Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

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AKW-Bau am Golf: Südkorea bekommt den Zuschlag

Dezember 28th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Es ist einer der größten Energie-Aufträge in der Geschichte der Vereinigten Arabischen Emiraten. Für rund 40 Milliarden Dollar sollen in der Golfregion vier neue Atomkraftwerke errichtet werden.

Den Zuschlag für Planung und Umsetzung des Großauftrages hat nun ein Konsortium bestehend aus mehreren südkoreanischen Firmen bekommen, die sich somit gegen die Konkurrenz aus Frankreich, den USA und Japan durchsetzen konnten.

Im Jahr 2012 soll mit der Errichtung der Kernkraftwerke begonnen werden. Bisher verfügt die Region am Persischen Golf über keine eigenen Atommeiler.

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Neues Atomkraftwerk: Armenien lenkt ein

Juni 5th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Nach langen Verhandlungen und gehörigem Druck der EU-Kommission hat sich Armenien bereiterklärt, den umstrittenen Atommeiler in Medsamor abzuschalten und durch ein neues Kernkraftwerk zu ersetzen.

Rund 4,5 Milliarden US-Dollar wird die armenische Regierung in den Neubau des Reaktors investieren, der spätestens 2017 ans Netz gehen soll. Laut dem armenischen Energieministerium ist abermals Medsamor als Standort für den neuen Meiler vorgesehen. Den Zuschlag für die Bauarbeiten des Atomkraftwerkes erhielt das internationale Konsortium Worley Parsons mit Sitz im australischen Sydney.

Bisher deckt der Reaktor nahe der armenischen Hauptstadt Eriwan rund 40 Prozent des nationalen Strombedarfs ab. Armenien ist das einzige Land in der Kaukasus-Region, das neben eigener Nutzung von Kernenergie auch Atomstrom in seine Nachbarstaaten exportiert. In der Vergangenheit hatte Medsamor mit einem Brandfall (1982) sowie durch schwere Erdbeben-Schäden (1989) für Schlagzeilen gesorgt.

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Brunsbüttel: Panne bei Probelauf

Mai 19th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Weiterer Rückschlag für den Energie-Riesen Vattenfall. Nachdem das Bundesumweltministerium vor rund zwei Wochen bereits eine Laufzeitverlängerung des Atomkraftwerkes Brunsbüttel in Schleswig-Holstein abgelehnt hatte, musste der Betreiber nun einen Zwischenfall melden. Während Probeläufen des aktuell aufgrund von Revisionsarbeiten stillgelegten Kernkraftwerkes wurde ein Leck am Kühlsystem des Reaktors festgestellt.

Für das Unternehmen kommt die Panne zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, da Brunsbüttel unter großem Aufwand noch in diesem Jahr wieder ans Netz gehen sollte. Seit Juli 2007 ist der Atommeiler aufgrund eines Kurzschlusses sowie verschiedener Baumängel außer Betrieb.

Beim aktuellen Vorfall handelt es sich um ein meldepflichtiges Ereignis der Kategorie N (Normalfall). Laut Vattenfall hatte das Leck keinen Einfluss auf den Kühlprozess als Ganzen. Die betroffenen Gerätschaften seien inzwischen durch Neue ersetzt worden.

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Proteste gegen Atomkraftwerk an deutscher Grenze

Mai 17th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Das geplante Atomkraftwerk im polnischen Gryfino (Greifenhagen) wurde am gestrigen Samstag Gegenstand von Protesten deutsch-polnischer Umweltschützer. Etwa 100 Demonstranten marschierten vom Bahnhof zum Marktplatz der Grenzstadt, wo verschiedene Redner vor allem mit dem nahe gelegenen Nationalpark „Unteres Odertal“ gegen eine Inbetriebnahme des Reaktors argumentierten.

Wir müssen jetzt gegen das mögliche Atomkraftwerk protestieren, bevor die polnische Regierung eine Entscheidung fällt“, äußerte sich Mike Bischoff (SPD) aus dem Brandenburger Landtag zur Demonstration, der umfangreiche Unterschriften-Aktionen gegen den Bau des Kernkraftwerkes vorangegangen waren.

Gryfino sollte bereits 2006 Standort eines neuen Atommeilers werden, doch der damalige polnische Regierungswechsel sowie eine nationale Wirtschaftkrise hatten in der Folge jegliche Planspiele über den Haufen geworfen. Die Region in Westpommern würde durch ca. 1000 neue Arbeitsplätze sowie zusätzliche Steuereinnahmen von dem Bau des Kernkraftwerkes profitieren.

Polen deckt seinen Strombedarf bisher fast ausschließlich durch die Nutzung von Kohlekraftwerken. Um diese Abhängigkeit einzudämmen, plant die Regierung um Premier Donald Tusk bis ins Jahr 2020 die Inbetriebnahme von zwei Atomreaktoren.

