Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

E.ON, RWE & Co. hoffen auf Verlängerung der AKW-Laufzeiten

September 30th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Das Ergebnis der Bundestagswahlen 2009 lässt die Betreiber deutscher Atomkraftwerke von verlängerten Laufzeiten ihrer Reaktoren träumen. So bot RWE-Chef Jürgen Großmann bereits an, im Gegenzug die daraus resultierenden Gewinne seines Konzerns zu 25 Prozent an Bund und Länder abzugeben.

Silke Lautenschläger (CDU), hessische Energieministerin, plant derweil, mögliche Zusatzgewinne durch längere Laufzeiten in die Erforschung erneuerbarer Energien zu investieren.

Die Landesbank Baden-Württemberg kam nach einer Studie zu dem Ergebnis, dass bei einer Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke um 25 Jahre rund 200 Milliarden Euro an zusätzlichen Einnahmen entstehen würden. Bei zehn Jahren beliefe sich die Summe auf ca. 38 Milliarden Euro.

Laut dem so genannten Atomkonsens, 2000 unter Rot-Grün beschlossen und seit 2002 in Kraft, sollen alle Kernkraftwerke der Bundesrepublik Deutschland bis ins Jahr 2020 abgeschaltet werden. Ob und wie die neue Regierung unter Schwarz-Gelb diesen Beschluss korrigieren wird, ist noch nicht bekannt. Vor der Wahl hatten sich jedoch mehrere Spitzenpolitiker von CDU, CSU und FDP für verlängerte Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke stark gemacht.

SPD, die Linke sowie die Grünen plädieren auf der Gegenseite vehement dafür, am Atomausstieg festzuhalten.

Schlagworte: · , , , , , , , , , , , , , , ,

E.ON will Kohlekraft gegen Atomstrom tauschen

September 24th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Der deutsche Energie-Konzern E.ON will die Zusammenstellung seines Energie-Mixes ändern. Laut dem „Handelsblatt“ plant die Unternehmensführung, deutsche Kohlekraftwerke gegen eine Beteiligung an französischen Atomkraftwerken einzutauschen.

Dabei geht es vorerst um Kapazitäten von rund 800 Megawatt, die E.ON an den französischen Reaktoren in Fessenheim und Cattenom übernehmen will. Im Gegenzug erhält Electricité de France (EdF), der staatliche Energiekonzern Frankreichs, Anteile an Kohlekraftwerken von E.ON und der Tochter EnBW.

Darüber hinaus strebt Konzern-Chef Wulf Bernotat an, die 25-prozentige Beteiligung der EdF am französischen Stromversorger Snet zu übernehmen, an dem E.ON bereits eine Mehrheitsbeteiligung innehält. Somit würde sich E.ON als erstes privates Energie-Unternehmen auf dem französischen Strom-Markt etablieren.

Schlagworte: · , , , , ,

Atomstudie: Schavan verhindert Publikation

September 16th, 2009 · 1 Kommentar

Von: David Lorenz

Annette Schavan ist seit 2005 Bundesministerin für Bildung und Forschung

Brisante Enthüllung vor der anstehenden Bundestagswahl. Laut „Financial Times Deutschland“ hält Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) bereits seit mehreren Monaten eine von ihr selbst in Auftrag gegebene Studie zur nationalen Gewinnung und Nutzung von Kernenergie zurück. Rund 100 renommierte Forscher sprechen sich in dem Gutachten für den Bau neuer Atomkraftwerke aus. Daneben regen sie die Suche nach alternativen Standorten für die Endlagerung von radioaktiven Rückständen in Deutschland an.

Das Ergebnis der Studie steht somit im direkten Kontrast zum Programm der CDU, das den Neubau von Kernkraftwerken bisher nicht vorsah. Auch in Sachen Endlagerung kommt es zu einem anderen Fazit als Schavan, die Gorleben stets als geeigneten Standort für die Deponierung von Atommüll darstellte.

Der Verschluss des Gutachtens dürfte für Schavan und die CDU jedoch noch einen anderen Grund haben. Zwar tritt die Union zusammen mit der FDP für längere Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke ein, doch aufgrund der kritischen Haltung vieler Bundesbürger wurde im bisherigen Wahlkampf kaum auf das Thema eingegangen. Das Gutachten der Forschergruppe hätte durch eine Veröffentlichung neue Diskussionen angeregt und dem politischen Gegner, in Form von SPD, Grünen und der Linken, Angriffsfläche für den Wahlkampf geboten. Genannte Parteien werben offensiv mit dem Atomausstieg um Stimmen bei der Bundestagswahl.

