Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

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Quo vadis Kernkraft?

Januar 31st, 2011 · Keine Kommentare

Von: Alicia

Die Oppositionsklage gegen die von der Regierung geplante Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke ist beinahe fertig und soll in den nächsten Wochen dem Bundesverfassungsgericht vorgelegt werden. Unterdessen bereitet sich das Nachbarland Schweiz auf ein Referendum vor, das über den Bau eines neuen Kernkraftwerks im Berner Umland entscheiden soll.

Im hitzigen Streit zwischen Verfechtern und Gegnern der Kernkraft hat sich am Samstag Eduard Kiener, der ehemalige Direktor des eidgenössischen Bundesamtes für Energie, in einem Interview mit der Tageszeitung „Bund“ für einen Ausbau der Kernenergie ausgesprochen. Seine Argumente sind altbekannt: Der drohende Strommangel, die gute CO2-Bilanz, die Schattenseiten der Erneuerbaren, das bei neuen Reaktortypen vergleichsweise geringe Risiko und die niedrigen Kosten vermengt er zu einem wenig überzeugenden Plädoyer für den Bau von gleich zwei neuen Kernkraftwerken in der Schweiz. Er führt angeblich neutrale wissenschaftliche Untersuchungen auf, um seine Argumente zu stützen – eine davon durchgeführt vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung in Essen, das sich in der Vergangenheit solarenergiekritische Studien von der US-amerikanischen Kohle- und Erdöl-Lobby finanzieren ließ.

Weil Kiener weiß, dass solche Volksentscheide viel mehr als von Fakten vom Emotionalen geprägt sind, versucht er einen neuen Popanz aufzubauen: Die Angst vor einer Mangelversorgung mit Strom. „Mit der Versorgungssicherheit ist nicht zu spaßen“, sagt Kiener. Doch wie realistisch ist das Szenario von Stromausfällen im Bankenstaat? Tatsache ist: 40 Prozent des Stroms stammen aus Kernenergie, 60 Prozent aus Wasserkraft. Seit Jahren bleibt die in der Schweiz hergestellte Strommenge konstant. Der Stromverbrauch aber steigt.

Doch selbst wenn Stromlieferungen aus dem Ausland ausfallen und zu einem Strommangel in der Schweiz führen sollten: Die Bedrohung einer nuklearen Katastrophe ist symbolisch viel stärker aufgeladen und rührt an tief sitzende Katastrophenängste. Die Vorstellung von schwarzen Computerbildschirmen und Abendessen bei Kerzenschein mutet dagegen fast heimelig an.

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Röttgen pro, Seehofer kontra Atomausstieg

Februar 17th, 2010 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

„Der einzige Weg zu einer langfristig sicheren und gesellschaftlich akzeptierten Energieversorgung führt über die erneuerbaren Energien. Sie müssen erst die Atomkraft und dann die Kohlekraftwerke bis 2050 sukzessive und am Ende komplett ersetzen. Das ist die beste Beschäftigungs- und Wachstumsstrategie für unser Land.“

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“.

„Solange die Kernkraftwerke unsere hohen Sicherheitsstandards erfüllen und solange sie für unseren Energiemix unverzichtbar sind, sollten wir sie am Netz lassen. Moderne Kernkraftwerke leisten einen Beitrag zur Reduktion des Klimakillers Kohlendioxid. Das sollte auch der Bundesumweltminister im Auge behalten.“

Horst Seehofer (CSU), Ministerpräsident des Freistaates Bayern.

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Isar 1 nach Panne vom Netz

Februar 3rd, 2010 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Im Atomkraftwerk Isar 1 nahe Landshut ereignete sich Anfang der Woche eine technische Panne. Laut E.ON, Betreiber der Anlage, kam es zu einem Leck an einem Brennelement. Zudem sei in der vergangenen Woche ein Transformator ausgefallen. Der Energie-Konzern gab bekannt, dass aufgrund der Störungen Isar 1 für die kommenden zehn Tage vom Netz genommen wird.

Der Ausfall könnte E.ON Berechnungen zufolge rund 10 Millionen Euro kosten. Die Fraktion der Grünen forderte derweil im bayrischen Landtag, die Panne umgehend aufzuklären.

