionen-Betrag willigte RWE ein, sein Gas-Übertragungsnetz in Deutschland an einen neutralen Dritten zu verkaufen. Das Verfahren wurde daraufhin erst im März 2009 eingestellt, mit der Bedingung, den geplanten Verkauf auch umzusetzen.
Schlagworte: · Atomstrom, Betreiber, Biblis, E.ON, Energiekonzern, Erneuerbare Energien, RWE, Stromnetz
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David Lorenz
Laut einem Beschluss der rot-grünen Regierung aus dem Jahre 2001 sollen bis spätestens 2021 alle aktiven Kernkraft-Reaktoren vom Netz genommen werden.
Das geht der SPD jetzt nicht mehr weit genug.
Nach einem Bericht des Handelsblattes vom 21. März verdeutlichen Partei und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel ihre neuen Positionen in einem Entwurf, der die Richtlinien der SPD in Energie- und Umweltfragen beim diesjährigen Bundestagswahlkampf definieren soll.
Wichtigster Punkt dabei lautet wie folgt: „Wir wollen, dass bis 2013 alle Altreaktoren vom Netz gehen, die konzeptionell nicht mehr dem Stand der realisierten Technik entsprechen und gegen Terrorangriffe schlechter geschützt sind als die neueren Anlagen.“ Bisher gab es keine Unterscheidung zwischen älteren und neueren Kernkraftwerken. Lediglich die ausstehende, zu produzierende Strommenge war festgelegt.
Neben den verkürzten Laufzeiten enthält das Papier weitere, zum größten Teil direkt gegen die Pläne der CDU/CSU-Fraktion gerichtete Punkte bei Energie- und Umweltfragen.
Diese lassen sich im Folgenden grob zusammenfassen:
- Einnahmen aus dem Emissionshandel sollen in den Klima- und Umweltschutz fließen und nicht, wie von Teilen der Union geplant, Wirtschaftszweige unterstützen, die unter hohen Strompreisen leiden.
- Unternehmen im produzierenden Gewerbe sollen nur dann von der Energiesteuer befreit werden, wenn sie in Zukunft Energiemanagementsysteme nutzen.
- Das Stromübertragungsnetz in Händen von E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW soll zu 25,1 Prozent verstaatlicht werden, um Kartellvergehen zu unterbinden.
- Eigentümer bestehender Gebäude sollen zukünftig in die Pflicht genommen werden, bei Sanierungsmaßnahmen erneuerbare Energien zu berücksichtigen.
Mit diesem Papier entfernen sich Gabriel und die SPD-Fraktion ganz bewusst vom aktuellen Koalitionspartner, der solche oder ähnliche Gesetzesentwürfe in der laufenden Legislaturperiode stets ablehnte.
Von der Parteispitze hat der Entwurf Bereits Zustimmung geerntet. Es scheint, als ob SPD und Union beim diesjährigen Wahlkampf in Umwelt- und Energiefragen ganz konträre Standpunkte vertreten werden.
Auf der einen Seite eine Rückkehr zur Nutzung von Kernenergien, auf der anderen Seite Gabriels „ökologische Industriepolitik für grüne Technologien, die Jobs und Wachstum bescheren sollen.“
Schlagworte: · CDU, CSU, Energie- und Umweltpolitik, Erneuerbare Energien, Sigmar Gabriel, SPD, Strompreis
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David Lorenz
Ist unsere Zukunft durch die Nutzung von Atomstrom bestimmt? Oder haben erneuerbare Energiequellen eine ernsthafte Chance, in absehbarer Zeit unseren Strombedarf zu decken?
Gerhard Knies hat eine ganz genaue Vorstellung darüber, wie dabei die Zukunft der Solarenergie aussehen könnte.
Das Online-Medium „sueddeutsche.de“ berichtet in seiner heutigen Ausgabe von den Plänen des pensionierten Physikers, der im großen Stil die Sahara mit so genannten solarthermischen Kraftwerken bestücken will. Der Aufsichtsratchef der neu gegründeten Stiftung „Desertec“ sieht in der Ödnis aus Sand und Steinen unglaubliche Potenziale: “Die Wüsten empfangen in sechs Stunden so viel Energie von der Sonne wie die Menschheit in einem Jahr verbraucht“, so Knies auf einer Pressekonferenz am Dienstagabend in Berlin.
Markus Eck vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt pflichtet Knies bei. „In der Wüste kann man im Jahr mehr als 2000 Kilowattstunden pro Quadratmeter gewinnen. Das ist, als würden pro Quadratmeter 200 Liter Öl im Jahr vom Himmel regnen.”
Die Inbetriebnahme der Solarkraftwerke hätte dabei gleich mehrere Vorteile. Zum einen könnten sie in ähnlichen Dimensionen wie Atomkraftwerke Strom produzieren, womit Europa, der Nahe Osten und Teilen Afrikas versorgt werden könnten. Daneben würde die Wirtschaft in Nordafrika stark angekurbelt werden. Somit würde laut Max Schön, Präsident der deutschen Gesellschaft des Club of Rome, der Drang der Bewohner zur Migration nach Europa deutlich verringert.
