Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

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Ist Atomstrom wirklich so günstig?

März 6th, 2009 · 5 Kommentare

Von: David Lorenz

Atomstrom ist teilweise im Vergleich zu Strom aus anderen Energie-Quellen um ein Vielfaches günstiger:

Kernenergie: 2,65 Cent/kWh
Braunkohle: 2,4 Cent/kWh
Steinkohle: 3,35 Cent/kWh
Wasserkraft:: 4,3 Cent/kWh
Erdgas: 4,9 Cent/kWh
Windenergie: 9 Cent/kWh
Fotovoltaik: 54 Cent/kWh

(Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie)

Diese Zahlen stimmen jedoch nur bedingt. Nicht berücksichtig  werden bei einem Atomstrompreis von 2,65 Cent pro Kilowattstunde die Nebenkosten, die bei der Erzeugung von Kernenergie anfallen.

Und diese sind immens. Als Beispiel dient z.B. die Endlagerung radioaktiver Abfälle. Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) kostet allein der Gesamtverschluss des Endlagers in Morsleben mindestens 2,2 Milliarden Euro. Diese Ausgaben tragen nur zu einem geringen Teil die Betreiber der Kernkraftwerke (von 1994 bis 1998 lediglich 138 Millionen Euro). Für die Differenz kommt der Bund und somit der Steuerzahler auf. (Quelle: ZDF)

Hinzu kommt, dass Kernkraftwerke Atomstrom nur deswegen so günstig erzeugen können, weil sie von umfangreichen Subventionen und einer Monopolstellung aus der Vergangenheit profitieren. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat der Bund die Atomindustrie bislang mit mehr als 40 Milliarden Euro subventioniert.

Ein Castor-Transport im vergangenen November aus Frankreich nach Gorleben kostete das Land Niedersachsen aufgrund massiver Proteste von 16.000 Atomkraftgegnern knapp 20 Millionen Euro.

Dazu fielen in der Vergangenheit Kosten für Forschungsreaktoren an, die sich auf ca. 7 Milliarden Euro belaufen dürften.

Der kostenspieligste Faktor bei der Erzeugung von Atomenergie ist allerdings die Versicherung der Kernkraftwerke im Katastrophenfall. Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet im Falle eines Unglücks mit einem Schaden von fünf bis zehn Billionen Euro. Die Betreiber haften allerdings nur mit einer Summe von bis zu 2,5 Milliarden Euro (Atomgesetz-Novelle vom 22. April 2002). Die Differenz hätten abermals Bund, Länder und somit der Steuerzahler zu tragen.

Rechnet man alle Nebenkosten im Erzeugungs- und Entsorgungsprozess von Atomstrom sowie die Möglichkeit eines Unglückes mit in den Strompreis ein, käme man sicherlich auf ein anderes Ergebnis als 2,65 Cent pro Kilowattstunde.

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5 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Anonym // Jun 23, 2010 at 23:35

    danke man das hat mir meine präsentation gerettet :D

  • 2 Anonym // Nov 26, 2010 at 15:29

    Ein guter neutraler Artikel.

  • 3 boris // Jan 14, 2011 at 19:26

    inwieweit profitieren die energieerzeuger unter dieses umständen davon, dass es kein endlager für atommüll gibt? ich meine, wenn es eines gäbe, so wäre die beteiligung an den kosten für die energie- und müllerzeuger sicherlich größer.

    müssen atomkraftgegner für ein endlager sein? kann man so dafür sorgen, dass atomkraft schlagartig ineffizient wird?

  • 4 Marius // Feb 10, 2011 at 20:03

    Also ganz neutral ist der Text nicht. Erstens gibt es für alle anderen Energieformen zusätzliche Nebenkosten. So gibt es zum Beispiel ca. 2 Mrd Euro Einspeisevergütung für Windenergie plus Subventionen etc… Und das wird nicht erwähnt.
    Ausserdem ist der Fakt der Versicherung der Energiekonzerne im Fall eines Super-Gaus verkürzt. Es ist zwar richtig, dass sie bis 2,5 Mrd versichert sind, bzw. Zahlen müssen, aber was fehlt ist, das der Konzern ab einem Schaden von 2,5 (oder höher) mit seinem ganzen Vermögen haftet. Sehr schön manipuliert.

  • 5 JanG // Mär 18, 2011 at 16:43

    Leider ist das Kommentarfeld zu kurz, daher möchte ich auf zwei Artikel in meinem Blog verweisen in denen ich mich zu den Kosten geäußert habe: “Wie teuer ist Atomstrom wirklich, Teil I und II”.

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