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Alicia
Zurzeit stolpert die schwarz-gelbe Koalition von einer Glaubwürdigkeitskrise in die nächste: Erst die Taktiererei im Fall Guttenberg, jetzt das hilflose Hin und Her der Regierung angesichts der Atomkatastrophe in Japan. Noch vor kurzem wurde der Ausstieg aus dem Atomausstieg beschlossen. Jetzt sollen plötzlich die alten Meiler ohne gesetzliche Grundlage vom Netz – ein offensichtlicher Rechtsbruch, wie die Opposition heute bemängelte. Außerdem hat die Regierung sich und der Atomindustrie ein Moratorium von drei Monaten auferlegt, um über die Sicherheit der Atomkraftwerke nachzudenken. Doch was sollte dabei herauskommen, was nicht vorher schon bekannt war? Panische Handlungen vor einer Landtagswahl, die zum Debakel für den baden-württembergischen Landesvater Stefan Mappus (CDU) zu werden droht. Der teure EnBW-Deal und sein bisheriger Einsatz für Atomkraft könnten ihn jetzt den Sieg kosten.
Ist der Meinungsumschwung der Regierung mehr als nur ein allzu durchsichtiges Wahlkampfmanöver? Auch von anderen altbekannten Atomkraft-Hardlinern waren bei einer Spiegel Online-Befragung auf einmal ungewohnt sanfte Töne zu hören. Kurt Lauk, Präsident des Wirtschaftsrats der CDU, der im vergangenen Oktober noch zu den Unterstützern einer Kampagne für Kernenergie gehörte, gibt sich nachdenklich: „Wir sind immer davon ausgegangen, dass Industrienationen die Technik eines sicheren Betriebs mit Kompetenz beherrschen. Hier hat Japan ein Fragezeichen gesetzt.“ Niemand spricht mehr von der Versorgungssicherheit, die durch den Ausstieg aus der Atomkraft angeblich gefährdet würde.
Späte Einsicht der Verantwortlichen in das unkalkulierbare Risiko der Atomenergie? Oder haben Politiker und Atomindustrie lange Jahre wider besseres Wissen die Kernkraft unterstützt, deren Risiken längst bekannt waren? Diskutieren Sie mit!
Schlagworte: · Befragung, Fukushima, Kurt Lauk, Stefan Mappus
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Alicia
Während in Japan die atomare Katastrophe außer Kontrolle gerät und immer neue Hiobsbotschaften aus dem Unglücks-AKW Fukushima eintreffen, schlägt auch hierzulande die Stimmung um. Eine Mehrheit von 53 Prozent plädiert einer Infratest-Umfrage für den ARD-Deutschlandtrend zufolge dafür, dass die deutschen Atomkraftwerke so schnell wie möglich abgeschaltet werden sollen; Hunderttausende Menschen haben in den vergangenen Tagen gegen Atomkraft demonstriert.
Auch in der schwarz-gelben Regierung schwindet die Unterstützung für Atomkraft – auch wenn manche Kommentatoren in den Ankündigungen aus den Reihen der CDU, veraltete Atomkraftwerke vorübergehend abzuschalten und die Laufzeitverlängerung auszusetzen, reines Wahlkampfgetöse sehen.
Die Gegner der Atomenergie in Deutschland bekommen neues Futter durch bislang unbekannte Studien, denen zufolge AKWs auch in Deutschland nicht erdbebensicher sind. Darüber berichtete heute Spiegel Online. Gründe seien, dass die Stärke möglicher Erdbeben in Deutschland unterschätzt werde, der Untergrund vor dem Bau bestehender Atomkraftwerke nicht ausreichend geprüft worden sei und mögliche Erdbebenfolgen vernachlässigt würden.
Schlagworte: · Fukushima, Japan, Super-GAU
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David Lorenz
Im Atomkraftwerk Isar 1 nahe Landshut ereignete sich Anfang der Woche eine technische Panne. Laut E.ON, Betreiber der Anlage, kam es zu einem Leck an einem Brennelement. Zudem sei in der vergangenen Woche ein Transformator ausgefallen. Der Energie-Konzern gab bekannt, dass aufgrund der Störungen Isar 1 für die kommenden zehn Tage vom Netz genommen wird.
Der Ausfall könnte E.ON Berechnungen zufolge rund 10 Millionen Euro kosten. Die Fraktion der Grünen forderte derweil im bayrischen Landtag, die Panne umgehend aufzuklären.
