Einträge vom Februar 2011
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Alicia
Der zweitälteste Kernreaktor Deutschlands steht erneut im Kreuzfeuer der Kritik von Greenpeace und Grünen: Ihnen zufolge entspricht das baden-württembergische Atomkraftwerk nicht den gängigen Sicherheitsstandards.
Greenpeace wirft Umweltministerin Tanja Gönner vor, sich den schon 2007 vom Betreiber EnBW entworfenen Nachrüstplan nicht bewilligt zu haben und damit die Bevölkerung unnötigen Risiken auszusetzen. Die Umweltorganisation veröffentlichte den EnBW-Antrag, auf dessen Existenz bereits im Januar die Deutsche Umwelthilfe hingewiesen hatte, auf ihrer Homepage. Tobias Riedl, Greenpeace-Atomexperte, kritisierte die Ministerin: „Dass nicht einmal die gröbsten Risiken des Reaktors beseitigt wurden, ist höchst fahrlässig und gefährlich.“
Die Vorwürfe seien falsch, konterte das Umweltministerium. Das Atomkraftwerk entspreche geltenden Sicherheitsstandards, der Antrag ziele lediglich auf eine weitere Verbesserung der Sicherheit ab. Der Nachrüstplan habe dem Bundesumweltministerium vorgelegen, aber auch dort habe man keinen Handlungsbedarf gesehen. „Greenpeace betreibt verantwortungslose Panikmache“, glaubt man im Umweltministerium.
Franz Untersteller, energiepolitischer Sprecher der Grünen im Landtag, warf Gönner vor, die Bevölkerung über die Sicherheit des Atomkraftwerks Neckarwestheim täuschen zu wollen. EnBW selbst räume ein, das Atomkraftwerk entspreche in sicherheitsrelevanten Bereichen nicht dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Der Konzern hätte andernfalls keine Liste mit Nachrüstungsmaßnahmen bei der baden-württembergischen Atomaufsichtsbehörde eingereicht. Die Grünen hatten bereits im Januar gefordert, den Reaktor vom Netz zu nehmen.
Schlagworte: · EnBW, Greenpeace, Neckarwestheim, Tanja Gönner
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Alicia
Das alte Atommülllager Asse hat Ende vergangener Woche wieder für Schlagzeilen gesorgt. Einem Bericht der „Braunschweiger Zeitung“ zufolge soll die Bergung des Atommülls aus den einsturzgefährdeten Asse-Schächten zwei Milliarden Euro kosten. Die Zeitung berief sich dabei auf eine Schätzung des Bundesumweltministeriums. Darin seien allerdings noch nicht die Kosten für eine spätere Schließung der Schachtanlage und die Endlagerung der radioaktiven Abfälle enthalten. Die Fässer, die heraufgeholt werden sollen, enthalten neben Atommüll auch chemische Abfälle. Nach Einschätzung des Umweltministeriums seien die Fässer beschädigt, so die „Braunschweiger Zeitung”, kontaminierte Lösungen würden austreten.
Schlagworte: · Asse, Atommüll, Atommülllager, Bergung, Schließung
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Alicia
Trotz der Proteste und Blockaden von Atomkraftgegnern rollen die fünf Castoren aus der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe weitgehend ungehindert in das Zwischenlager Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern. Nur am Ausgangspunkt in Karlsruhe hatten in der Nacht zum Mittwoch mehrere hundert Aktivisten die Gleise blockiert. Die Polizei hat sie von den Gleisen getragen, um den Weg für den Atommülltransport frei zu machen. Die Castoren sollen in der Nacht zum Donnerstag in Lubmin ankommen.
Schlagworte: · Atommüll, Castortransport, Karlsruhe, Proteste
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Alicia
Einen Eilantrag auf sofortigen Baustopp des Atommüllendlagers in Gorleben haben am vergangenen Freitag Atomkraftgegner aus dem Wendland beim Verwaltungsgericht Lüneburg gestellt. Nach Ansicht der Atomkraftgegner sollen die Arbeiten am Salzstock unverzüglich eingestellt werden, da dieser sich nicht für die sichere Lagerung radioaktiver Abfälle eigne. Die derzeitige Bundesregierung hatte nach einer zehnjährigen Pause der Erkundungen unter der Vorgängerregierung die Arbeiten im vergangenen Jahr wieder aufnehmen lassen. Bundesumweltminister Norbert Röttgen wird heute zu einer öffentlichen Sitzung im Kreistag Lüchow-Danneberg erwartet.
Schlagworte: · Atommüll, Endlager, Gorleben, Norbert Röttgen
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Alicia
Am 16. Januar startet ein Castor-Transport von Karlsruhe nach Mecklenburg-Vorpommern. Atomkraftgegner haben jetzt Proteste an 40 Orten angekündigt. Neben Mahnwachen und Sitzblockaden entlang der Transportstrecke soll es am Vorabend des Transports auch eine “Nachttanzblockade” an den Schienen in Karlsruhe geben. Der transportierte Atommüll stammt aus der stillgelegten Wiederaufbereitungsanlage in Karlsruhe.
Schlagworte: · Atommüll, Castor-Transport, Karlsruhe, Proteste, Wiederaufbereitungsanlage
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Alicia
Im Zentrum der Debatte um Atomstrom steht derzeit eine Frage: Welche Gefahr geht von verbrauchten, hochradioaktiven Kernbrennelementen aus? Und wo kann man sie sicher und langfristig einlagern?
