Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

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Atomkraftwerk Krümmel für weltweit höchste Leukämie-Rate verantwortlich?

April 21st, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Zufall oder nicht? Während der letzten 20 Jahre wurden in der Elbmarsch südöstlich von Hamburg 18 Kinder und Jugendliche von Leukämie befallen - weltweit die höchste bekannte Rate von Blutkrebs-Erkrankungen. Umweltschützer gehen davon aus, den Grund für die vielen Befunde zu kennen: Das Atomkraftwerk Krümmel. Alle Leukämie-Fälle ereigneten sich in einem Radius von fünf Kilometern um das Kernkraftwerk.

Doch gibt es keine handfesten Beweise für einen Zusammenhang, lediglich Indizien. Die Erkrankung eines neunjährigen Mädchens rückt den Fall jetzt wieder ins öffentliche Bewusstsein.

Krümmel, Ende der 70er Jahre erbaut, ist momentan vorübergehend stillgelegt, nachdem es 2007 zu einem Transformatorbrand kam. Seit der Inbetriebnahme gab es immer wieder Zweifel an der Sicherheitslage des Atommeilers. Einmal wurde der Reaktorstahl aufgrund eines zu hohen Kupferanteils als spröde befunden, ein anderes Mal kam es zu hohen Druck- und Temperaturschwankungen im Reaktordruckbehälter. Laut dem „SPIEGEL“ stellte der TÜV zudem Verunreinigungen an vielen Blechen und Schweißnähten fest, die auf systematische Fehler hinweisen.

Daneben gibt es Gerüchte über einen Unfall im angeschlossenen Forschungszentrum, der sich 1986 zugetragen haben soll. Augenzeugen berichteten damals von blauen Stichflammen, die aus dem Gebäude loderten. Einsatzprotokolle der Feuerwehr zu dem Vorfall sind anscheinend verschwunden.

Ein Indiz für den möglichen  Zusammenhang der Leukämie-Erkrankungen und dem Atomkraftwerk könnte ein vermehrtes Auftreten des Blutkrebses fünf Jahre nach dem Vorfall von 1986 sein. Vier bis sechs Jahre beträgt bei Leukämie die Zeitspanne zwischen Erkrankung und Auftreten erster Symptome. 1990 traf es innerhalb von nur einem Jahr gleich fünf Kinder, die von der lebensbedrohlichen Krankheit befallen wurden.

Die Wissenschaft ist sich indessen uneins, ob die Fälle etwas mit dem nahe liegenden Kernkraftwerk zu tun haben. Ergebnisse von Professor Mironow von der Universität Minsk, der in Bodenproben auf nicht natürliche Spaltprodukte gestoßen sein will, werden von anderen Forschern angezweifelt. Verschiedene Expertenkommissionen der Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein überwarfen sich in sachlichen und politischen Fragen und konnten kein einheitliches Ergebnis präsentieren.

Erst ein weiterer Befund brachte wieder Bewegung in die Sache. Mediziner und Umweltschützer fordern nun, die erneute Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes im kommenden Monat zu stoppen, bis der Grund für die häufigen Leukämie-Erkrankungen bekannt ist.

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Weltweiter Atomenergie-Boom setzt sich fort

April 19th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Nachdem sich in den vergangenen Wochen Berichte von geplanten Atomkraftwerken in Russland, Tschechien und Polen häuften, legt nun die Volksrepublik China mir einer eigenen Meldung nach.

Am Sonntag fand der erste Spatenstich für ein neues Kernkraftwerk in der ostchinesischen Provinz Sanmen statt. Auf der Zeremonie lies der stellvertretende chinesische Ministerpräsident Li Keqiang verlauten, das Land würde zukünftig umfangreiche Förderprogramme zum Bau neuer Atomkraftwerke anstoßen. Ziel dabei sei es laut Keqiang, die Energieversorgung in China auf lange Sicht zu gewährleisten.

