September 14th, 2009 · 1 Kommentar
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David Lorenz
Offshore-Windpark vor der Küste Dänemarks
Die jüngsten Ereignisse im Atomkraftwerk Krümmel und die Enthüllungen zum Endlager Gorleben haben direkten Einfluss auf die nationale Energiepolitik. Dem „Hamburger Abendblatt“ zufolge plant die Große Koalition noch vor den Bundestagswahlen am 27. September den Bau von 40 Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee zu genehmigen.
Laut Bundesverkehrminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sollen rund 2.500 Windräder auf See errichtet werden. „Wir rechnen im Norden mit 30.000 neuen industriellen Arbeitsplätzen in der Offshore-Windindustrie in den kommenden Jahren“, so Tiefensee. „Die aktuelle Diskussion um das Atommülllager Gorleben zeigt uns wieder mal ganz deutlich, dass wir erneuerbare Energien weiter ausbauen müssen. Offshore-Windparks sind dabei ein sinnvoller Beitrag zur umweltbewussten Energiegewinnung.“
Nach Berechnungen des Verkehrsministeriums können durch die Anlagen bei vollem Wind rund 12.000 Megawatt Windenergie erzeugt werden - das entspräche einer Leistung von 12 mittelgroßen Atomkraftwerken und könnte ca. 12 Millionen deutsche Haushalte mit Strom versorgen.
Von den geplanten 40 Windparks sollen 30 in der Nord-, und zehn in der Ostsee errichtet werden. Dabei ist geplant, die Anlagen zwischen 50 und 90 Kilometer vor den Küsten im Meer zu platzieren. Laut Tiefensee sind 22 Windparks bereits genehmigt.
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David Lorenz
Kernkraftwerk im niederländischen Borssele
Die Expansions-Pläne des deutschen Energie-Riesen RWE erhalten einen erneuten Dämpfer. Nachdem das Unternehmen bereits in Bulgarien einen Rückschlag hinnehmen musste, geraten nun auch die Investitions-Bemühungen in den Niederlanden ins Stocken.
RWE wollte sich ursprünglich mit 50 Prozent am einzigen niederländischen Atomkraftwerk in Borssele beteiligen. Der Anteil sollte im Zuge der geplanten Übernahme des angeschlagenen Energie-Versorgers Essent an RWE übergehen. Die EU hatte der Übernahme bereits zugestimmt, die RWE 9,3 Milliarden Euro zuzüglich bestehender Verbindlichkeiten von 1,3 Milliarden Euro des niederländischen Konzerns gekostet hätte.
Mittlerweile konnte allerdings Delta Energy, wie Essent mit 50 Prozent an Borssele beteiligt, eine einstweilige Verfügung gegen die Übernahme durch RWE erwirken. Delta Energy beruft sich dabei auf ein niederländisches Gesetzt, dass es privaten Investoren untersagt, nationale Kerntechnik zu kaufen.
RWE und Essent werden gegen den Gerichtsbeschluss Einspruch einlegen. Da mit einer Prozess-Dauer von mindestens sechs Jahren zu rechnen ist, wird bei der Essent-Übernahme durch RWE die Beteiligung an der Atomanlage in Borssele vorerst ausgeklammert. Der Übernahmepreis wird laut einer Sprecherin des deutschen Energie-Versorgers somit um 950 Millionen Euro vermindert.
RWE ist jedoch weiterhin stark daran interessiert, Borssele nach geklärter Rechtslage zu übernehmen.
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David Lorenz
Im russischen Kernkraftwerk bei Sosnowy Bor, rund 70 Kilometer von St. Petersburg entfernt, ereignete sich am vergangenen Donnerstag ein Störfall, in dessen Folge einer der vier Reaktoren abgeschaltet werden musste. Durch Untersuchungen an einer defekten Pumpe entdeckte das Kraftwerk-Personal eine undichte Stelle am Reaktor.
Ein Sprecher der Anlage lies umgehend verlauten, dass die radioaktive Strahlung, die durch das Leck nach außen getreten war, die zulässigen Grenzwerte nicht überschritten hätte. Bis kommenden Montag sollen die Reparaturarbeiten erfolgreich abgeschlossen sein und das Kernkraftwerk wieder voll hochgefahren werden.
