Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

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Einträge gespeichert als 'Atomenergie Ausland'

Frankreich: Leise Zweifel am Atom

März 21st, 2011 · 2 Kommentare

Von: Alicia

Bisher kannte man Frankreich vor allem so: In der Atomfrage gaben sich die Machthaber unbeirrt, und die Bevölkerung zog mit. 80 Prozent des Stroms werden in Frankreich in Kernkraftwerken erzeugt, die Verbraucher sind zufrieden mit den niedrigen Strompreisen. Eine starke Anti-Atomkraft-Bewegung wie in Deutschland hat es nie gegeben. Kommt es nun zu einem Umdenken auch im Nachbarland? In einem Interview mit der Zeitung „Le Journal du dimanche“ hat gestern Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet eine verkürzte Laufzeit für ältere Atomkraftwerke nicht mehr ausgeschlossen.

Die französische Regierung hatte nach der Katastrophe von Fukushima angekündigt, alle 58 Kernkraftwerke in Frankreich zu überprüfen. Einen Volksentscheid über die Atomkraft, wie von den französischen Grünen gefordert, lehnte Kosciusko-Morizet jedoch ab.

In den vergangenen Tagen sind auch in Frankreich Bürger gegen die Atomkraft auf die Straße gegangen. Im Vergleich zu Deutschland ist die Beteiligung der sonst so protestfreudigen Franzosen eher gering: Laut Spiegel Online sind am Sonntag in Paris mehrere Hundert Atomkraftgegner auf die Straße gegangen. In Fessenheim, Frankreichs ältestem Kernkraftwerk an der deutsch-französischen Grenze, waren es nach Angaben der deutschen Polizei sogar 10.000, was sehr wahrscheinlich an der Unterstützung aus Deutschland liegt. Denn klar ist: Sollte sich ein GAU wie in Fukushima auch hier in Europa ereignen, schützen uns die nationalen Grenzen nicht vor der Strahlung.

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Fessenheim bleibt am Netz

März 9th, 2011 · Keine Kommentare

Von: Alicia

Im Atomland Frankreich bleibt erstmal alles beim Alten – trotz der Pläne des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, verstärkt auf alternative Energieformen zu setzen. Das Straßburger Verwaltungsgericht hat heute die Klage des Trinationalen Atomschutzverbandes (TRAS) abgelehnt. Der TRAS hatte Ende 2008 beantragt, das Atomkraftwerk Fessenheim wegen erheblicher Sicherheitsmängel sofort vom Netz zu nehmen.

Axel Mayer, Vizepräsident des TRAS und Geschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), sieht in der Entscheidung des Gerichts zumindest einen Teilerfolg. Das Gericht hatte dem TRAS insofern recht gegeben, als es fehlende gesetzliche Regelungen in Bezug auf die Wasseremissionen bemängelte. Drängende Probleme wie Erdbebengefährdung und Alterungserscheinungen habe das Gericht nicht berücksichtigt, monierte Mayer. Der TRAS ist eine Vertretung von Umweltvereinigungen und Privatpersonen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz.

Im AKW Fessenheim wird seit 1977 Strom erzeugt. Somit ist Fessenheim das betriebsälteste Kernkraftwerk Frankreichs. Die französische Atomaufsichtsbehörde ASN will demnächst über eine Betriebsverlängerung für Fessenheim entscheiden. EDF, staatlicher französischer Energieversorger, will das Atomkraftwerk weitere zehn Jahre am Netz lassen.

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Quo vadis Kernkraft?

Januar 31st, 2011 · Keine Kommentare

Von: Alicia

Die Oppositionsklage gegen die von der Regierung geplante Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke ist beinahe fertig und soll in den nächsten Wochen dem Bundesverfassungsgericht vorgelegt werden. Unterdessen bereitet sich das Nachbarland Schweiz auf ein Referendum vor, das über den Bau eines neuen Kernkraftwerks im Berner Umland entscheiden soll.