Das Atomkraftwerk Isar 1 nördlich von München ist bereits seit 1977 am Netz und soll im kommenden Jahr planmäßig abgeschaltet werden.

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AKW-Bau am Golf: Südkorea bekommt den Zuschlag

Dezember 28th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Es ist einer der größten Energie-Aufträge in der Geschichte der Vereinigten Arabischen Emiraten. Für rund 40 Milliarden Dollar sollen in der Golfregion vier neue Atomkraftwerke errichtet werden.

Den Zuschlag für Planung und Umsetzung des Großauftrages hat nun ein Konsortium bestehend aus mehreren südkoreanischen Firmen bekommen, die sich somit gegen die Konkurrenz aus Frankreich, den USA und Japan durchsetzen konnten.

Im Jahr 2012 soll mit der Errichtung der Kernkraftwerke begonnen werden. Bisher verfügt die Region am Persischen Golf über keine eigenen Atommeiler.

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Italien plant Atomkraftwerk nahe Venedig

Dezember 10th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Seit 30 Jahren kommt Italien ohne Atomstrom aus. Geht es nach Regierungschef Silvio Berlusconi, so hat diese Zeit bald ein Ende. Die italienische Regierung plant Zeitungsberichten zufolge für das Jahr 2013 den Bau von vier neuen Kernkraftwerken.

Das erste Atomkraftwerk soll dabei in unmittelbarer Nähe von Venedig errichtet werden, in Chioggia, ca. 30 Kilometer von der Touristenhochburg entfernt. Einer internen Liste des Stromversorgers Enel zufolge soll es sich bei den anderen Standorten um Monfalcone, Corso und Trino Vercellese handeln.

Direkt nach bekannt werden der angeblichen Atompläne schlugen italienische Umweltaktivisten und Bürgerinitiativen Alarm. Auch der Präsident der italienischen Grünen äußerte sich warnend zu dem Vorhaben. „Die Regierung Berlusconi führt Italien in ein gefährliches Abenteuer, für das die Italiener einen hohen Preis zahlen werden. Die 20 Milliarden Euro für den Bau der neuen Atomkraftwerke werden die Italiener zahlen müssen“, so Andrea Bonelli. Auch im benachbarten Österreich riefen die berlusconischen Planspiele heftige Reaktionen hervor. Hohe Regierungsbeamte zeigten sich „schockiert“ und „alarmiert“ ob dem italienischen Atomvorhaben.

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Neuer Chef für Vattenfall

November 16th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Die sommerliche Pannenserie im Atomkraftwerk Krümmel zieht personelle Konsequenzen nach sich. Der schwedische Energie-Konzern Vattenfall tauscht im kommenden Jahr den Chef des Unternehmens aus. Lars G. Josefsson, bisher in der Verantwortung für den Energielieferanten, muss dem Norweger Øystein Løseth weichen, der Vattenfall ab 2010 leiten soll.

Josefsson wird das mangelhafte Krisenmanagement im Fall Krümmel so wie der allgemein schlechte Ruf Vattenfalls angelastet, was letztendlich ausschlaggebend für den Führungswechsel war.

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E.ON: Transport von Brennelementen verschoben

November 5th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Der für diesen Herbst geplante Transport plutoniumhaltiger Brennelemente von Sellafield (Großbritannien) ins niedersächsische Atomkraftwerk Grohnde wurde vom Energie-Konzern E.ON bis auf unbestimmte Zeit verschoben.

Als Grund gab eine Sprecherin des Unternehmens an, dass bisher noch keine exakte Route für die Überführung feststehe. Der geplante Transport hatte zuletzt das öffentliche Aufsehen erregt, da die Brennelemente zum ersten Mal nach zehn Jahren wieder per Schiff von Großbritannien nach Deutschland verfrachtet werden sollten.

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RWE verzichtet auf AKW-Beteiligung in Bulgarien

Oktober 29th, 2009 · 2 Kommentare

Von: David Lorenz

Was sich lange angebahnt hatte, erlangt nun Gewissheit. Der deutsche Energie-Riese RWE wird sich nicht wie geplant am Bau des Kernkraftwerkes im bulgarischem Belene beteiligen.