Das Atomkraftwerk Isar 1 nördlich von München ist bereits seit 1977 am Netz und soll im kommenden Jahr planmäßig abgeschaltet werden.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Bündnis 90/Die Grünen, E.ON, Isar 1, Kernkraftwerk, Panne
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David Lorenz

Atomkraftwerk Krümmel an der Elbe
(Photo by Andreas Bemeleit | License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)
Die negative Publicity rund um das Atomkraftwerk in Krümmel will einfach nicht abreißen. Laut dem „Spiegel“ ging der umstrittenen Kernreaktor im Juni offenbar trotz erheblicher Sicherheitsbedenken von Seiten der zuständigen Atomaufsicht wieder ans Netz.
Am 19. Juni hatte das Sozialministerium in Kiel, für die Atomaufsicht des Bundeslandes Schleswig-Holstein verantwortlich, die Wiederinbetriebnahme Krümmels nach zweijährigen Revisionsarbeiten genehmigt. Am 4. Juli musste die Anlage dann aufgrund eines Kurzschlusses am Maschinentransformator per Not-Abschaltung wieder heruntergefahren werden.
Nach Angaben des „Spiegels“, der sich auf ein Gutachten des „Öko-Institutes“ beruft, seien in Krümmel vor allem im Bereich „Organisation und Kommunikation“ gravierende Defizite aufgetreten. „Bisher wurde der Erfahrungsrückfluss und die Erfahrungsauswertung im Kernkraftwerk Krümmel unzureichend gepflegt“, so das Gutachten. „Dies kann maßgeblichen Einfluss auf die Sicherheitslage haben.“
Abschließend wurde dem Betreiber Vattenfall nahe gelegt, ein „funktionsfähiges Sicherheitsmanagementsystem“ aufzubauen und dies zeitnah zu implementieren.
Die Kieler Atomaufsicht wehrte sich derweil umgehend gegen die Berichterstattung des „Spiegels“. Die Aussagen des bereits 2007 veröffentlichten Gutachtens seien aus dem Zusammenhang gerissen und zudem äußerst selektiv zitiert worden.
Schlagworte: · Atomaufsicht, Atomkraftwerk, Kernkraftwerk, Krümmel, Vattenfall
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David Lorenz
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace will eine baldige Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerkes Krümmel nicht akzeptieren. Jüngst reichte die Organisation einen Antrag auf Widerruf der Betriebsgenehmigung des umstrittenen Kernkraftwerkes bei der zuständigen Atomaufsicht des Landes Schleswig-Holstein ein.
Greenpeace vertritt dabei eigenen Angaben zufolge Gesundheit und Eigentümer-Interessen der Bürger, die in unmittelbarer Nähe der Anlage leben. „Die Kläger wollen nicht weiter mit der Angst vor einem schweren Störfall leben”, so ein Sprecher der Organisation am heutigen Dienstag in Kiel.
Krümmel hatte in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen gesorgt, als das Atomkraftwerk nach zweijährigen Revisions-Arbeiten aufgrund eines Trafokurzschlusses abermals vom Netzt genommen werden musste. Vor allem das Krisenmanagement des Betreibers Vattenfall zog national den Unmut von Atomkraftgegnern, Umweltschützern und Politikern auf sich.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Greenpeace, Kernkraftwerk, Krümmel, Panne, Vattenfall
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David Lorenz
Erneut sorgt die Atomindustrie für Aufsehen. Am heutigen Freitagmorgen musste das Kernkraftwerk Emsland im niedersächsischen Lingen abgeschaltet werden. Ausgelöst wurde der Zwischenfall laut RWE, Betreiber des Atomkraftwerkes, durch eine Überwachungseinrichtung am Maschinentrafo, die nicht ordnungsgemäß ihren Dienst verrichtete.
Das niedersächsische Umweltministerium gab umgehend bekannt, dass dem Vorfall lediglich eine geringe Bedeutung beigemessen werde und von einem Störfall nicht die Rede sein kann. Eine Sicherheitsgefahr habe zu keinem Zeitpunkt bestanden und Radioaktivität sei nicht ausgetreten.
Derzeit untersuchen Beamte der zuständigen Aufsichtbehörde den Reaktor und entscheiden dann, wann die Anlange, die seit 1988 in Betrieb ist, wieder hochgefahren werden kann.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Emsland, Kernkraftwerk, Panne, RWE
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David Lorenz
Die Panne von Krümmel aus der vergangenen Woche hat direkten Einfluss auf das Bewusstsein der Deutschen im Hinblick auf ältere Atomkraftwerke. Eine Studie des Meinungsforschungsinstitutes Emnid im Auftrag der „Bild am Sonntag“ kann jetzt zu dem Ergebnis, dass rund 72 Prozent der Bundesbürger für eine sofortige Abschaltung des Kernkraftwerkes in Krümmel sowie anderer älterer Atommeiler sind. Nur 26 Prozent der Befragten sind für einen Verbleib von Krümmel & Co. am deutschen Stromnetz.