(Photo by Andreas SchepersLicense: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

Schlagworte: · , , , , , , , , , , , , ,

Revolution der Windkraft

September 14th, 2009 · 1 Kommentar

Von: David Lorenz

Offshore-Windpark vor der Küste Dänemarks

Die jüngsten Ereignisse im Atomkraftwerk Krümmel und die Enthüllungen zum Endlager Gorleben haben direkten Einfluss auf die nationale Energiepolitik. Dem „Hamburger Abendblatt“ zufolge plant die Große Koalition noch vor den Bundestagswahlen am 27. September den Bau von 40 Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee zu genehmigen.

Laut Bundesverkehrminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sollen rund 2.500 Windräder auf See errichtet werden. „Wir rechnen im Norden mit 30.000 neuen industriellen Arbeitsplätzen in der Offshore-Windindustrie in den kommenden Jahren“, so Tiefensee. „Die aktuelle Diskussion um das Atommülllager Gorleben zeigt uns wieder mal ganz deutlich, dass wir erneuerbare Energien weiter ausbauen müssen. Offshore-Windparks sind dabei ein sinnvoller Beitrag zur umweltbewussten Energiegewinnung.“

Nach Berechnungen des Verkehrsministeriums können durch die Anlagen bei vollem Wind rund 12.000 Megawatt Windenergie erzeugt werden - das entspräche einer Leistung von 12 mittelgroßen Atomkraftwerken und könnte ca. 12 Millionen deutsche Haushalte mit Strom versorgen.

Von den geplanten 40 Windparks sollen 30 in der Nord-, und zehn in der Ostsee errichtet werden. Dabei ist geplant, die Anlagen zwischen 50 und 90 Kilometer vor den Küsten im Meer zu platzieren. Laut Tiefensee sind 22 Windparks bereits genehmigt.

(Photo by m. prinkeLicense: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

Schlagworte: · , , , , , , , , , ,

Gorleben: Risiken bewusst verharmlost?

September 9th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Wurde das Atommüll-Endlager Gorleben Anfang der achtziger Jahre trotz Bedenken zuständiger Expetern in Betrieb genommen? Laut Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ hat die schwarz-gelbe Regierung unter Helmut Kohl (CDU) 1983 massiv Einfluss auf verschiedene Gutachten genommen, die Gorleben als geeignetes Zwischen- und Endlager für radioaktive Rückstände in Frage stellten.

So ließen die damaligen Ministerien für Forschung und Inneres unter der Leitung von Heinz Riesenhuber (CDU) und Friedrich Zimmerman (CSU) angeblich kritische Passagen aus den von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) verfassten Berichten beschönigen oder an weniger prominenten Stellen platzieren. Zudem seien positive Aspekte für eine Inbetriebnahme stärker herausgehoben und das abschließende Fazit komplett diktiert worden.

Der frühere Abteilungsleiter der PTB, Helmut Röthemeyer, hatte bereits Anfang 2009 öffentlich beklagt, dass seine Behörde zum damaligen Zeitpunkt unter erheblichem Druck der Politik stand, die Gorleben unbedingt in Betrieb nehmen wollte.

Schlagworte: · , , , , , ,

RWE: AKW-Kauf in den Niederlanden geplatzt

September 3rd, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Kernkraftwerk im niederländischen Borssele

Die Expansions-Pläne des deutschen Energie-Riesen RWE erhalten einen erneuten Dämpfer. Nachdem das Unternehmen bereits in Bulgarien einen Rückschlag hinnehmen musste, geraten nun auch die Investitions-Bemühungen in den Niederlanden ins Stocken.

RWE wollte sich ursprünglich mit 50 Prozent am einzigen niederländischen Atomkraftwerk in Borssele beteiligen. Der Anteil sollte im Zuge der geplanten Übernahme des angeschlagenen Energie-Versorgers Essent an RWE übergehen. Die EU hatte der Übernahme bereits zugestimmt, die RWE 9,3 Milliarden Euro zuzüglich bestehender Verbindlichkeiten von 1,3 Milliarden Euro des niederländischen Konzerns gekostet hätte.

Mittlerweile konnte allerdings Delta Energy, wie Essent mit 50 Prozent an Borssele beteiligt, eine einstweilige Verfügung gegen die Übernahme durch RWE erwirken. Delta Energy beruft sich dabei auf ein niederländisches Gesetzt, dass es privaten Investoren untersagt, nationale Kerntechnik zu kaufen.

RWE und Essent werden gegen den Gerichtsbeschluss Einspruch einlegen. Da mit einer Prozess-Dauer von mindestens sechs Jahren zu rechnen ist, wird bei der Essent-Übernahme durch RWE die Beteiligung an der Atomanlage in Borssele vorerst ausgeklammert. Der Übernahmepreis wird laut einer Sprecherin des deutschen Energie-Versorgers somit um 950 Millionen Euro vermindert.

