Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

Routine-Revision in Grohnde

Mai 8th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Aufgrund jährlicher Wartungsarbeiten geht das Atomkraftwerk Grohnde bei Hameln kommenden Samstag für rund zwei Wochen vom Netz.

Laut dem niedersächsischen Umweltministerium sollen während dieser Zeit 48 der 193 Brennelemente ausgetauscht, sowie der Reaktor auf sicherheitsrelevante Punkte hin überprüft werden. Zudem müssen Armaturen und Behälter kontrolliert, das nukleare Dampferzeugungssystem per Röntgen- und Ultraschallprüfung durchleuchtet, und Instandhaltungsmaßnahmen routinemäßig vorgenommen werden. 

Das Kernkraftwerk an der Weser, in Besitz von E.ON, hat eine voraussichtliche Laufzeit bis ins Jahr 2017 und ist bereits seit 1984 in Betrieb.

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Führungswechsel: E.ON-Chef kündigt Rücktritt an

Mai 7th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Auf der Hauptversammlung des Energie-Riesen E.ON in Essen gab Konzernchef Wulf Bernotat am gestrigen Mittwoch überraschend bekannt, seinen im Mai 2010 auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Als Grund gab der Manager die Suche nach neuen beruflichen Herausforderungen an.

Seit 2003 hält der 60-Jährige nun schon die Leitung des größten deutschen Energielieferanten inne. Sein persönliches Fazit für diese Zeit viel durchaus positiv aus. E.ON habe sich hervorragend auf dem europäischen Markt positioniert und die Aussichten für die Zukunft seien viel versprechend.

Dabei solle der Konzern laut Bernotat nicht durch Zukäufe, sondern aus eigener Kraft weiter wachsen. In der Vergangenheit hatte das Unternehmen hauptsächlich durch Investitionen in Spanien, Frankreich, Italien Russland an Marktmacht gewonnen.

Vor allem die Modernisierung bestehender Kraftwerke und Stromnetze soll nach Plänen des scheidenden Konzern-Chefs zukünftig Gegenstand finanzieller Aufwendungen sein. Daneben sieht E.ON vor, moderne Kohle- und Gaskraftwerke in Deutschland und Großbritannien zu errichten.

Als Nachfolger für Bernotat wird derweils Johannes Teyssen, stellvertretender Vorstandschef, gehandelt. Der Aufsichtsrat des Unternehmens lies jedoch umgehend verlauten, man werde sich bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger Zeit lassen.

Bernotat selbst übte währenddessen auf der Hauptversammlung harsche Kritik an der europäischen Energiepolitik. „Je nach kurzfristiger Stimmungslage stehen mal die Energiepreise, mal der Klimaschutz und mal eine sichere Versorgung im Mittelpunkt. Wir können aber die Schwerpunkte unserer Unternehmensstrategie nicht immer wieder den Schwankungen der energiepolitischen Debatte anpassen.”

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Absage an Vattenfall: Brunsbüttel ohne zusätzliche Kapazitäten

Mai 6th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Das Bundesumweltministerium unter Minister Sigmar Gabriel (SPD) hat einen Antrag des Betreibers Vatenfall abgelehnt, dem Atomkraftwerk Brunsbüttel eine verlängerte Laufzeit zuzugestehen.

Als Begründung nannte Gabriel das hohe Alter des Reaktors und fehlende Sicherheitsreserven. Vattenfall hatte angestrebt, Reststrommengen vom Kernkraftwerk Krümmel auf Brunsbüttel zu übertragen. Beide Meiler sind derzeitig aufgrund andauernder Wartungsarbeiten außer Betrieb.

Laut dem so genannten Atomkonsens, 2000 unter Rot-Grün beschlossen und seit 2002 in Kraft, dürfen Reststrommengen nur unter Zustimmung des Bundesumweltministeriums auf ältere Atomkraftwerke übertragen werden. Bereits vor gut einem Monat hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig einen Antrag Vattenfalls abgelehnt, Kapazitäten vom Kernreaktor in Mülheim-Kärlich auf Brunsbüttel zu übertragen. Ähnlichen Anfragen von RWE und EnBW wurde zuvor ebenfalls nicht stattgegeben, die Entscheidung war also abzusehen.

