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September 16th, 2009 · 1 Kommentar
Von:
David Lorenz
Annette Schavan ist seit 2005 Bundesministerin für Bildung und Forschung
Brisante Enthüllung vor der anstehenden Bundestagswahl. Laut „Financial Times Deutschland“ hält Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) bereits seit mehreren Monaten eine von ihr selbst in Auftrag gegebene Studie zur nationalen Gewinnung und Nutzung von Kernenergie zurück. Rund 100 renommierte Forscher sprechen sich in dem Gutachten für den Bau neuer Atomkraftwerke aus. Daneben regen sie die Suche nach alternativen Standorten für die Endlagerung von radioaktiven Rückständen in Deutschland an.
Das Ergebnis der Studie steht somit im direkten Kontrast zum Programm der CDU, das den Neubau von Kernkraftwerken bisher nicht vorsah. Auch in Sachen Endlagerung kommt es zu einem anderen Fazit als Schavan, die Gorleben stets als geeigneten Standort für die Deponierung von Atommüll darstellte.
Der Verschluss des Gutachtens dürfte für Schavan und die CDU jedoch noch einen anderen Grund haben. Zwar tritt die Union zusammen mit der FDP für längere Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke ein, doch aufgrund der kritischen Haltung vieler Bundesbürger wurde im bisherigen Wahlkampf kaum auf das Thema eingegangen. Das Gutachten der Forschergruppe hätte durch eine Veröffentlichung neue Diskussionen angeregt und dem politischen Gegner, in Form von SPD, Grünen und der Linken, Angriffsfläche für den Wahlkampf geboten. Genannte Parteien werben offensiv mit dem Atomausstieg um Stimmen bei der Bundestagswahl.
(Photo by Andreas Schepers | License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)
Schlagworte: · Annette Schavan, Atomausstieg, Atomkraftwerk, Bundestagswahlkampf 2009, Bündnis 90/Die Grünen, CDU, CSU, Die Linke, Endlagerung, FDP, Gorleben, Kernkraftwerk, Laufzeitverlängerung, SPD
Von:
David Lorenz
Am vergangenen Mittwoch strahlte die ARD eine Folge des Polit-Magazins „Hart aber Fair“ mit dem Thema „Welchen Preis zahlen wir für sauberen Strom?“ aus.
Die Sendung sei allen interessierten Lesern ans Herz gelegt und lässt sich kostenlos über das Internet verfolgen:
Zur Sendung
„Deutschland hat die höchsten Strompreise in Europa - und wenn wir das Licht einschalten wollen, werden wir bevormundet. Die Glühbirne wird verboten, aber wie lösen wir unsere Energieprobleme wirklich? Die Union setzt weiter auf Atomstrom, trotz Reaktorpannen.“ (Senderinformation der ARD)
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David Lorenz
Das Kernkraftwerk Emsland im niedersächsischen Lingen ist wieder in Betrieb. Nachdem die Anlage vorvergangene Woche aufgrund eines defekten Maschinentrafos abgeschaltet werden musste, konnte das Atomkraftwerk dank erfolgreichen Funktionstests am gestrigen Montag wieder ans Netz gehen.
Der Wiederinbetriebnahme war ein Streit zwischen zuständigem Landesumweltministerium und dem Bundesumweltministerium um Sigmar Gabriel (SPD) vorangegangen. Erst am Wochenende erhielt der Betreiberkonzern RWE grünes Licht, das Kernkraftwerk wieder hochzufahren.
Laut RWE produziert der 1988 in Betrieb genommene 1400-Megawatt-Reaktorblock jährlich rund elf Milliarden Kilowattstunden Atomstrom.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Atomstrom, Emsland, Kernkraftwerk, Panne, RWE, Sigmar Gabriel
Von:
David Lorenz
Nach einer aktuellen Studie des Ökoinstitutes geht die Rechnung von günstigen Strompreisen bei einer gleichzeitigen Laufzeiten-Verlängerung deutscher Atomkraftwerke möglicherweise nicht auf.