Das bevölkerungsreichste Land der Erde benötigt trotz der internationalen Finanzkrise Unmengen von Energie, um den gewaltigen Bedarf der wachsenden Wirtschaft zu decken.

Momentan sind in der Volksrepublik 11 Atomkraftwerke am Netz, während sich weitere 11 Meiler im Bau befinden.

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Panne in schwedischem Atomkraftwerk

April 16th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark musste am heutigen Donnerstag ein Reaktor aufgrund eines Lecks im Kühlwassersystem abgeschaltet werden.

Laut dem Betreiber, einer Tochterfirma des Kernenergie-Giganten Vattenfall, habe zu keinem Zeitpunkt ein Sicherheitsrisiko für die Umwelt bestanden, da lediglich wenige Tropfen aus dem Leck entrinnen konnten.

Weil für Anfang Mai eine Erneuerung der Brennstäbe geplant war, wird die Zwangspause nun dazu genutzt, mit der Wartung früher zu beginnen. Der zweite von drei Reaktoren in Forsmark soll schon am 28. April wieder ans Netz gehen.

Das Atomkraftwerk nördlich von Stockholm machte bereits im Juli 2006 mit einer Panne auf sich aufmerksam, als nach einem Kurzschluss die Notstromversorgung des Meilers sowie das Notkühlsystem versagten.

In Schweden wird rund 50 Prozent des nationalen Strombedarfs mit Hilfe von Kernenergie gedeckt - eine der höchsten Atomstrom-Quoten in Europa. Insgesamt verfügt das Land über zehn Kernkraftwerke.

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Russland setzt massiv auf Atomstrom

April 15th, 2009 · 1 Kommentar

Von: David Lorenz

Wladimir Putin, russischer Regierungschef, erläuterte am heutigen Mittwoch die zukünftigen Energie-Pläne seines Landes.

Die Nutzung und Erzeugung von Atomstrom nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein.

Bis ins Jahr 2030 sollen in Russland 26 Reaktoren gebaut werden. Laut der Pläne werden die Meiler von einer Gemeinschaftsfirma in Betrieb genommen, bestehend aus dem staatlichen Konzern Rosatom und dem deutschen Industriegiganten Siemens. Rosatom kann dabei nach Putin mit einer Staatshilfe von 1,13 Milliarden Euro rechnen.

Siemens und Rosatom verfolgen äußert ehrgeizige Ziele. Zukünftig wollen beide Konzerne rund ein Drittel des gesamten Weltmarktes für Atomkraftwerke erobern. Als erstes Projekt steht ein Meiler in der Umgebung von Kaliningrad, früher Königsberg, zur Diskussion.

Derzeitig wird der gesamte Strombedarf Russlands zu 16 Prozent durch Energie aus Kernkraftwerken gedeckt. Dieser Anteil soll bis auf 33 Prozent ausgebaut werden. In vielen Ländern Europas beträgt die Atomstrom-Quote bereits 25 Prozent (in Deutschland ca. 22 Prozent im Jahr 2007).

Putin lies derweil durchklingen, dass die russische Regierung in den kommenden Monaten Projekte zur Förderung der Atomenergiewirtschaft sowie nukleare Rüstungspläne ausführlich besprechen werde.

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Atomstrom-Comeback laut Gabriel ohne Chance

April 14th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Sigmar Gabriel (SPD) glaubt nicht daran, dass Kernenergie eine zuverlässige Lösung künftiger Energieprobleme darstellen kann. Laut dem Bundesumweltminister müssten im nächsten Jahr rund 200 Atomkraftwerke weltweit aus Altersgründen vom Netz gehen, wohingegen der Neubau ausländischer Meiler schleppend vonstatten ginge.