Das Geschacher um längere Laufzeiten hat neben der wirtschaftlichen Komponente auch einen politischen Hintergrund. Die Betreiber-Konzerne der Bundesrepublik spekulieren auf einen Regierungswechsel bei der Bundestagswahl 2009. Falls es zu einer Mehrheit von CDU/CSU und FDP kommen sollte, könnte der Atomindustrie hierzulande eine Renaissance widerfahren. Politiker von Schwarz-Gelb betonten in der Vergangenheit immer wieder, die ehrgeizigen Klimaschutz-Ziele Deutschlands seien ohne einen erheblichen Anteil an Atomstrom nicht zu verwirklichen.

Vattenfall ließ derweil verlauten, im Falle des verweigerten Kapazitäten-Transfers vors Oberverwaltungsgericht von Schleswig-Holstein zu ziehen. „Wir werden den Bescheid des Umweltministeriums juristisch prüfen lassen“, so eine Sprecherin des Unternehmens. 

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Betreiber von Atomkraftwerken in Deutschland: E.ON

Mai 2nd, 2009 · 3 Kommentare

Von: David Lorenz

Im zweiten Teil der Betreiber-Serie auf atomstrom-info soll nach RWE heute E.ON vorgestellt werden, der größte Energie-Lieferant Deutschlands.

E.ON wurde im Juni 2000 durch eine Fusion der Konzerne VEBA und VIAG gegründet. Der Firmensitz befindet sich in Düsseldorf und das Unternehmen ist an der Börse notiert. Zu den Kernkompetenzen der Aktiengesellschaft gehört der Handel mit Gas und Elektrizität an Endverbraucher sowie Industrie und Handel. Teils stammt der Strom aus eigenen Atomkraftwerken, teils wird er in großen Mengen aus dem Ausland hinzugekauft.

Die Distributionswege von E.ON funktionieren bevorzugt über Zwischenhändler auf regionaler Ebene, zu den wichtigsten Märkten des Unternehmens gehören Deutschland, die Schweiz, Frankreich, Österreich, die Niederlande, Tschechien, Rumänien und die Slowakei.

Der Energie-Riese beschäftigt aktuell rund 93.500 Mitarbeiter und konnte 2008 einen Umsatz von 87,65 Milliarden Euro erwirtschaften.

Seit Dezember 2005 sind alle Energieversorgungs-unternehmen in Deutschland dazu verpflichtet, die Herkunft ihres Stroms auszuweisen. Für E.ON waren das im Jahr 2007 folgende Werte:

  • Erneuerbare Energieträger: 14 Prozent
  • Kernenergie: 38,5 Prozent
  • Fossile Energieträger: 47,5 Prozent

Das Unternehmen betreibt mittels der Tochtergesellschaft E.ON Kernkraft GmbH folgende aktive Atomkraftwerke in Deutschland:

  • Brokdorf
  • Grafenrheinfeld
  • Grohnde
  • Isar 1 und 2
  • Unterweser
  • Grundremmingen B und C
  • Brunsbüttel
  • Krümmel
  • Emsland

Daneben verfügt E.ON über mehrere Gas-, Öl-, Steinkohle- und Braunkohlekraftwerke sowie drei Biomasse- und ein Hybridkraftwerk. Außerdem ist das Unternehmen in Besitz eines eigenen Stromnetzes.

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Erfolg für deutsche Energiekonzerne

April 29th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

E.ON und RWE drängen mit aller Macht auf den britischen Energiemarkt.

In Form eines frisch gegründeten Gemeinschafts-unternehmens ersteigerten die Stromkonzerne in Großbritannien zwei äußerst begehrte Grundstücke, auf denen bis 2018 jeweils ein neues Atomkraftwerk  entstehen soll.

Die britische Regierung hatte 2008 den Bau dreier Kernreaktoren ausgeschrieben, von denen nun zwei von E.ON und RWE betrieben werden sollen. Dabei streben die deutschen Energie-Riesen eine Gesamt-Kapazität von 6.000 Megawatt an. Der französische Konzern EDF bekam den Zuschlag für Meiler Nummer drei.