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Absage an Vattenfall: Brunsbüttel ohne zusätzliche Kapazitäten

Mai 6th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Das Bundesumweltministerium unter Minister Sigmar Gabriel (SPD) hat einen Antrag des Betreibers Vatenfall abgelehnt, dem Atomkraftwerk Brunsbüttel eine verlängerte Laufzeit zuzugestehen.

Als Begründung nannte Gabriel das hohe Alter des Reaktors und fehlende Sicherheitsreserven. Vattenfall hatte angestrebt, Reststrommengen vom Kernkraftwerk Krümmel auf Brunsbüttel zu übertragen. Beide Meiler sind derzeitig aufgrund andauernder Wartungsarbeiten außer Betrieb.

Laut dem so genannten Atomkonsens, 2000 unter Rot-Grün beschlossen und seit 2002 in Kraft, dürfen Reststrommengen nur unter Zustimmung des Bundesumweltministeriums auf ältere Atomkraftwerke übertragen werden. Bereits vor gut einem Monat hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig einen Antrag Vattenfalls abgelehnt, Kapazitäten vom Kernreaktor in Mülheim-Kärlich auf Brunsbüttel zu übertragen. Ähnlichen Anfragen von RWE und EnBW wurde zuvor ebenfalls nicht stattgegeben, die Entscheidung war also abzusehen.

Das Geschacher um längere Laufzeiten hat neben der wirtschaftlichen Komponente auch einen politischen Hintergrund. Die Betreiber-Konzerne der Bundesrepublik spekulieren auf einen Regierungswechsel bei der Bundestagswahl 2009. Falls es zu einer Mehrheit von CDU/CSU und FDP kommen sollte, könnte der Atomindustrie hierzulande eine Renaissance widerfahren. Politiker von Schwarz-Gelb betonten in der Vergangenheit immer wieder, die ehrgeizigen Klimaschutz-Ziele Deutschlands seien ohne einen erheblichen Anteil an Atomstrom nicht zu verwirklichen.

Vattenfall ließ derweil verlauten, im Falle des verweigerten Kapazitäten-Transfers vors Oberverwaltungsgericht von Schleswig-Holstein zu ziehen. „Wir werden den Bescheid des Umweltministeriums juristisch prüfen lassen“, so eine Sprecherin des Unternehmens. 

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Erfolg für deutsche Energiekonzerne

April 29th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

E.ON und RWE drängen mit aller Macht auf den britischen Energiemarkt.

In Form eines frisch gegründeten Gemeinschafts-unternehmens ersteigerten die Stromkonzerne in Großbritannien zwei äußerst begehrte Grundstücke, auf denen bis 2018 jeweils ein neues Atomkraftwerk  entstehen soll.

Die britische Regierung hatte 2008 den Bau dreier Kernreaktoren ausgeschrieben, von denen nun zwei von E.ON und RWE betrieben werden sollen. Dabei streben die deutschen Energie-Riesen eine Gesamt-Kapazität von 6.000 Megawatt an. Der französische Konzern EDF bekam den Zuschlag für Meiler Nummer drei.

Bei den Standorten für die geplanten Atomkraftwerke handelt es sich laut der zuständigen Behörde, National Decommissioning Authority (NDA), um die besten Großbritanniens. 

Für RWE/E.ON ist die Inbetriebnahme ausländischer Kernkraftwerke deswegen so interessant, da ihnen in Deutschland bis 2020 bei aktueller politischer Lage der Atomausstieg droht. Kommt es jedoch zu veränderten Mehrheitsverhältnissen im Bundestag nach der Wahl 2009, könnten sich die Voraussetzungen komplett verändern.

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Bundestagswahlkampf 2009: Grüne setzen auf Atomausstieg

April 28th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Am Sonntag den 26. April 2008 jährte sich der nukleare Super-GAU von Tschernobyl zum 23. Mal. Anlässlich des historischen Datums gab der bayerische Landesverband der Grünen in München eine Erklärung ab. Diese stellt den 2002 beschlossenen Atomausstieg ins Zentrum des Parteiprogrammes für den Bundestagswahlkampf 2009.

Vor allem das Atomkraftwerk Isar 1 nahe Landshut ist Gegenstand eindringlicher Forderungen der Grünen. „Dieser Pannenreaktor ist eine tickende Zeitbombe und muss deshalb endgültig vom Netz, je schneller, desto besser“, so die Landesvorsitzenden Theresa Schopper und Dieter Janecek.

Die Politiker grenzen ihre Positionen deutlich von denen des konservativ-bürgerlichen Lagers ab: „Wer seine Stimmen an FDP und CDU/CSU vergibt, stimmt dafür, dass Isar 1 weiterläuft“, so das Duo in München.

Für die Grünen ist die Nutzung von Atomstrom weiterhin keine Option für die Zukunft. Stattdessen würde man sich bei einer Regierungs-Beteiligung nach den Wahlen intensiv für den Ausbau erneuerbarer Energiequellen einsetzen.

