Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

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Mehrheit der Deutschen kontra Atomenergie

April 24th, 2009 · 4 Kommentare

Von: David Lorenz

In der Bundesrepublik Deutschland herrscht nach wie vor große Skepsis gegenüber Atomkraftwerken und Kernenergie. Eine aktuelle Forsa-Umfrage hat ergeben, dass 66 Prozent der Bürger dieses Landes den beschlossenen Atomausstieg begrüßen.

Knapp 60 Prozent der Bevölkerung sehen in der Atomenergie sogar eine ernsthafte Gefahr, während auf der anderen Seite lediglich acht Prozent der repräsentativ Befragten von keinem negativen Effekt der Technologie ausgehen.

„Die Zahlen belegen, dass eine breite Bevölkerungsmehrheit den beschlossenen Atomausstieg unterstützt. Sie zeigen auch, dass es der Atomlobby selbst mit einer millionenschweren Dauerwerbekampagne nicht gelingt, die Wahrnehmung der Atomkraftrisiken zu übertünchen. Das Gerede von einer Rückkehr der Atomenergie entpuppt sich als bloße Propaganda“, äußerte sich Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) zu den Ergebnissen der Umfrage.

Aus Selbiger geht auch hervor, dass Anhänger von CDU/CSU sowie der FDP die Gefahren im Vergleich zu Wählern der Grünen und der Linkspartei als deutlich geringer einschätzen. Ebenso driften die Meinungen beim geplanten Zeitpunkt des Atomausstieges auseinander. CDU/CSU-, sowie FDP-Anhänger würden längere Laufzeiten befürworten, während sich die Wähler der Grünen und der Linksparte für ein früheres Abschalten deutscher Kernkraftwerke aussprechen.

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Atomkraftwerk in Biblis mit erneutem Defekt

April 11th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Das Kernkraftwerk in Biblis sorgt weiterhin in regelmäßigen Abständen für Schlagzeilen.

Vergangenen Dienstag kam es nach Berichten des hessischen Umweltministeriums zu einem Defekt an einer Absperrarmatur. Laut dem Betreiber des Atomkraftwerkes, RWE, hätte jedoch zu keiner Zeit Gefahr für Personal, Anlage oder Umgebung bestanden.

Allein seit Anfang März wurden in dem Kernkraftwerk fünf meldepflichtige Vorfälle bestätigt. Derzeitig sind beide Reaktoren in Biblis, Block A und Block B, wegen einem internen Prüfungsvorgang außer Betrieb.

Anhand derartiger Zwischenfälle fordern die Grünen im Land Hessen immer wieder die Stilllegung des ältesten deutschen Atomkraftwerkes. 

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Zukunft Kernenergie

März 6th, 2009 · Keine Kommentare

Von: Fabian Frick

In Deutschland sind nach der Abschaltung des ältesten aktiven Kernkraftwerks Biblis A noch 16 Kernkraftwerke in Betrieb.

2007 betrug der Anteil der Atomkraftwerke an der allgemeinen Stromerzeugung rund 22 Prozent.

Was bringt die Zukunft? Nach dem sogenannten Atomkonsens dürfen keine neuen Kernkraftwerke gebaut werden. Im Juni 2000 hat die damalige rot-grüne Regierung mit der deutschen Atomwirtschaft den Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie vereinbart. Demnach sollen bis etwa 2021 alle Kernkraftwerke abgeschaltet sein. Diesem Ultimatum  gingen jahrzehntelange Proteste von Atomkraft-Gegnern voraus.

Nicht nur in der Union werden nun wieder  Stimmen laut, den Ausstieg aus der Kernenergie zu verhindern.

Kernkraftbefürworter argumentieren mit schwindenden Erdöl-Reserven und dem Ausstoß von Treibhausgasen bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Die Gegner nennen immer wieder die Möglickeit eines nuklearen Unglücks oder die ungeklärte Lage der Endlagerung als Argument für den Atomausstieg.

Der Bund hat sich gesetzlich dazu verpflichtet, bis 2030 ein Lösung für die Endlagerung zu finden.

(Quelle: Bild)

Wie stehen Sie zur Nutzung und Erzeugung von Kernenergie?

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Atomstrom - Vergangenheit oder Zukunft?

Februar 25th, 2009 · 5 Kommentare

Von: David Lorenz

Der Atomausstieg Deutschlands schien bereits entschieden. Unter der rot-grünen Regierung wurde 2001 beschlossen, die 17 aktiven Reaktoren in der Bundesrepublik bis zum Jahr 2021 komplett vom Netz zu nehmen.

Doch nun formiert sich laut dem FOCUS (Ausgabe 7/2009) ein Bündnis, das um eine Verlängerung der Laufzeiten kämpft. Noch unter Ex-Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sollten mit den großen Stromanbietern der Republik Deals über längere Laufzeiten der Meiler ausgehandelt werden. Die CDU/CSU geht dabei von einem Sieg bei der diesjährigern Bundestagswahl und einer Koalition mit der FDP aus, die dem Atomstrom alles andere als abgeneigt gegenübersteht.

„Gleich am ersten Tag nach Koalitionsschluss muss Schwarz-Gelb ein neues Programm vorstellen“, so Energie-Expertin Gudrun Kopp von der FDP. Allerdings gehe es dabei laut Partei-Kollegen Rainer Brüderle nicht um den Neubau von Atommeilern, sondern lediglich um die Verlängerung der Laufzeiten bereits existierender Kraftwerke.

Die daraus resultierenden Gewinne sollen laut der schwarz-gelben Pläne zur einen Hälfte den Anbietern, zur anderen Hälfte einem geringeren Strompreis sowie der Erforschung alternativer Energiequellen zugute kommen.

Für eine Verlängerung der Laufzeiten sprechen daneben mehrere Gründe. Strom aus Atomkraftwerken ist deutlich billiger als der aus Windkraft und Solarenergie. So errechnete eine Studie einen volkswirtschaftlichen Vorteil von 250 Milliarden Euro, wenn die Kraftwerke 60 anstatt der von Rot-Grün geplanten 32 Jahre im Einsatz sind. Daneben würden Abhängigkeiten von Russlands Energieimporten verringert, in Zeiten des russisch-ukrainischen Gasstreits eine wichtige politische Hilfe. Hinzu kommt der Vorteil, dass bei der Gewinnung von Atomstrom im Vergleich zur Erzeugung von Strom aus Kohlekraftwerken außerordentlich wenig CO2 freigesetzt wird.

Entsorgung und Endlagerung des radioaktiven Atommülls sowie die Sicherheitsfrage rufen hingegen Kritiker an der Kernenergie auf den Plan. Fehlender Wettbewerb am Strommarkt, der durch die Nutzung von Atomenergie nicht gegeben ist, wäre ebenfalls ein Nachteil. Die Bundesrepublik ist Weltmarkt-Führer in der Solarenergie, ein Atomausstieg würde diesen Sektor der Wirtschaft weiter ankurbeln und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.

Deutschland sieht sich mit seiner Energiepolitik in Europa mittlerweile ziemlich isoliert. Alle großen Nachbarn bauen wieder auf Strom aus Atomkraftwerken, Länder wie Finnland erwägen den Atomeinstieg, osteuropäische Staaten planen gar die Reaktivierung bereits ausgemusterter Meiler.

So wie es aussieht, wird in Deutschland der Ausgang der Bundestagswahlen den Ausschlag für die Zukunft der Atompolitik des Landes geben. Kommt es zu einer schwarz-gelben Mehrheit, steht längeren Laufzeiten von Atomkraftwerken wohl nichts mehr im Wege.

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