Sosnowy Bor wird durch denselben Reaktor-Typus betrieben, der auch schon in Tschernobyl zum Einsatz kam.
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David Lorenz

Atomkraftwerk Krümmel an der Elbe
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Die negative Publicity rund um das Atomkraftwerk in Krümmel will einfach nicht abreißen. Laut dem „Spiegel“ ging der umstrittenen Kernreaktor im Juni offenbar trotz erheblicher Sicherheitsbedenken von Seiten der zuständigen Atomaufsicht wieder ans Netz.
Am 19. Juni hatte das Sozialministerium in Kiel, für die Atomaufsicht des Bundeslandes Schleswig-Holstein verantwortlich, die Wiederinbetriebnahme Krümmels nach zweijährigen Revisionsarbeiten genehmigt. Am 4. Juli musste die Anlage dann aufgrund eines Kurzschlusses am Maschinentransformator per Not-Abschaltung wieder heruntergefahren werden.
Nach Angaben des „Spiegels“, der sich auf ein Gutachten des „Öko-Institutes“ beruft, seien in Krümmel vor allem im Bereich „Organisation und Kommunikation“ gravierende Defizite aufgetreten. „Bisher wurde der Erfahrungsrückfluss und die Erfahrungsauswertung im Kernkraftwerk Krümmel unzureichend gepflegt“, so das Gutachten. „Dies kann maßgeblichen Einfluss auf die Sicherheitslage haben.“
Abschließend wurde dem Betreiber Vattenfall nahe gelegt, ein „funktionsfähiges Sicherheitsmanagementsystem“ aufzubauen und dies zeitnah zu implementieren.
Die Kieler Atomaufsicht wehrte sich derweil umgehend gegen die Berichterstattung des „Spiegels“. Die Aussagen des bereits 2007 veröffentlichten Gutachtens seien aus dem Zusammenhang gerissen und zudem äußerst selektiv zitiert worden.
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David Lorenz
Die globale Atom-Renaissance hält weiter an. Mittlerweile plant die polnische Regierung unter Ministerpräsident Donald Tusk, das erste Atomkraftwerk des Landes zu bauen. Bis ins Jahr 2020 soll mindestens ein Kernreaktor in Polen ans Stromnetz gehen.
Der ehrgeizige Zeitplan sieht vor, bis 2013 einen geeigneten Standort für die Anlage zu finden und spätestens 2016 mit dem Bau des Atomkraftwerks zu beginnen. Dabei wird bereits in Erwägung gezogen, den Reaktor im Norden des Landes zu errichten, da dieser Teil der Republik bisher nur lückenhaft mit Strom versorgt werden kann.
Befürworter des polnischen Atomeinstieges argumentieren mit einem stark verringerten CO2-Ausstoß. Aktuell bezieht das Land rund 90 Prozent seiner Stromerzeugnisse aus Kohlekraftwerken.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Donald Tusk, Kernkraftwerk, Kohlekraftwerk, Polen
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David Lorenz
Atomkraftwerk im niedersächsischen Grohnde
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Beim gestrigen Festakt zum 25-jährigen Bestehen des Kernkraftwerks in Grohnde lies der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) verlauten, er hielte es für falsch, das Atomkraftwerk an der Oberweser wie geplant im Jahre 2018 von Netz zu nehmen.
„Es wäre ein großer Fehler, die zuverlässig laufende Anlage nur aufgrund einer politischen Entscheidung abzuschalten”, so der 50-jährige Politiker.
Laut dem so genannten Atomkonsens, 2000 unter Rot-Grün beschlossen und seit 2002 in Kraft, sollen alle Kernkraftwerke der Bundesrepublik Deutschland bis ins Jahr 2020 abgeschaltet werden.
Der Atommeiler in Grohnde ist ein 1430-Megawatt-Reaktor, wird von E.ON und den Stadtwerken Bielefeld betrieben und ist seit 1985 am Netz.