Währenddessen rückt die zukünftige Nutzung von Atomstrom mitten ins Zentrum des diesjährigen Bundestagswahlkampfes. Während SPD, Grüne und die Linke geschlossen für einen Atomausstieg bis ins Jahr 2020 oder sogar früher eintreten, und damit laut der Emnid-Umfrage den Nerv der Wähler treffen, setzen sich CDU, CSU und die FDP nach wie vor mehrheitlich für verlängerte Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke ein.
Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) machte sich jüngst für individuelle Laufzeiten der einzelnen Kernkraftwerke stark. „Die Laufzeiten sollen zukünftig streng nach den vorliegenden Sicherheitskriterien festgelegt werden“, so Wulff gegenüber der Online-Ausgabe der „WELT“. Pannen wie die in Krümmel müssten sorgfältig untersucht und aufgeklärt werden. „Kraftwerke, die sicher sind und bei denen es keinen Zweifel am neuesten Stand der Technik gibt, sollen weiter betrieben werden“, so der 50-Jährige.
Roland Koch (CDU) geht sogar noch einen Schritt weiter. Der hessische Ministerpräsident forderte gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“ unbegrenzte Laufzeiten der Atomkraftwerke in Deutschland. „Wir wollen alle politischen Laufzeitbeschränkungen aufheben. Die Frage, wie lange ein Kernkraftwerk sicher ist, soll nach dem Stand von Wissenschaft und Technik entschieden werden - der TÜV und nicht Herr Gabriel soll das bestimmen.“
Gleichzeitig übte Koch allerdings harsche Kritik an der missglückten Kommunikationspolitik von Seiten des Betreibers im Falle Krümmel. „Die Dummheit der Energiekonzerne in ihrer Kommunikation ist kaum noch beschreibbar. Konzerne wie Vattenfall machen sich so unfreiwillig selbst zu den größten Gegnern der Kernkraft.“
SPD-Chef Franz Müntefering setzte sich währenddessen lautstark für eine Stilllegung des Pannenreaktors an der Elbe ein. „Was in Krümmel passiert stinkt zum Himmel. Legt das Ding endlich still.“
Vattenfall sieht sich mittlerweile von einer nationalen Kampagne gegen das Unternehmen bedroht. Gegenüber dem „Focus“ äußerste sich Vattenfall-Europe-Chef Tuomo Hatakka mit deutlichen Worten. „Ich warne ausdrücklich vor einem Anti-Atomwahlkampf auf unsere Kosten. Das Ereignis in Krümmel jetzt zu instrumentalisieren, ist unverantwortlich. Der Kurzschluss war ein bedauerlicher Einzelfall und die Sicherheitslage des Reaktors war zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Einige Politiker versuchen jetzt, mit den Ängsten der Menschen in diesem Land auf Stimmenfang zu gehen.“
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Atomstrom, Betreiber, Bundestagswahlkampf 2009, Bündnis 90/Die Grünen, CDU, Christian Wulff, CSU, Die Linke, FDP, Franz Müntefering, Kernkraftwerk, Krümmel, Roland Koch, Sigmar Gabriel, SPD, Tuomo Hatakka, Vattenfall
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David Lorenz
Die aktuelle Pannenserie im Atomkraftwerk Krümmel bringt neuen Schwung in die öffentliche Diskussion um Sicherheitslage und Zustand deutscher Kernkraftwerke.
Laut der „Berliner Zeitung“ wurde jetzt bekannt, dass bereits seit 2006 offizielle Regierungs-Erklärungen existieren, die Anlagen wie Krümmel und Biblis attestieren, „nicht auf dem aktuellsten Stand von Technik und Wissenschaft“ zu sein. Sie gehören „nicht zu den weltweit hochmodernsten und sichersten Atomkraftwerken.“
In der Antwort auf eine aktuelle parlamentarische Anfrage der Grünen heißt es zudem, „die neueren Siedewasserreaktoren sowie die Druckwasserreaktoren der dritten oder vierten Generation haben grundsätzlich bessere Sicherheitseigenschaften.“
Krümmel und Biblis gehören mit Inbetriebnahmen aus den Jahren 1984 und 1975 zu den ältesten deutschen Kernkraftwerken und verfügen über Siedewasserreaktoren einer bereits betagten Bauart. Beide Anlagen hatten während der vergangenen Jahre in regelmäßigen Abständen mit Pannen und Störfällen auf sich aufmerksam gemacht.