Bei den Standorten für die geplanten Atomkraftwerke handelt es sich laut der zuständigen Behörde, National Decommissioning Authority (NDA), um die besten Großbritanniens. 

Für RWE/E.ON ist die Inbetriebnahme ausländischer Kernkraftwerke deswegen so interessant, da ihnen in Deutschland bis 2020 bei aktueller politischer Lage der Atomausstieg droht. Kommt es jedoch zu veränderten Mehrheitsverhältnissen im Bundestag nach der Wahl 2009, könnten sich die Voraussetzungen komplett verändern.

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Rückschlag für RWE

April 27th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Die Pläne des Energiekonzerns RWE, im bulgarischen Belene ein Atomkraftwerk zu betreiben, haben einen empfindlichen Dämpfer erlitten.

Vergangenen Sonntag ereignete sich in der Gegend ein Erdbeben der Stärke 5,3 auf der Richterskala. Zu Schaden kam laut Berichten niemand, doch wirft der Vorfall Fragen nach der Sicherheitslage des Standortes auf.

RWE hatte immer wieder betont, beim Bau des Kernkraftwerkes würden höchste Standards eingehalten und die Anlage sei absolut erdbebensicher.

Belene war bereits zuvor in die Schlagzeilen geraten, da die finanzielle Grundlage des Projektes anscheinend auf äußerst wackligen Beinen steht. Die bulgarische Regierung muss sich laut Vertrag mit 51 Prozent am Bau des 3,8 Milliarden Euro teuren Atomkraftwerkes beteiligen. Die übrigen 49 Prozent werden von RWE übernommen.

Aufgrund finanzieller Engpässe versucht Bulgarien nun, das Geld mit Hilfe des russischen Energiekonzerns “Atomstrojexport” zu beschaffen. Der osteuropäische Betreiber, eng mit Siemens verbandelt, soll im Gegenzug Generalunternehmer des Meilers in Bulgarien werden.

Nicht nur bei Umweltschützern, auch innerhalb des RWE-Konzerns ist die geplante Beteiligung aufgrund der Lage in einem Erdbebengebiet höchst umstritten. Doch Belene gilt als wichtiges Prestigeobjekt von RWE-Chef Jürgen Großmann, der die Inbetriebnahme gegen alle internen Kritiker durchboxen will.

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Entwicklungsländer drängen ins Atomzeitalter

April 23rd, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Die weltweite Atomenergie-Nachfrage steigt weiter.

Über 60 Staaten, zum größten Teil Entwicklungsländer, meldeten bei der Internationalen Atomenergieagentur (IAEO) Interesse an eigenen Kernkraftwerken an.

Mohamed El Baradei, Chef der weltweit agierenden Behörde, warnte in Peking auf der internationalen Konferenz für Atomkraft jedoch ungewöhnlich offen vor Risiken der Technologie. „Die Sicherheitslage in Kernkraftwerken hat sich in den vergangenen zehn Jahren zwar dramatisch verbessert, doch gibt es weiterhin Schwachstellen“, so Baradei. „In einigen Ländern sehen wir eine besorgniserregende Kombination aus alten Reaktoren, Betreibern, die schlecht geführt werden, und unterfinanzierten und schwachen Aufsichtsbehörden. Diese Probleme müssen angegangen werden.

Ursache für den plötzlichen Kernenergie-Boom sind weltweit schwindende Öl- und Gasvorräte, ein steigender Energiebedarf sowie der Klimawandel.

Greenpeace hält währenddessen dagegen, dass bei einer weltweiten Vervierfachung der Atomkapazitäten die ausgestoßenen Treibhausgase lediglich um sechs Prozent abnehmen würden. Aslihan Tumer, ein Sprecher der Umweltschutz-Organisation, bezeichnete während der Konferenz das zunehmende Interesse an Kernenergie einen „letzten Überlebensversuch der Atomindustrie, aus der Klimakrise Profit zu schlagen.“

2008 sind weltweit zwar keine neuen Atomkraftwerke ans Netz gegangen, doch momentan befinden sich mindestens zehn neue Meiler in Bau. Insgesamt existieren 436 Atomreaktoren in 30 Ländern dieser Erde.