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David Lorenz
Nuklearkomplex in Sellafield, Großbritannien
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Das hat es seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gegeben. Der deutsche Energie-Riese E.ON plant, plutoniumhaltige Brennelemente aus dem nordenglischen Sellafield per Schiff nach Deutschland zu verfrachten. Als Umschlagplatz dient Cuxhaven, von wo aus die Brennelemente an ihren Bestimmungsort transportiert werden sollen, das niedersächsische Atomkraftwerk Grohnde.
Laut einer E.ON-Sprecherin steht noch kein genauer Termin für den Transport fest, man plane allerdings, den Transfer der Brennelemente noch im Herbst durchzuführen. Zuletzt wurde im Jahre 1996 radioaktives Material von Sellafield nach Deutschland verschifft.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Brennelemente, E.ON, Grohnde, Sellafield
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David Lorenz
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace will eine baldige Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerkes Krümmel nicht akzeptieren. Jüngst reichte die Organisation einen Antrag auf Widerruf der Betriebsgenehmigung des umstrittenen Kernkraftwerkes bei der zuständigen Atomaufsicht des Landes Schleswig-Holstein ein.
Greenpeace vertritt dabei eigenen Angaben zufolge Gesundheit und Eigentümer-Interessen der Bürger, die in unmittelbarer Nähe der Anlage leben. „Die Kläger wollen nicht weiter mit der Angst vor einem schweren Störfall leben”, so ein Sprecher der Organisation am heutigen Dienstag in Kiel.
Krümmel hatte in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen gesorgt, als das Atomkraftwerk nach zweijährigen Revisions-Arbeiten aufgrund eines Trafokurzschlusses abermals vom Netzt genommen werden musste. Vor allem das Krisenmanagement des Betreibers Vattenfall zog national den Unmut von Atomkraftgegnern, Umweltschützern und Politikern auf sich.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Greenpeace, Kernkraftwerk, Krümmel, Panne, Vattenfall
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David Lorenz
RWE-Konzernchef Jürgen Großmann könnte in Kürze um eines seiner größten Prestige-Projekte beraubt werden. Laut „Financial Times Deutschland” steht der milliardenschwere Bau des Atomkraftwerkes im bulgarischen Belene aufgrund finanzieller Engpässe vor dem Aus.
Der deutsche Energie-Riese hält an der Projektgesellschaft zur Errichtung des Kernkraftwerkes einen Anteil von 49 Prozent. 51 Prozent sind im Besitz des Staates Bulgarien. Aus Regierungs-Kreisen der Balkan-Republik wurde nun bekannt, dass man das Projekt als überteuert einstufe und die Finanzierung derzeit nicht gewährleistet werden kann.
RWE seinerseits ist auf der Suche nach einem zusätzlichen Investor für den Bau der Anlage bisher nicht fündig geworden. Falls das ehrgeizige Projekt in Bulgarien scheitern sollte, müsste RWE Konzern-Quellen zufolge einen zweistelligen Millionen-Betrag abschreiben.
Das Vorhaben in Belene war zuletzt immer wieder in die Kritik von Umweltschützern geraten, da das geplante Atomkraftwerk in einem erdbebengefährdeten Gebiet liegt.
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David Lorenz
Das Kernkraftwerk Emsland im niedersächsischen Lingen ist wieder in Betrieb. Nachdem die Anlage vorvergangene Woche aufgrund eines defekten Maschinentrafos abgeschaltet werden musste, konnte das Atomkraftwerk dank erfolgreichen Funktionstests am gestrigen Montag wieder ans Netz gehen.
Der Wiederinbetriebnahme war ein Streit zwischen zuständigem Landesumweltministerium und dem Bundesumweltministerium um Sigmar Gabriel (SPD) vorangegangen. Erst am Wochenende erhielt der Betreiberkonzern RWE grünes Licht, das Kernkraftwerk wieder hochzufahren.
Laut RWE produziert der 1988 in Betrieb genommene 1400-Megawatt-Reaktorblock jährlich rund elf Milliarden Kilowattstunden Atomstrom.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Atomstrom, Emsland, Kernkraftwerk, Panne, RWE, Sigmar Gabriel