Die Studie hat laut dem „Handelsblatt“ Strompreise im europäischen Ausland mit Atomstrom-Anteilen der betroffenen Länder verglichen. So weist Frankreich beispielsweise mit einem hohen Atomstrom-Anteil am nationalen Energie-Mix einen relativ günstigen Strompreis auf. In Belgien dagegen, wo Atomstrom einen ähnlich hohen Anteil am Energie-Markt wie in Frankreich stellt, ist der Strom besonders teuer. Laut dem Ökoinstitut könne daher „kein Zusammenhang zwischen hohen Kernenergie-Anteilen und dem Strompreisniveau” hergestellt werden.
Sigmar Gabriel (SPD), Bundesumweltminister und Auftraggeber der Studie, geht sogar noch einen Schritt weiter. „Eine Laufzeitverlängerung führt nicht zu sinkenden Strompreisen. Im Gegenteil. Weil notwendige Investitionen in neue Kraftwerke unterbleiben, könnte der Strompreis sogar steigen.“
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Atomstrom, Kernenergie, Sigmar Gabriel, SPD
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David Lorenz
Nachdem vor rund vier Wochen bereits das Atomkraftwerk in Grohnde routinemäßigen Wartungsarbeiten unterzogen wurde, ging gestern Abend nun auch Brokdorf für die jährlich durchzuführende Revision vom Netz.
Das zuständige Sozialministerium Schleswig-Holsteins gab in Kiel bekannt, dass 56 der 193 im Reaktorkern befindlichen Brennelemente ausgetauscht werden sollen. Daneben müssen fällige Instandhaltungsmaßnahmen umgesetzt, sowie die Sicherheitslage des Kernkraftwerkes einer genauen Prüfung unterzogen werden.
Das Atomkraftwerk an den Ufern der Elbe wird aufgrund der Revision insgesamt einen Monat lang keinen Strom produzieren. Damit befindet sich Brokdorf in prominenter Gesellschaft, denn die Kernkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel im Norden Deutschlands befinden sich seit Störfällen aus dem Jahr 2007 ebenfalls nicht am Netz.
Brokdorf gehört zu 80 Prozent dem Betreiber-Konzern E.ON und zu 20 Prozent dem schwedischen Energie-Riesen Vattenfall. Seit 1986 ist das Kernkraftwerk in Betrieb und soll laut Atomkonsens planmäßig im Jahre 2018 abgeschaltet werden.
Schlagworte: · Atomkonsens, Atomkraftwerk, Brokdorf, Brunsbüttel, E.ON, Grohnde, Kernkraftwerk, Krümmel, Panne, RWE, Vattenfall
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David Lorenz
Russland drängt weiter auf die Vormachtsstellung in der internationalen Atom-Branche. Nach Projekten in China, Indien, Iran und Bulgarien gab der staatseigene Energie-Konzern Rosatom am gestrigen Donnerstag bekannt, Ende des Jahres mit Weißrussland einen Vertrag über den Bau eines neuen Atomkraftwerkes abzuschließen.
Dabei soll der russische Kernkraftwerkbauer Atomstroyexport zunächst einen Reaktor im weißrussischen Grodno mit einer Leistung von etwa 1.000 Megawatt errichten, der nach aktuellen Plänen bereits 2016 ans Netz gehen wird. Spätestens zwei Jahre darauf soll ein weiterer Reaktor in Betrieb genommen werden. Die Anlage wäre in der Lage, den kompletten Strombedarf des Landes zu decken. Es existieren bereits Pläne für einen dritten Reaktor, durch den Weißrussland dann auch erstmals Strom ins Ausland exportieren könnte.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Atomstrom, Atomstroyexport, Rosatom
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David Lorenz
Trendwende auf dem Strommarkt. Im Jahr 2008 stieg der Atomstrom-Anteil am deutschen Energiemix von 22,3 Prozent aus dem Vorjahr auf 23,5 Prozent an. Auch Erzeugnisse aus Erdgas sowie von Wind-, Wasser,- und Biomasse-Kraftwerken nahmen nach einem vorläufigen Ergebnis des Bundesverbandes für Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), dem unter Anderem die größten Betreiber-Konzerne wie RWE, Vattenfall, E.ON und EnBW angehören, um etwa 13 Milliarden Kilowattstunden zu, während Braun- und Steinkohle-Kraftwerke zum Teil deutlich weniger Strom produzierten als noch 2007.