Im hitzigen Streit zwischen Verfechtern und Gegnern der Kernkraft hat sich am Samstag Eduard Kiener, der ehemalige Direktor des eidgenössischen Bundesamtes für Energie, in einem Interview mit der Tageszeitung „Bund“ für einen Ausbau der Kernenergie ausgesprochen. Seine Argumente sind altbekannt: Der drohende Strommangel, die gute CO2-Bilanz, die Schattenseiten der Erneuerbaren, das bei neuen Reaktortypen vergleichsweise geringe Risiko und die niedrigen Kosten vermengt er zu einem wenig überzeugenden Plädoyer für den Bau von gleich zwei neuen Kernkraftwerken in der Schweiz. Er führt angeblich neutrale wissenschaftliche Untersuchungen auf, um seine Argumente zu stützen – eine davon durchgeführt vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung in Essen, das sich in der Vergangenheit solarenergiekritische Studien von der US-amerikanischen Kohle- und Erdöl-Lobby finanzieren ließ.

Weil Kiener weiß, dass solche Volksentscheide viel mehr als von Fakten vom Emotionalen geprägt sind, versucht er einen neuen Popanz aufzubauen: Die Angst vor einer Mangelversorgung mit Strom. „Mit der Versorgungssicherheit ist nicht zu spaßen“, sagt Kiener. Doch wie realistisch ist das Szenario von Stromausfällen im Bankenstaat? Tatsache ist: 40 Prozent des Stroms stammen aus Kernenergie, 60 Prozent aus Wasserkraft. Seit Jahren bleibt die in der Schweiz hergestellte Strommenge konstant. Der Stromverbrauch aber steigt.

Doch selbst wenn Stromlieferungen aus dem Ausland ausfallen und zu einem Strommangel in der Schweiz führen sollten: Die Bedrohung einer nuklearen Katastrophe ist symbolisch viel stärker aufgeladen und rührt an tief sitzende Katastrophenängste. Die Vorstellung von schwarzen Computerbildschirmen und Abendessen bei Kerzenschein mutet dagegen fast heimelig an.

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Sarkozy setzt auf Windenergie

Januar 26th, 2011 · Keine Kommentare

Von: Alicia

Rechtzeitig vor Beginn des Wahlkamps für die Präsidentschaftswahlen 2012 hat Nicolas Sarkozy am Dienstag den Bau von 600 Windturbinen vor der französischen Küste angekündigt. Zehn Milliarden Euro will der französische Präsident in das Projekt investieren, 10 000 Arbeitsplätze schaffen. Der Offshore-Windpark soll mit einer Leistung von 3000 Megawatt zwei Kernreaktoren des Typs EPR (Europäischer Druckwasserreaktor) ersetzen.

Läutet dieser Schritt etwa eine Kehrtwende Frankreichs in Sachen Atomenergie ein? Wohl kaum. Eher scheint es, als wolle Sarkozy sich auch bei den Wählern beliebt machen, die bei der letzten Europawahl den Grünen einen Höhenflug beschert haben. Eine langfristige Abkehr des Landes von der Atomenergie, die zu 80 Prozent den französischen Strommix ausmacht, ist von Sarkozy eher nicht zu erwarten. Der Bau neuer Kernreaktoren ist ohnehin längst beschlossene Sache.

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AKW-Bau am Golf: Südkorea bekommt den Zuschlag

Dezember 28th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Es ist einer der größten Energie-Aufträge in der Geschichte der Vereinigten Arabischen Emiraten. Für rund 40 Milliarden Dollar sollen in der Golfregion vier neue Atomkraftwerke errichtet werden.

Den Zuschlag für Planung und Umsetzung des Großauftrages hat nun ein Konsortium bestehend aus mehreren südkoreanischen Firmen bekommen, die sich somit gegen die Konkurrenz aus Frankreich, den USA und Japan durchsetzen konnten.

Im Jahr 2012 soll mit der Errichtung der Kernkraftwerke begonnen werden. Bisher verfügt die Region am Persischen Golf über keine eigenen Atommeiler.

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Italien plant Atomkraftwerk nahe Venedig

Dezember 10th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Seit 30 Jahren kommt Italien ohne Atomstrom aus. Geht es nach Regierungschef Silvio Berlusconi, so hat diese Zeit bald ein Ende. Die italienische Regierung plant Zeitungsberichten zufolge für das Jahr 2013 den Bau von vier neuen Kernkraftwerken.

Das erste Atomkraftwerk soll dabei in unmittelbarer Nähe von Venedig errichtet werden, in Chioggia, ca. 30 Kilometer von der Touristenhochburg entfernt. Einer internen Liste des Stromversorgers Enel zufolge soll es sich bei den anderen Standorten um Monfalcone, Corso und Trino Vercellese handeln.