RWE ist jedoch weiterhin stark daran interessiert, Borssele nach geklärter Rechtslage zu übernehmen.

(Photo by Radio Nederland WereldomroepLicense: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

Schlagworte: · , , , , , ,

Merkel gegen fristgerechten Atomausstieg

August 31st, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Setzt auch zukünftig auf Kernenergie: Angela Merkel

„Für eine ausgewogene Energiepolitik über das Jahr 2020 hinaus ist die Nutzung von Atomenergie eine Brückentechnologie und unverzichtbar. Ein Ausstieg in zehn Jahren, wie noch unter der rot-grünen Regierung beschlossen, kommt für die nationale Energieversorgung zu abrupt.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am gestrigen Sonntag auf einer Pressekonferenz in Hamburg.

(Photo by World Economic ForumLicense: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

Schlagworte: · , , ,

Panne: Russisches Atomkraftwerk abgeschaltet

August 29th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Im russischen Kernkraftwerk bei Sosnowy Bor, rund 70 Kilometer von St. Petersburg entfernt, ereignete sich am vergangenen Donnerstag ein Störfall, in dessen Folge einer der vier Reaktoren abgeschaltet werden musste. Durch Untersuchungen an einer defekten Pumpe entdeckte das Kraftwerk-Personal eine undichte Stelle am Reaktor.

Ein Sprecher der Anlage lies umgehend verlauten, dass die radioaktive Strahlung, die durch das Leck nach außen getreten war, die zulässigen Grenzwerte nicht überschritten hätte. Bis kommenden Montag sollen die Reparaturarbeiten erfolgreich abgeschlossen sein und das Kernkraftwerk wieder voll hochgefahren werden.

Sosnowy Bor wird durch denselben Reaktor-Typus betrieben, der auch schon in Tschernobyl zum Einsatz kam.

Schlagworte: · , , , ,

Welchen Preis zahlen wir für sauberen Strom?

August 24th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Am vergangenen Mittwoch strahlte die ARD eine Folge des Polit-Magazins „Hart aber Fair“ mit dem Thema „Welchen Preis zahlen wir für sauberen Strom?“ aus.

Die Sendung sei allen interessierten Lesern ans Herz gelegt und lässt sich kostenlos über das Internet verfolgen:

Zur Sendung

„Deutschland hat die höchsten Strompreise in Europa - und wenn wir das Licht einschalten wollen, werden wir bevormundet. Die Glühbirne wird verboten, aber wie lösen wir unsere Energieprobleme wirklich? Die Union setzt weiter auf Atomstrom, trotz Reaktorpannen.“ (Senderinformation der ARD)

Schlagworte:

Ging Krümmel trotz Sicherheitsbedenken ans Netz?

August 18th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz


Atomkraftwerk Krümmel an der Elbe
(Photo by Andreas BemeleitLicense: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

Die negative Publicity rund um das Atomkraftwerk in Krümmel will einfach nicht abreißen. Laut dem „Spiegel“ ging der umstrittenen Kernreaktor im Juni offenbar trotz erheblicher Sicherheitsbedenken von Seiten der zuständigen Atomaufsicht wieder ans Netz.

Am 19. Juni hatte das Sozialministerium in Kiel, für die Atomaufsicht des Bundeslandes Schleswig-Holstein verantwortlich, die Wiederinbetriebnahme Krümmels nach zweijährigen Revisionsarbeiten genehmigt. Am 4. Juli musste die Anlage dann aufgrund eines Kurzschlusses am Maschinentransformator per Not-Abschaltung wieder heruntergefahren werden.

Nach Angaben des „Spiegels“, der sich auf ein Gutachten des „Öko-Institutes“ beruft, seien in Krümmel vor allem im Bereich „Organisation und Kommunikation“ gravierende Defizite aufgetreten. „Bisher wurde der Erfahrungsrückfluss und die Erfahrungsauswertung im Kernkraftwerk Krümmel unzureichend gepflegt“, so das Gutachten. „Dies kann maßgeblichen Einfluss auf die Sicherheitslage haben.“

Abschließend wurde dem Betreiber Vattenfall nahe gelegt, ein „funktionsfähiges Sicherheitsmanagementsystem“ aufzubauen und dies zeitnah zu implementieren.

Die Kieler Atomaufsicht wehrte sich derweil umgehend gegen die Berichterstattung des „Spiegels“. Die Aussagen des bereits 2007 veröffentlichten Gutachtens seien aus dem Zusammenhang gerissen und zudem äußerst selektiv zitiert worden.

Schlagworte: · , , , ,