Vattenfall gab derweil bekannt, dass der Meiler im norddeutschen Krümmel aufgrund von fälligen Sanierungsarbeiten für mindestens zehn Monate still stehen würde. Außerdem wurden schwerwiegende Fehler eingestanden, unter anderem eine mangelhafte Kommunikationspolitik mit Behörden und Öffentlichkeit sowie die fehlende Installation einer Messeinrichtung am Transformator, die den Störfall früher hätte melden können. Der verantwortliche Leiter des Kraftwerkes wurde mittlerweile von seinen Aufgaben entbunden.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Biblis, Bündnis 90/Die Grünen, Kernkraftwerk, Krümmel, Panne, Vattenfall
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David Lorenz
Einen Tag nachdem der Kernrektor in Krümmel am gestrigen Sonntag aufgrund eines Trafokurzschlusses heruntergefahren werden musste, kam es zu heftigen Demonstration gegen Vattenfall, den schwedischen Betreiberkonzern des Atomkraftwerkes an der Elbe.
Mitglieder der Umweltorganisation Greenpeace versperrten mit schweren Ketten den Zugang zur Anlage und forderten auf Schildern und Plakaten die zuständige Atomaufsicht dazu auf, Vattenfall unverzüglich die Lizenz zum Betrieb des Atomkraftwerkes zu entziehen und den Reaktor in Krümmel für immer vom Netz zu nehmen.
Der Energie-Konzern war bei dem Störfall durch eine mangelhafte Kommunikationspolitik aufgefallen. Nicht der Betreiber, sondern die örtliche Polizei hatte die Panne zuerst gemeldet. Zudem wurde bekannt, dass die Folgen des Kurzschlusses deutlich schlimmer waren als von Vattenfall zunächst verbreitet.
Währenddessen wird auch aus der Politik vermehrt die Forderung laut, das durch Störfälle geplagte Kernkraftwerk endgültig stillzulegen. Claudia Roth, Partei-Chefin der Grünen, rief die Bundesregierung dazu auf, „dass gefährliche Vabanquespiel“ Vattenfalls mit Krümmel umgehend zu unterbinden und die jüngsten Störfälle umfangreich zu untersuchen.
Auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sowie die Partei die Linke setzen sich vehement für einen schnelleren Atomausstieg Deutschlands sowie eine nationale Atomaufsichtsbehörde ein. Bisher liegt die Verantwortung über Atomkraftwerke und Betreiber in Händen der einzelnen Bundesländer.
Krümmel, das nach zwei Jahren Stillstand und umfangreichen Wartungsarbeiten erst vor zwei Wochen wieder hochgefahren wurde, musste in den vergangenen Tagen aufgrund von Störfällen bereits zum wiederholten Male abgeschaltet werden.
Während die öffentliche Kritik an Betreiber und Anlage derweil immer lauter wird, sieht die Kanzlerin generell keine Sicherheitsrisiken in deutschen Atomkraftwerken. Angela Merkel betonte vehement, trotz der jüngsten Störfälle keinen schnelleren Atomausstieg vorantreiben zu wollen. Dennoch könnten die Pläne von CDU/CSU und FDP, bei veränderten Mehrheitsverhältnissen nach der diesjährigen Bundestagswahl die Laufzeiten der Kernkraftwerke zu verlängern, durch die Ereignisse in Krümmel nachhaltig über den Haufen geworfen werden.
Schlagworte: · Angela Merkel, Atomkraftwerk, Bundestagswahlkampf 2009, Bündnis 90/Die Grünen, CDU, Claudia Roth, CSU, Die Linke, FDP, Greenpeace, Kernkraftwerk, Krümmel, Panne, Sigmar Gabriel, SPD, Vattenfall
Von:
David Lorenz
Rund eine Woche nach der Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerkes Krümmel in Schleswig-Holstein kam es bereits zu einem ersten Zwischenfall am Reaktor. Nach Angaben des Sozialministeriums in Kiel, zuständig für die Atomaufsicht des Bundeslandes, fiel bei einer Routineprüfung „eine von drei elektronischen Baugruppen zum zeitverzögerten Auslösen einer Reaktorschutzmaßnahme“ aus. Bei der Schutzmaßnahme handelt es sich um eine Wasserzuspeisung, die bei Notfällen in den Reaktorkern geleitet wird.
Der Vorfall ereignete sich bereits am 23. Juni und wurde von der Behörde in die Kategorie N (Normalmeldung) eingestuft. Laut Vattenfall, Betreiber des Kernkraftwerkes, wäre bei einer Katastrophe der Schutzmechanismus auch ohne ein funktionstüchtiges Bauteil ausgelöst worden. Der Defekt ist mittlerweile behoben.
Krümmel wurde in den vergangenen beiden Jahren umfangreichen Wartungsarbeiten unterzogen, nachdem das Atomkraftwerk aufgrund eines Transformatorbrandes am 28. Juni 2007 abgeschaltet werden musste und in der Folge mehrere technische Mängel am Bau der Anlage festgestellt worden waren.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Kernkraftwerk, Krümmel, Panne, Vattenfall