Ganz zu schweigen von den enormen Vorteilen für Klima, Umwelt und Sicherheit.
Schlagworte: · Atomstrom, Erneuerbare Energien, Solarenergie
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David Lorenz
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im Bereich der Erneuerbaren Energien gab es 2008 laut dem Bundesumweltministerium einen Job-Zuwachs von 30.000 auf 280.000 Stellen.
Auch Investitionen und Erlöse aus verschiedenen Anlagen alternativer Energieerzeugung nahmen im vergangenen Jahr um 4,5 Milliarden auf 30 Milliarden Euro zu.
Laut einer Aussage des Ministeriums steuern erneuerbare Energien dem gesamten Energieverbrauch in der Bundesrepublik bereits einen Anteil von ca. 10 Prozent bei. Tendenz: klar steigend. Durch ihren Einsatz verringern die alternativen Energien laut der Arbeitsgruppe Erneuerbare-Energien-Statistik (AGEE-Stat) geschätzte 115 Millionen Tonnen am CO2-Austoß pro Jahr.
Bei allen Vorteilen für Wirtschaft und Klima werden derweil immer häufiger Stimmen laut, Windräder und Solarenergie-Anlagen würden die Landschaftsbilder der Republik verschandeln.
Diskutieren Sie hier über Pro und Kontra einer Zukunft Deutschlands, die durch den Gebrauch erneuerbarer Energien bestimmt ist.
Schlagworte: · Erneuerbare Energien, Solarenergie, Windräder
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David Lorenz
Der Atomausstieg Deutschlands schien bereits entschieden. Unter der rot-grünen Regierung wurde 2001 beschlossen, die 17 aktiven Reaktoren in der Bundesrepublik bis zum Jahr 2021 komplett vom Netz zu nehmen.
Doch nun formiert sich laut dem FOCUS (Ausgabe 7/2009) ein Bündnis, das um eine Verlängerung der Laufzeiten kämpft. Noch unter Ex-Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sollten mit den großen Stromanbietern der Republik Deals über längere Laufzeiten der Meiler ausgehandelt werden. Die CDU/CSU geht dabei von einem Sieg bei der diesjährigern Bundestagswahl und einer Koalition mit der FDP aus, die dem Atomstrom alles andere als abgeneigt gegenübersteht.
„Gleich am ersten Tag nach Koalitionsschluss muss Schwarz-Gelb ein neues Programm vorstellen“, so Energie-Expertin Gudrun Kopp von der FDP. Allerdings gehe es dabei laut Partei-Kollegen Rainer Brüderle nicht um den Neubau von Atommeilern, sondern lediglich um die Verlängerung der Laufzeiten bereits existierender Kraftwerke.
Die daraus resultierenden Gewinne sollen laut der schwarz-gelben Pläne zur einen Hälfte den Anbietern, zur anderen Hälfte einem geringeren Strompreis sowie der Erforschung alternativer Energiequellen zugute kommen.
Für eine Verlängerung der Laufzeiten sprechen daneben mehrere Gründe. Strom aus Atomkraftwerken ist deutlich billiger als der aus Windkraft und Solarenergie. So errechnete eine Studie einen volkswirtschaftlichen Vorteil von 250 Milliarden Euro, wenn die Kraftwerke 60 anstatt der von Rot-Grün geplanten 32 Jahre im Einsatz sind. Daneben würden Abhängigkeiten von Russlands Energieimporten verringert, in Zeiten des russisch-ukrainischen Gasstreits eine wichtige politische Hilfe. Hinzu kommt der Vorteil, dass bei der Gewinnung von Atomstrom im Vergleich zur Erzeugung von Strom aus Kohlekraftwerken außerordentlich wenig CO2 freigesetzt wird.
Entsorgung und Endlagerung des radioaktiven Atommülls sowie die Sicherheitsfrage rufen hingegen Kritiker an der Kernenergie auf den Plan. Fehlender Wettbewerb am Strommarkt, der durch die Nutzung von Atomenergie nicht gegeben ist, wäre ebenfalls ein Nachteil. Die Bundesrepublik ist Weltmarkt-Führer in der Solarenergie, ein Atomausstieg würde diesen Sektor der Wirtschaft weiter ankurbeln und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.
Deutschland sieht sich mit seiner Energiepolitik in Europa mittlerweile ziemlich isoliert. Alle großen Nachbarn bauen wieder auf Strom aus Atomkraftwerken, Länder wie Finnland erwägen den Atomeinstieg, osteuropäische Staaten planen gar die Reaktivierung bereits ausgemusterter Meiler.
So wie es aussieht, wird in Deutschland der Ausgang der Bundestagswahlen den Ausschlag für die Zukunft der Atompolitik des Landes geben. Kommt es zu einer schwarz-gelben Mehrheit, steht längeren Laufzeiten von Atomkraftwerken wohl nichts mehr im Wege.
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Schlagworte: · Atomkraftwerk, Atommeiler, Atommüll, Atomstrom, Bündnis 90/Die Grünen, CDU, CSU, Endlagerung, Erneuerbare Energien, FDP, Kernenergie, Kernkraftwerk, Solarenergie, SPD, Windkraft