Grund für die gescheiterten Investitionsbemühungen ist die ungesicherte Finanzierung von Seiten der bulgarischen Regierung, deren staatliche Energiegesellschaft ursprünglich mit 51 Prozent an dem Atomkraftwerk beteiligt werden sollte. RWE hatte bereits im Vorfeld einige Millionen Euro in das ehrgeizige Vorhaben investiert, die bedingt durch den Rückzug nun abgeschrieben werden müssen.

Das Prestige-Projekt von RWE-Chef Jürgen Großmann stand vor allem bei Atomkraftgegnern und Umweltschützern stark in der Kritik, da sich Belene in einem von Erdbeben bedrohten Gebiet befindet.

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E.ON, RWE & Co. hoffen auf Verlängerung der AKW-Laufzeiten

September 30th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Das Ergebnis der Bundestagswahlen 2009 lässt die Betreiber deutscher Atomkraftwerke von verlängerten Laufzeiten ihrer Reaktoren träumen. So bot RWE-Chef Jürgen Großmann bereits an, im Gegenzug die daraus resultierenden Gewinne seines Konzerns zu 25 Prozent an Bund und Länder abzugeben.

Silke Lautenschläger (CDU), hessische Energieministerin, plant derweil, mögliche Zusatzgewinne durch längere Laufzeiten in die Erforschung erneuerbarer Energien zu investieren.

Die Landesbank Baden-Württemberg kam nach einer Studie zu dem Ergebnis, dass bei einer Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke um 25 Jahre rund 200 Milliarden Euro an zusätzlichen Einnahmen entstehen würden. Bei zehn Jahren beliefe sich die Summe auf ca. 38 Milliarden Euro.

Laut dem so genannten Atomkonsens, 2000 unter Rot-Grün beschlossen und seit 2002 in Kraft, sollen alle Kernkraftwerke der Bundesrepublik Deutschland bis ins Jahr 2020 abgeschaltet werden. Ob und wie die neue Regierung unter Schwarz-Gelb diesen Beschluss korrigieren wird, ist noch nicht bekannt. Vor der Wahl hatten sich jedoch mehrere Spitzenpolitiker von CDU, CSU und FDP für verlängerte Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke stark gemacht.

SPD, die Linke sowie die Grünen plädieren auf der Gegenseite vehement dafür, am Atomausstieg festzuhalten.

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Atomstudie: Schavan verhindert Publikation

September 16th, 2009 · 1 Kommentar

Von: David Lorenz

Annette Schavan ist seit 2005 Bundesministerin für Bildung und Forschung

Brisante Enthüllung vor der anstehenden Bundestagswahl. Laut „Financial Times Deutschland“ hält Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) bereits seit mehreren Monaten eine von ihr selbst in Auftrag gegebene Studie zur nationalen Gewinnung und Nutzung von Kernenergie zurück. Rund 100 renommierte Forscher sprechen sich in dem Gutachten für den Bau neuer Atomkraftwerke aus. Daneben regen sie die Suche nach alternativen Standorten für die Endlagerung von radioaktiven Rückständen in Deutschland an.

Das Ergebnis der Studie steht somit im direkten Kontrast zum Programm der CDU, das den Neubau von Kernkraftwerken bisher nicht vorsah. Auch in Sachen Endlagerung kommt es zu einem anderen Fazit als Schavan, die Gorleben stets als geeigneten Standort für die Deponierung von Atommüll darstellte.

Der Verschluss des Gutachtens dürfte für Schavan und die CDU jedoch noch einen anderen Grund haben. Zwar tritt die Union zusammen mit der FDP für längere Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke ein, doch aufgrund der kritischen Haltung vieler Bundesbürger wurde im bisherigen Wahlkampf kaum auf das Thema eingegangen. Das Gutachten der Forschergruppe hätte durch eine Veröffentlichung neue Diskussionen angeregt und dem politischen Gegner, in Form von SPD, Grünen und der Linken, Angriffsfläche für den Wahlkampf geboten. Genannte Parteien werben offensiv mit dem Atomausstieg um Stimmen bei der Bundestagswahl.

(Photo by Andreas SchepersLicense: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

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