Allerdings sieht Gabriel in der kommenden Bundestagswahl im September einen Scheitelpunkt zukünftiger Kernenergie-Fragen. „Es wird sich zeigen, ob es weiter Richtung erneuerbarer Energien geht oder wir in Deutschland bald einen Atomstaat haben.“

Als Hauptgrund gegen eine von Kernenergie geprägte Zukunft sieht Gabriel die weltweit ungelöste Frage der Endlagerung. “Atomenergie ausbauen ohne ein Endlager ist, als stiegen Sie in ein Flugzeug und wüssten nicht, ob es irgendwo einen Flughafen mit einer Landebahn dafür gibt.“

Die FDP hingegen warf dem Minister „Hysterie“ vor und sprach von „ausgesprochener Dreistigkeit“ der SPD im Zusammenhang mit ihren Klagen, es würde an einem zuverlässigen Atommüll-Endlager fehlen. “Bis zum heutigen Tag ist es die SPD, die die wissenschaftliche Eignungsprüfung des Salzstocks in Gorleben unterbindet”, so Gudrun Kopp, Energieexpertin der FDP.

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Tschechisches Atomkraftwerk an deutscher Grenze vor Ausbau

April 12th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Die Kreisvertretung von Temelin, Tschechien, hat einen Beschluss von 2004 aufgehoben, der besagte, das ortsansässige Atomkraftwerk nicht weiter auszubauen. Mit Vertretern des tschechischen Enegiekonzerns CEZ unterschrieb die Führung des südböhmischen Kreises nun einen Vertrag, der die Betreiber dazu ermächtigt, dem Kernkraftwerk zwei weitere Reaktorblöcke hinzuzufügen.

Im Gegenzug verpflichtet sich CEZ, während der nächsten zehn Jahre insgesamt 376 Millionen Euro in die Region nahe der deutschen Grenze zu investieren.

„Vor vielen Jahren hat man uns eine Braut aufgezwungen, an die wir uns inzwischen gewöhnt haben. Doch erst jetzt wurde die fällige Mitgift zugesagt und wir sind froh, dass der Schwiegervater endlich in die Geldtasche greift um uns unseren Anteil auszuzahlen“, übte sich der zuständige Kreishauptmann in Metaphorik.

Kritik wurde derweil von Vertretern der tschechischen Atomkraftgegner-Vereinigung laut, die vehement auf bestehende Sicherheitsmängel des Atommeilers hinweisen und den Ausbau als „skandalös“ bezeichnen.

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Atomkraftwerk in Biblis mit erneutem Defekt

April 11th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Das Kernkraftwerk in Biblis sorgt weiterhin in regelmäßigen Abständen für Schlagzeilen.

Vergangenen Dienstag kam es nach Berichten des hessischen Umweltministeriums zu einem Defekt an einer Absperrarmatur. Laut dem Betreiber des Atomkraftwerkes, RWE, hätte jedoch zu keiner Zeit Gefahr für Personal, Anlage oder Umgebung bestanden.

Allein seit Anfang März wurden in dem Kernkraftwerk fünf meldepflichtige Vorfälle bestätigt. Derzeitig sind beide Reaktoren in Biblis, Block A und Block B, wegen einem internen Prüfungsvorgang außer Betrieb.

Anhand derartiger Zwischenfälle fordern die Grünen im Land Hessen immer wieder die Stilllegung des ältesten deutschen Atomkraftwerkes. 

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Atomkraftwerk an deutscher Grenze verstößt gegen internationale Standards

April 9th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Das älteste Atomkraftwerk Frankreichs in Fessenheim, Elsass, weist laut einem Gutachten der IAEA (International Atomic Energy Agency) erhebliche Mängel bei Sicherheits-Standards auf.

Nach einer dreiwöchigen Kontrolle des Atommeilers empfahl Gabor Vamos, Leiter des Einsatzes, Elektrokabel und heißes Material besser abzudichten, um die Angestellten des Kernkraftwerkes vor Unfällen zu schützen. Zudem müsse eine Rangordnung für sicherheitsrelevante Eingriffe nach einem möglichen Vorfall erstellt werden. Insgesamt wurden 20 verbesserungswürdige Punkte festgestellt, darunter auch einige Empfehlungen an den Betreiber EDF, die nicht gegen gängige Standards verstoßen.