Insgesamt wurden in Deutschland 2008 599,3 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert, was einem Plus von lediglich 400 Millionen Kilowattstunden im Vergleich zu 2007 entspricht. Grund für die nur marginale Zunahme ist laut BDEW-Vorsitzender Hildegrard Müller der Konjunktureinbruch aus dem letzten Quartal 2008.
Die Kernenergie stellt durch das Ergebnis den größten Anteil am deutschen Strommarkt und löst somit den bisherigen Spitzenreiter, die Braunkohle, ab. Wichtigster Grund für die Trendwende ist die Tatsache, dass 2007 mehrere Atomkraftwerke aufgrund von Störfällen nicht am Netz waren (Biblis, Krümmel, Brunsbüttel). Im Februar 2008 wurde Biblis wieder in Betrieb genommen, was den Atomstrom-Anteil am deutschen Energiemix stark beeinflusste.
Vattenfall plant derweil noch für dieses Jahr die Reaktoren in Krümmel und Brunsbüttel nach umfangreichen Revisionsarbeiten wieder ans Netz zu nehmen, was den Anteil an Atomstrom-Erzeugnissen im Vergleich zur Braun- und Steinkohle weiter erhöhen würde.
Energiemix in Deutschland (2008) in Milliarden Kilowattstunden:
- Kernenergie: 140,8
- Braunkohle: 138,3
- Steinkohle: 114,4
- Erneuerbare Energien: 90,9
- Erdgas: 83,2
- Sonstige: 31,8
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Atomstrom, Biblis, Brunsbüttel, E.ON, EnBW, Erneuerbare Energien, Kernkraftwerk, Krümmel, RWE, Vattenfall
Von:
Fabian Frick
In Deutschland sind nach der Abschaltung des ältesten aktiven Kernkraftwerks Biblis A noch 16 Kernkraftwerke in Betrieb.
2007 betrug der Anteil der Atomkraftwerke an der allgemeinen Stromerzeugung rund 22 Prozent.
Was bringt die Zukunft? Nach dem sogenannten Atomkonsens dürfen keine neuen Kernkraftwerke gebaut werden. Im Juni 2000 hat die damalige rot-grüne Regierung mit der deutschen Atomwirtschaft den Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie vereinbart. Demnach sollen bis etwa 2021 alle Kernkraftwerke abgeschaltet sein. Diesem Ultimatum gingen jahrzehntelange Proteste von Atomkraft-Gegnern voraus.
Nicht nur in der Union werden nun wieder Stimmen laut, den Ausstieg aus der Kernenergie zu verhindern.
Kernkraftbefürworter argumentieren mit schwindenden Erdöl-Reserven und dem Ausstoß von Treibhausgasen bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Die Gegner nennen immer wieder die Möglickeit eines nuklearen Unglücks oder die ungeklärte Lage der Endlagerung als Argument für den Atomausstieg.
Der Bund hat sich gesetzlich dazu verpflichtet, bis 2030 ein Lösung für die Endlagerung zu finden.
(Quelle: Bild)
Wie stehen Sie zur Nutzung und Erzeugung von Kernenergie?
Schlagworte: · Atomausstieg, Atomkraftwerk, Biblis, Bündnis 90/Die Grünen, Endlagerung, Kernenergie, Kernkraftwerk, SPD