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Biblis kommt nicht zur Ruhe

April 22nd, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Die Zwischenfälle im Atomkraftwerk Biblis häufen sich. Bereits das dritte Mal im laufenden Jahr sorgt das hessische Kernkraftwerk durch eine Panne für Schlagzeilen. Die Zahl der meldepflichtigen Vorfälle soll sich seit dem 1. Januar auf sieben belaufen.

Im Reaktorblock B trat ein Leck in der Armatur eines Kühlmittelreinigungssystems auf, woraufhin ca. 50 Liter eines Harz-Wassergemisches den angebundenen Raum kontaminierten.

RWE, Betreiberkonzern des Atommeilers, unterrichtete das zuständige Umweltministerium von dem Zwischenfall, und versicherte, für Personal, Umgebung oder Anlage habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden, da die ausgetretene Flüssigkeit umgehend abgesaugt wurde.

Das Kernkraftwerk ist derzeitig nicht in Betrieb, da die Reaktoren in Block A und B einem internen Prüfungsvorgang unterzogen werden.

Seit 1975 mit Unterbrechungen am Netz, ist Biblis das älteste deutsche Atomkraftwerk. 

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Gabriel erwägt Schließung von Asse

April 20th, 2009 · 1 Kommentar

Von: David Lorenz

In einem Interview mit dem „SPIEGEL“ (Ausgabe 17, 20.4.09) äußert sich Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) zu den Problemen im Endlager Asse, wo neue Funde von arsenhaltigen Pflanzenschutzmitteln und Tierkadavern nicht abreißen wollen.

„Es ist schlimm, was da an immer neuen Sachen hochkommt“, so Gabriel gegenüber der Wochenzeitung. „Diejenigen, die damals Verantwortung trugen - sei es als Betreiber des Endlagers oder in der Atomindustrie -, haben katastrophale Fehler begangen. Jetzt wird endlich alles offengelegt, und es werden erstmals unter Beteiligung der Bevölkerung alle Schließungsoptionen geprüft.“

„Wenn es technisch möglich ist und die Sache langfristig sicherer macht, bin ich dafür, allen Atommüll aus Asse rauszuholen.“

Auf die Frage, was er bei einer erneuten Amtszeit als Bundesumweltminister primär umsetzen wolle, antwortete Gabriel, dass sich die ungelöste Endlagersuche für hochradioaktiven Atommüll ganz oben auf seiner Liste befinden würde..

Von möglichen Konjunkturpaketen für die Zukunft erwartet der SPD-Politiker, dass „größere Anteile in die Energieeffizienz und in die Unabhängigkeit vom Öl und von der Atomenergie” gesteckt werden.

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Russland setzt massiv auf Atomstrom

April 15th, 2009 · 1 Kommentar

Von: David Lorenz

Wladimir Putin, russischer Regierungschef, erläuterte am heutigen Mittwoch die zukünftigen Energie-Pläne seines Landes.

Die Nutzung und Erzeugung von Atomstrom nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein.

Bis ins Jahr 2030 sollen in Russland 26 Reaktoren gebaut werden. Laut der Pläne werden die Meiler von einer Gemeinschaftsfirma in Betrieb genommen, bestehend aus dem staatlichen Konzern Rosatom und dem deutschen Industriegiganten Siemens. Rosatom kann dabei nach Putin mit einer Staatshilfe von 1,13 Milliarden Euro rechnen.

Siemens und Rosatom verfolgen äußert ehrgeizige Ziele. Zukünftig wollen beide Konzerne rund ein Drittel des gesamten Weltmarktes für Atomkraftwerke erobern. Als erstes Projekt steht ein Meiler in der Umgebung von Kaliningrad, früher Königsberg, zur Diskussion.

Derzeitig wird der gesamte Strombedarf Russlands zu 16 Prozent durch Energie aus Kernkraftwerken gedeckt. Dieser Anteil soll bis auf 33 Prozent ausgebaut werden. In vielen Ländern Europas beträgt die Atomstrom-Quote bereits 25 Prozent (in Deutschland ca. 22 Prozent im Jahr 2007).

Putin lies derweil durchklingen, dass die russische Regierung in den kommenden Monaten Projekte zur Förderung der Atomenergiewirtschaft sowie nukleare Rüstungspläne ausführlich besprechen werde.

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