Einen abschließenden Bericht möchte Vamos spätestens in drei Monaten vorlegen.

Da es in der Vergangenheit immer wieder zu Pannen in Fessenheim kam, und das Gebiet zudem einem erhöhten Erdbebenrisiko ausgesetzt ist, fordern Umweltschützer aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz bereits seit Jahren vehement eine Stilllegung des Atomkraftwerkes, das seit 1977 in Betrieb ist. 

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Atomstrom - Vergangenheit oder Zukunft?

Februar 25th, 2009 · 5 Kommentare

Von: David Lorenz

Der Atomausstieg Deutschlands schien bereits entschieden. Unter der rot-grünen Regierung wurde 2001 beschlossen, die 17 aktiven Reaktoren in der Bundesrepublik bis zum Jahr 2021 komplett vom Netz zu nehmen.

Doch nun formiert sich laut dem FOCUS (Ausgabe 7/2009) ein Bündnis, das um eine Verlängerung der Laufzeiten kämpft. Noch unter Ex-Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sollten mit den großen Stromanbietern der Republik Deals über längere Laufzeiten der Meiler ausgehandelt werden. Die CDU/CSU geht dabei von einem Sieg bei der diesjährigern Bundestagswahl und einer Koalition mit der FDP aus, die dem Atomstrom alles andere als abgeneigt gegenübersteht.

„Gleich am ersten Tag nach Koalitionsschluss muss Schwarz-Gelb ein neues Programm vorstellen“, so Energie-Expertin Gudrun Kopp von der FDP. Allerdings gehe es dabei laut Partei-Kollegen Rainer Brüderle nicht um den Neubau von Atommeilern, sondern lediglich um die Verlängerung der Laufzeiten bereits existierender Kraftwerke.

Die daraus resultierenden Gewinne sollen laut der schwarz-gelben Pläne zur einen Hälfte den Anbietern, zur anderen Hälfte einem geringeren Strompreis sowie der Erforschung alternativer Energiequellen zugute kommen.

Für eine Verlängerung der Laufzeiten sprechen daneben mehrere Gründe. Strom aus Atomkraftwerken ist deutlich billiger als der aus Windkraft und Solarenergie. So errechnete eine Studie einen volkswirtschaftlichen Vorteil von 250 Milliarden Euro, wenn die Kraftwerke 60 anstatt der von Rot-Grün geplanten 32 Jahre im Einsatz sind. Daneben würden Abhängigkeiten von Russlands Energieimporten verringert, in Zeiten des russisch-ukrainischen Gasstreits eine wichtige politische Hilfe. Hinzu kommt der Vorteil, dass bei der Gewinnung von Atomstrom im Vergleich zur Erzeugung von Strom aus Kohlekraftwerken außerordentlich wenig CO2 freigesetzt wird.

Entsorgung und Endlagerung des radioaktiven Atommülls sowie die Sicherheitsfrage rufen hingegen Kritiker an der Kernenergie auf den Plan. Fehlender Wettbewerb am Strommarkt, der durch die Nutzung von Atomenergie nicht gegeben ist, wäre ebenfalls ein Nachteil. Die Bundesrepublik ist Weltmarkt-Führer in der Solarenergie, ein Atomausstieg würde diesen Sektor der Wirtschaft weiter ankurbeln und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.

Deutschland sieht sich mit seiner Energiepolitik in Europa mittlerweile ziemlich isoliert. Alle großen Nachbarn bauen wieder auf Strom aus Atomkraftwerken, Länder wie Finnland erwägen den Atomeinstieg, osteuropäische Staaten planen gar die Reaktivierung bereits ausgemusterter Meiler.

So wie es aussieht, wird in Deutschland der Ausgang der Bundestagswahlen den Ausschlag für die Zukunft der Atompolitik des Landes geben. Kommt es zu einer schwarz-gelben Mehrheit, steht längeren Laufzeiten von Atomkraftwerken wohl nichts mehr im Wege.

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