Längere Laufzeiten der Kernkraftwerke würden laut Schopper und Janecek lediglich zu höheren Profiten der Betreiberkonzerne führen und die Situation um die Endlagerung atomarer Rückstände weiter verschärfen.

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Rückschlag für RWE

April 27th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Die Pläne des Energiekonzerns RWE, im bulgarischen Belene ein Atomkraftwerk zu betreiben, haben einen empfindlichen Dämpfer erlitten.

Vergangenen Sonntag ereignete sich in der Gegend ein Erdbeben der Stärke 5,3 auf der Richterskala. Zu Schaden kam laut Berichten niemand, doch wirft der Vorfall Fragen nach der Sicherheitslage des Standortes auf.

RWE hatte immer wieder betont, beim Bau des Kernkraftwerkes würden höchste Standards eingehalten und die Anlage sei absolut erdbebensicher.

Belene war bereits zuvor in die Schlagzeilen geraten, da die finanzielle Grundlage des Projektes anscheinend auf äußerst wackligen Beinen steht. Die bulgarische Regierung muss sich laut Vertrag mit 51 Prozent am Bau des 3,8 Milliarden Euro teuren Atomkraftwerkes beteiligen. Die übrigen 49 Prozent werden von RWE übernommen.

Aufgrund finanzieller Engpässe versucht Bulgarien nun, das Geld mit Hilfe des russischen Energiekonzerns “Atomstrojexport” zu beschaffen. Der osteuropäische Betreiber, eng mit Siemens verbandelt, soll im Gegenzug Generalunternehmer des Meilers in Bulgarien werden.

Nicht nur bei Umweltschützern, auch innerhalb des RWE-Konzerns ist die geplante Beteiligung aufgrund der Lage in einem Erdbebengebiet höchst umstritten. Doch Belene gilt als wichtiges Prestigeobjekt von RWE-Chef Jürgen Großmann, der die Inbetriebnahme gegen alle internen Kritiker durchboxen will.

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Entwicklungsländer drängen ins Atomzeitalter

April 23rd, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Die weltweite Atomenergie-Nachfrage steigt weiter.

Über 60 Staaten, zum größten Teil Entwicklungsländer, meldeten bei der Internationalen Atomenergieagentur (IAEO) Interesse an eigenen Kernkraftwerken an.

Mohamed El Baradei, Chef der weltweit agierenden Behörde, warnte in Peking auf der internationalen Konferenz für Atomkraft jedoch ungewöhnlich offen vor Risiken der Technologie. „Die Sicherheitslage in Kernkraftwerken hat sich in den vergangenen zehn Jahren zwar dramatisch verbessert, doch gibt es weiterhin Schwachstellen“, so Baradei. „In einigen Ländern sehen wir eine besorgniserregende Kombination aus alten Reaktoren, Betreibern, die schlecht geführt werden, und unterfinanzierten und schwachen Aufsichtsbehörden. Diese Probleme müssen angegangen werden.

Ursache für den plötzlichen Kernenergie-Boom sind weltweit schwindende Öl- und Gasvorräte, ein steigender Energiebedarf sowie der Klimawandel.

Greenpeace hält währenddessen dagegen, dass bei einer weltweiten Vervierfachung der Atomkapazitäten die ausgestoßenen Treibhausgase lediglich um sechs Prozent abnehmen würden. Aslihan Tumer, ein Sprecher der Umweltschutz-Organisation, bezeichnete während der Konferenz das zunehmende Interesse an Kernenergie einen „letzten Überlebensversuch der Atomindustrie, aus der Klimakrise Profit zu schlagen.“

2008 sind weltweit zwar keine neuen Atomkraftwerke ans Netz gegangen, doch momentan befinden sich mindestens zehn neue Meiler in Bau. Insgesamt existieren 436 Atomreaktoren in 30 Ländern dieser Erde.

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Biblis kommt nicht zur Ruhe

April 22nd, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Die Zwischenfälle im Atomkraftwerk Biblis häufen sich. Bereits das dritte Mal im laufenden Jahr sorgt das hessische Kernkraftwerk durch eine Panne für Schlagzeilen. Die Zahl der meldepflichtigen Vorfälle soll sich seit dem 1. Januar auf sieben belaufen.

Im Reaktorblock B trat ein Leck in der Armatur eines Kühlmittelreinigungssystems auf, woraufhin ca. 50 Liter eines Harz-Wassergemisches den angebundenen Raum kontaminierten.

RWE, Betreiberkonzern des Atommeilers, unterrichtete das zuständige Umweltministerium von dem Zwischenfall, und versicherte, für Personal, Umgebung oder Anlage habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden, da die ausgetretene Flüssigkeit umgehend abgesaugt wurde.

Das Kernkraftwerk ist derzeitig nicht in Betrieb, da die Reaktoren in Block A und B einem internen Prüfungsvorgang unterzogen werden.

Seit 1975 mit Unterbrechungen am Netz, ist Biblis das älteste deutsche Atomkraftwerk. 

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