Einträge gespeichert als 'Diskussion zu Atomstrom'
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Alicia
Die Oppositionsklage gegen die von der Regierung geplante Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke ist beinahe fertig und soll in den nächsten Wochen dem Bundesverfassungsgericht vorgelegt werden. Unterdessen bereitet sich das Nachbarland Schweiz auf ein Referendum vor, das über den Bau eines neuen Kernkraftwerks im Berner Umland entscheiden soll.
Im hitzigen Streit zwischen Verfechtern und Gegnern der Kernkraft hat sich am Samstag Eduard Kiener, der ehemalige Direktor des eidgenössischen Bundesamtes für Energie, in einem Interview mit der Tageszeitung „Bund“ für einen Ausbau der Kernenergie ausgesprochen. Seine Argumente sind altbekannt: Der drohende Strommangel, die gute CO2-Bilanz, die Schattenseiten der Erneuerbaren, das bei neuen Reaktortypen vergleichsweise geringe Risiko und die niedrigen Kosten vermengt er zu einem wenig überzeugenden Plädoyer für den Bau von gleich zwei neuen Kernkraftwerken in der Schweiz. Er führt angeblich neutrale wissenschaftliche Untersuchungen auf, um seine Argumente zu stützen – eine davon durchgeführt vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung in Essen, das sich in der Vergangenheit solarenergiekritische Studien von der US-amerikanischen Kohle- und Erdöl-Lobby finanzieren ließ.
Weil Kiener weiß, dass solche Volksentscheide viel mehr als von Fakten vom Emotionalen geprägt sind, versucht er einen neuen Popanz aufzubauen: Die Angst vor einer Mangelversorgung mit Strom. „Mit der Versorgungssicherheit ist nicht zu spaßen“, sagt Kiener. Doch wie realistisch ist das Szenario von Stromausfällen im Bankenstaat? Tatsache ist: 40 Prozent des Stroms stammen aus Kernenergie, 60 Prozent aus Wasserkraft. Seit Jahren bleibt die in der Schweiz hergestellte Strommenge konstant. Der Stromverbrauch aber steigt.
Doch selbst wenn Stromlieferungen aus dem Ausland ausfallen und zu einem Strommangel in der Schweiz führen sollten: Die Bedrohung einer nuklearen Katastrophe ist symbolisch viel stärker aufgeladen und rührt an tief sitzende Katastrophenängste. Die Vorstellung von schwarzen Computerbildschirmen und Abendessen bei Kerzenschein mutet dagegen fast heimelig an.
Schlagworte: · Atomdiskussion, Atomkraftwerk, Kernkraftwerk, KKW, Mühleberg, Schweiz
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Alicia
Fast ein Vierteljahrhundert nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und ein paar Monate nach dem Beschluss der Regierung, aus dem Atomausstieg auszusteigen, erinnert Sat1 heute Abend an die Möglichkeit eines GAUs auch in deutschen Kernkraftwerken.
Ulrike Folkerts spielt Katja Wernecke, Sicherheitschefin eines norddeutschen Atomkraftwerks. Sie will den GAU aufklären, den sie mitverschuldet hat, und läuft mit knatterndem Strahlenmessgerät durch das menschenleere Hamburg. Die einstige Atomkraftverfechterin Wernecke stellt sich im couragierten Thriller „Restrisiko“ ihrer Verantwortung, sich wider alle Vernunft dafür eingesetzt zu haben, dass ein völlig veralteter Meiler länger am Netz bleibt.
Der Thriller „Restrisiko“ übt überraschend deutliche Kritik an der Atomindustrie. Parallelen zum Problemreaktor Brunsbüttel sind beabsichtigt: Oldenbüttel ist der Name des Atomkraftwerks, das im Film in die Luft geht. Gedreht wurde im österreichischen AKW Zwentendorf, einem mit Brunsbüttel identischen Reaktor, der allerdings nie ans Netz gegangen ist.
Fazit: „Restrisiko“ ist ein gut gemachter, spannender Film, der für Diskussionsstoff sorgt.
Schlagworte: · Atomenergie, Atomstrom, Brunsbüttel, Film, Kernkraftwerk, Sat1, Super-GAU
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David Lorenz
Die Panne von Krümmel aus der vergangenen Woche hat direkten Einfluss auf das Bewusstsein der Deutschen im Hinblick auf ältere Atomkraftwerke. Eine Studie des Meinungsforschungsinstitutes Emnid im Auftrag der „Bild am Sonntag“ kann jetzt zu dem Ergebnis, dass rund 72 Prozent der Bundesbürger für eine sofortige Abschaltung des Kernkraftwerkes in Krümmel sowie anderer älterer Atommeiler sind. Nur 26 Prozent der Befragten sind für einen Verbleib von Krümmel & Co. am deutschen Stromnetz.
Währenddessen rückt die zukünftige Nutzung von Atomstrom mitten ins Zentrum des diesjährigen Bundestagswahlkampfes. Während SPD, Grüne und die Linke geschlossen für einen Atomausstieg bis ins Jahr 2020 oder sogar früher eintreten, und damit laut der Emnid-Umfrage den Nerv der Wähler treffen, setzen sich CDU, CSU und die FDP nach wie vor mehrheitlich für verlängerte Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke ein.
Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) machte sich jüngst für individuelle Laufzeiten der einzelnen Kernkraftwerke stark. „Die Laufzeiten sollen zukünftig streng nach den vorliegenden Sicherheitskriterien festgelegt werden“, so Wulff gegenüber der Online-Ausgabe der „WELT“. Pannen wie die in Krümmel müssten sorgfältig untersucht und aufgeklärt werden. „Kraftwerke, die sicher sind und bei denen es keinen Zweifel am neuesten Stand der Technik gibt, sollen weiter betrieben werden“, so der 50-Jährige.
Roland Koch (CDU) geht sogar noch einen Schritt weiter. Der hessische Ministerpräsident forderte gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“ unbegrenzte Laufzeiten der Atomkraftwerke in Deutschland. „Wir wollen alle politischen Laufzeitbeschränkungen aufheben. Die Frage, wie lange ein Kernkraftwerk sicher ist, soll nach dem Stand von Wissenschaft und Technik entschieden werden - der TÜV und nicht Herr Gabriel soll das bestimmen.“
Gleichzeitig übte Koch allerdings harsche Kritik an der missglückten Kommunikationspolitik von Seiten des Betreibers im Falle Krümmel. „Die Dummheit der Energiekonzerne in ihrer Kommunikation ist kaum noch beschreibbar. Konzerne wie Vattenfall machen sich so unfreiwillig selbst zu den größten Gegnern der Kernkraft.“
SPD-Chef Franz Müntefering setzte sich währenddessen lautstark für eine Stilllegung des Pannenreaktors an der Elbe ein. „Was in Krümmel passiert stinkt zum Himmel. Legt das Ding endlich still.“
Vattenfall sieht sich mittlerweile von einer nationalen Kampagne gegen das Unternehmen bedroht. Gegenüber dem „Focus“ äußerste sich Vattenfall-Europe-Chef Tuomo Hatakka mit deutlichen Worten. „Ich warne ausdrücklich vor einem Anti-Atomwahlkampf auf unsere Kosten. Das Ereignis in Krümmel jetzt zu instrumentalisieren, ist unverantwortlich. Der Kurzschluss war ein bedauerlicher Einzelfall und die Sicherheitslage des Reaktors war zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Einige Politiker versuchen jetzt, mit den Ängsten der Menschen in diesem Land auf Stimmenfang zu gehen.“
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Atomstrom, Betreiber, Bundestagswahlkampf 2009, Bündnis 90/Die Grünen, CDU, Christian Wulff, CSU, Die Linke, FDP, Franz Müntefering, Kernkraftwerk, Krümmel, Roland Koch, Sigmar Gabriel, SPD, Tuomo Hatakka, Vattenfall
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David Lorenz
In der Bundesrepublik Deutschland herrscht nach wie vor große Skepsis gegenüber Atomkraftwerken und Kernenergie. Eine aktuelle Forsa-Umfrage hat ergeben, dass 66 Prozent der Bürger dieses Landes den beschlossenen Atomausstieg begrüßen.
Knapp 60 Prozent der Bevölkerung sehen in der Atomenergie sogar eine ernsthafte Gefahr, während auf der anderen Seite lediglich acht Prozent der repräsentativ Befragten von keinem negativen Effekt der Technologie ausgehen.
„Die Zahlen belegen, dass eine breite Bevölkerungsmehrheit den beschlossenen Atomausstieg unterstützt. Sie zeigen auch, dass es der Atomlobby selbst mit einer millionenschweren Dauerwerbekampagne nicht gelingt, die Wahrnehmung der Atomkraftrisiken zu übertünchen. Das Gerede von einer Rückkehr der Atomenergie entpuppt sich als bloße Propaganda“, äußerte sich Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) zu den Ergebnissen der Umfrage.
Aus Selbiger geht auch hervor, dass Anhänger von CDU/CSU sowie der FDP die Gefahren im Vergleich zu Wählern der Grünen und der Linkspartei als deutlich geringer einschätzen. Ebenso driften die Meinungen beim geplanten Zeitpunkt des Atomausstieges auseinander. CDU/CSU-, sowie FDP-Anhänger würden längere Laufzeiten befürworten, während sich die Wähler der Grünen und der Linksparte für ein früheres Abschalten deutscher Kernkraftwerke aussprechen.
Schlagworte: · Atomausstieg, Atomkraftwerk, Atomstrom, Bündnis 90/Die Grünen, CDU, CSU, Die Linke, Kernenergie, Kernkraftwerk, Sigmar Gabriel, SPD
Von:
Fabian Frick
Diskutieren Sie hier über die Vor- und Nachteile von Atomstrom
Vorteile:
- Emissionsfreundlichkeit
- Hohe Energieausbeutung
- platzsparend
Nachteile:
- Risikofaktor
- Strahlungseigenschaft
- lange Halbwertszeit
- Uranvorkommen bald erschöpft
Schlagworte: · Atomstrom, Emissionshandel