Direkt nach bekannt werden der angeblichen Atompläne schlugen italienische Umweltaktivisten und Bürgerinitiativen Alarm. Auch der Präsident der italienischen Grünen äußerte sich warnend zu dem Vorhaben. „Die Regierung Berlusconi führt Italien in ein gefährliches Abenteuer, für das die Italiener einen hohen Preis zahlen werden. Die 20 Milliarden Euro für den Bau der neuen Atomkraftwerke werden die Italiener zahlen müssen“, so Andrea Bonelli. Auch im benachbarten Österreich riefen die berlusconischen Planspiele heftige Reaktionen hervor. Hohe Regierungsbeamte zeigten sich „schockiert“ und „alarmiert“ ob dem italienischen Atomvorhaben.

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Neuer Chef für Vattenfall

November 16th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Die sommerliche Pannenserie im Atomkraftwerk Krümmel zieht personelle Konsequenzen nach sich. Der schwedische Energie-Konzern Vattenfall tauscht im kommenden Jahr den Chef des Unternehmens aus. Lars G. Josefsson, bisher in der Verantwortung für den Energielieferanten, muss dem Norweger Øystein Løseth weichen, der Vattenfall ab 2010 leiten soll.

Josefsson wird das mangelhafte Krisenmanagement im Fall Krümmel so wie der allgemein schlechte Ruf Vattenfalls angelastet, was letztendlich ausschlaggebend für den Führungswechsel war.

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E.ON: Transport von Brennelementen verschoben

November 5th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Der für diesen Herbst geplante Transport plutoniumhaltiger Brennelemente von Sellafield (Großbritannien) ins niedersächsische Atomkraftwerk Grohnde wurde vom Energie-Konzern E.ON bis auf unbestimmte Zeit verschoben.

Als Grund gab eine Sprecherin des Unternehmens an, dass bisher noch keine exakte Route für die Überführung feststehe. Der geplante Transport hatte zuletzt das öffentliche Aufsehen erregt, da die Brennelemente zum ersten Mal nach zehn Jahren wieder per Schiff von Großbritannien nach Deutschland verfrachtet werden sollten.

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RWE verzichtet auf AKW-Beteiligung in Bulgarien

Oktober 29th, 2009 · 2 Kommentare

Von: David Lorenz

Was sich lange angebahnt hatte, erlangt nun Gewissheit. Der deutsche Energie-Riese RWE wird sich nicht wie geplant am Bau des Kernkraftwerkes im bulgarischem Belene beteiligen.

Grund für die gescheiterten Investitionsbemühungen ist die ungesicherte Finanzierung von Seiten der bulgarischen Regierung, deren staatliche Energiegesellschaft ursprünglich mit 51 Prozent an dem Atomkraftwerk beteiligt werden sollte. RWE hatte bereits im Vorfeld einige Millionen Euro in das ehrgeizige Vorhaben investiert, die bedingt durch den Rückzug nun abgeschrieben werden müssen.

Das Prestige-Projekt von RWE-Chef Jürgen Großmann stand vor allem bei Atomkraftgegnern und Umweltschützern stark in der Kritik, da sich Belene in einem von Erdbeben bedrohten Gebiet befindet.

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E.ON will Kohlekraft gegen Atomstrom tauschen

September 24th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Der deutsche Energie-Konzern E.ON will die Zusammenstellung seines Energie-Mixes ändern. Laut dem „Handelsblatt“ plant die Unternehmensführung, deutsche Kohlekraftwerke gegen eine Beteiligung an französischen Atomkraftwerken einzutauschen.

Dabei geht es vorerst um Kapazitäten von rund 800 Megawatt, die E.ON an den französischen Reaktoren in Fessenheim und Cattenom übernehmen will. Im Gegenzug erhält Electricité de France (EdF), der staatliche Energiekonzern Frankreichs, Anteile an Kohlekraftwerken von E.ON und der Tochter EnBW.

Darüber hinaus strebt Konzern-Chef Wulf Bernotat an, die 25-prozentige Beteiligung der EdF am französischen Stromversorger Snet zu übernehmen, an dem E.ON bereits eine Mehrheitsbeteiligung innehält. Somit würde sich E.ON als erstes privates Energie-Unternehmen auf dem französischen Strom-Markt etablieren.

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