Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

Einträge gespeichert als 'Atommüll'

Lauge auch in Gorleben?

März 9th, 2009 · 1 Kommentar

Von: Fabian Frick

Nicht nur im Atommülllager Asse II, sondern auch im möglichen zukünftigen Endlager für stark radioaktive Abfälle in Gorleben  haben sich offenbar Laugenflüssigkeiten gebildet. Das berichtete der “Weser Kurier” in einer seiner Ausgaben.

Demnach forderte der Umweltausschuss des Niedersächsischen Landtages nach den Asse-Vorfällen genaue Auskünfte über die Gefahr der Flüssigkeiten in dem Bergwerk von Gorleben an. Der Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel sagte, es müsse dringend geklärt werden, welche Auswirkungen die unbekannte Lauge auf die Gesteinsformationen im Salzstock habe. Es könnten Wenzel zufolge Abbrüche und Risse entstehen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und das Umweltministerium Niedersachsens bestätigten der Zeitung zufolge die Existenz von Salzlösung in dem Stollen. Es handele sich um fossiles Wasser. Art und Menge seien jedoch nicht mit denen aus Asse zu vergleichen.

Schlagworte: · , , ,

Defekter Castor-Behälter in Gorleben

März 4th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Laut der Betreibergesellschaft (BLG) des Zwischenlagers für Atommüll in Gorleben wurde in den vergangenen Tagen ein defekter Castor-Behälter  entdeckt. Das Selbstüberwachungssystem habe anscheinend einen Druckschalter im Deckel des Behälters als Ursache des Defektes ausgemacht, so die BLG

Der Behälter wurde daraufhin in einen Wartungsraum transportiert und der betroffene Schalter ausgetauscht. Aufgabe des Druckschalters ist es, den Druck zwischen Primär- und Sekundärdeckel des Behälters und damit seine Dichtheit zu überwachen.

BLG-Sprecher Jürgen Auer versicherte, dass die Dichtheit des Castor-Behälters zu keiner Zeit beeinträchtigt gewesen sei.

Schlagworte: · , ,

Energiekonzerne sollen Kosten für Asse-Schließung übernehmen

März 4th, 2009 · Keine Kommentare

Von: Fabian Frick

Nach Ansicht von der Umweltschutzorganisation Greenpeace sollen die Energiekonzerne die Kosten für die Schließung des Atommülllagers in Asse übernehmen.

Aktivisten der Organisation kippten Pferdemist und Atommüllfässer vor die Türen des Energiekonzern EnBw in Berlin, um auf dieses Thema aufmerksam zu machen.

“EnBW, RWE und Co. haben jahrzehntelang vom Prinzip Asse profitiert: Erst am Atomstrom verdienen, dann den Atommüll in die nächstbeste Grube verklappen”, sagte Greenpeace-Atomexperte Tobias Münchmeyer.

(Quelle:  ddp)

Lesen Sie den vollständigen Artikel hier.

Wer soll die Kosten tragen ? Was ist Ihre Meinung ?

Schlagworte: · , , , ,

Endlagerung von Atommüll - offene Fragen und Standorte

Februar 28th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

In Deutschland ist die Frage nach der Endlagerung von radioaktiven Abfällen noch nicht geklärt und hoch umstritten.

Kernkraftwerke hinterlassen bei der Erzeugung von Atomstrom hochradioaktive Rückstände, die fachgerecht transportiert, zwischen- und endgelagert werden müssen. Neben radioaktivem Müll aus Forschungsreaktoren lassen auch Technik, Industrie und Medizin atomaren Abfall zurück. Unterschieden wird dabei in Wärme produzierender und in geringe oder wenig Wärme produzierender Rückstände. Dies ist für die Deponierung von entscheidender Bedeutung. Für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle ist z.B. noch kein geeigneter Standort gefunden worden.

In der Bundesrepublik gibt es vier Endlager, in denen radioaktive Abfälle gelagert wurden, zum Teil noch eingelagert werden oder die auf eine mögliche Einlagerung hin untersucht werden. Die Theorie lautet dabei, den atomaren Müll in Bergwerken tief unter der Erde mit Hilfe von geologischen Formationen dauerhaft zu verschließen.

Morsleben

Im Zweiten Weltkrieg noch unterirdische Rüstungsproduktionsstätte, wurde das Bergwerk in der ehemaligen DDR zur Einlagerung von schwachen und mittelaktiven Rückständen genutzt. Nach der Wiedervereinigung übernahm der Bund den Standort, bis der Einlagerungsbetrieb 1998 eingestellt wurde. Insgesamt sind 37.000 m3 radioaktiver Abfälle in Morsleben deponiert. Aufgrund ungelöster Sicherheitsfragen steht ein Verschluss des Bergwerkes noch aus.

Gorleben

In Gorleben ist bisher noch kein radioaktiver Abfall endgelagert worden. Der Standort dient lediglich als Zwischenlager. Der ehemalige Salzstock wurde von 1979 bis 2000 auf seine Tauglichkeit als Endlager untersucht. Sicherheitsrelevante Fragen wie die geologische Abschirmung vor dem Grundwasser sind nicht geklärt. Über die Wiederaufnahme der Tests wird momentan noch gestritten.

Konrad

Der Standort Konrad ist das erste genehmigte Endlager in der Bundesrepublik. 2002 erteilte das Umweltministerium von Niedersachsen die Erlaubnis zur Einlagerung von nicht oder schwach Wärme produzierender Abfälle. 2007 wies das Bundesverwaltungsgericht alle Klagen gegen die Inbetriebnahme des Endlagers ab. Die ehemalige Eisenerzgrube muss jedoch noch vom Bundesamt für Strahlenschutz umgerüstet werden, bevor 2013 mit der Einlagerung begonnen werden kann. Eingelagert werden dürfen nur Abfälle aus dem nationalen Gebrauch, insgesamt wird mit einer Menge von 303.000 m3 radioaktiver Rückstände gerechnet.

Asse

Im ehemaligen Steinsalzbergwerk bei Wolfenbüttel sind zwischen 1967 und 1978 insgesamt 46.930 m3 schwachaktiver Abfälle eingelagert worden. Ende 1978 wurde wegen offenen Problemen die Deponierung eingestellt und stattdessen mit Experimenten zur Einlagerung in Salz begonnen. Kritik wurde laut, da von Seiten der Betreiber und Behörden die sicherheitstechnischen Defizite nicht eingeräumt wurden. Erst in den neunziger Jahren wurden die Probleme angemessen bewertet. Seit 2000 wird versucht, einen Nachweis für die sichere Lagerung zu erbringen — bisher ohne Erfolg. Ein Gutachten von 2007 lässt die zuständigen Ministerien sogar eine Rückholaktion der mittelradioaktiven Abfälle in Erwägung ziehen. Mit einer endgültigen Schließung ist jedoch nicht vor 2017 zu rechnen.

Schlagworte: · , , , , , , , ,