Gegner eines Endlagers in Gorleben haben heute in einem offenen Brief den Dialog mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen abgelehnt, weil es sich um eine „Alibiveranstaltung“ handele und im Gorlebener Salzstock die Baumaschinen bereits Fakten schaffen würden. Bedingung für die Aufnahme von Gesprächen sei, dass Gorleben als Endlager-Standort aufgegeben würde. Für Gorleben-Gegner ist erwiesen, dass sich der Salzstock nicht als Endlager eignet. Am kommenden Montag will Röttgen in einer öffentlichen Kreistagssitzung in Hitzacker sein Konzept für einen Dialog vorstellen.
Heute wurden außerdem die Ergebnisse einer Untersuchung des Bundesministeriums für Strahlenschutz (BfS) veröffentlicht, die durchgeführt wurde, nachdem es bei den Mitarbeitern des Atommüllagers Asse zu Krebserkrankungen gekommen war. Der Untersuchung zufolge seien diese nicht auf die Strahlenbelastung zurückzuführen, da diese „nach dem Stand von Wissenschaft und Technik“ dem BfS-Mitarbeiter Thomas Jung zufolge zu gering gewesen sei.
Nicht nur bei den Beschäftigten des Atommülllagers, auch bei den Bewohnern der Umgebung soll es zu einer Häufung von Krebsfällen gekommen sein. Dieser Tatsache will jetzt eine Arbeitsgruppe unter Leitung des Wolfenbütteler Landrats Jörg Rohmann (SPD) auf den Grund gehen.
Schlagworte: · Asse, Atommülllager, Bundesministerium für Strahlenschutz, Endlager, Gorleben, Röttgen
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Alicia
Bislang unveröffentlichte Untersuchungsberichte der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) belegen der Umweltorganisation Greenpeace zufolge, dass in Gorleben kein Endlager eingerichtet werden dürfe. Der dafür vorgesehene Bereich sei „offenbar komplett von Gaseinschlüssen durchzogen“, berichtete Greenpeace am Montag.
Ein von Greenpeace mit der Auswertung der Berichte beauftragter Wissenschaftler sei zu dem Schluss gekommen, „dass eine sichere Lagerung hoch radioaktiven Atommülls in Gorleben unmöglich ist, da der Salzstock seine notwendige Barrierefunktion gegenüber der Umwelt nicht erfüllt.“ Das sei durch den hohen Anteil von Gaseinschlüssen im Gestein bedingt.
Greenpeace forderte deshalb Bundesumweltminister Norbert Röttgen dazu auf, die Endlagerpläne für Gorleben zu stoppen. „Es gab in der Vergangenheit Wege für das Gas in den Saltstock und damit kann es auch in Zukunft über diese Risse und Klüfte zu Wanderungen von Gas, Wasser oder Radionukliden kommen“, warnte Greenpeace-Atomexperte Mathias Edler.
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Alicia
Acht Jahre für die alten, vierzehn Jahre für die neueren Kernkraftwerke. Diese Laufzeitverlängerung wurde im Herbst von der Bundesregierung beschlossen. Jetzt hat sich einem Bericht des „Handelsblatt“ zufolge jedoch herausgestellt, dass einige Atomkraftwerke wahrscheinlich auch über 2035 hinaus weiter betrieben werden.
Die Betreiber der Kernkraftwerke kalkulieren derzeit, ob sich der Betrieb der älteren Meiler auch dann lohnt, wenn die vom Gesetz vorgegebenen Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt werden müssen. Sollte das nicht der Fall sein, würde es für die Betreiber mehr Sinn machen, die verbliebenen Strommengen auf neuere Kernkraftwerke zu übertragen. Das würde bedeuten, dass diese entsprechend später vom Netz genommen würden.
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Alicia
152 Castor-Behälter mit hochradioaktivem Material sind derzeit noch im 1998 stillgelegten Forschungsreaktor in Jülich eingelagert. Was mit ihnen geschieht, wenn Ende Juni 2013 die Genehmigung ausläuft, wird jetzt von Bundesregierung und NRW-Landesregierung diskutiert.
Das Forschungszentrum Jülich (FZJ) will, dass die Castoren in das Zwischenlager nach Ahaus gebracht werden. Die rot-grüne Landeregierung hält dagegen, dass ein Transport eine unnötige Gefährdung von Mensch und Umwelt bedeute und besteht auf einer weiteren Lagerung in Jülich. Die Bundesregierung hält aber für ausgeschlossen, dass die notwendigen Maßnahmen für eine weitere Lagerung bis zum 30. Juni erfolgen können.
Der Bund ist Hauptgesellschafter des Forschungszentrums, das Land NRW der kleinere Teilhaber. Voraussetzung dafür, dass die Castorbehälter in Jülich bleiben, ist ein neuer Beschluss des FZJ-Aufsichtsrates.
Schlagworte: · Atommüll, Forschungszentrum Jülich, NRW
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Alicia
Die Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke ist nicht verfassungskonform. Davon ist nicht nur die Opposition aus SPD und Grünen, sondern auch Greenpeace überzeugt.
Gemeinsam mit Anwohnern der sieben ältesten Atommeiler der Bundesrepublik will die Umweltorganisation eine Verfassungsbeschwerde gegen die Verlängerung der Laufzeit um durchschnittlich zwölf Jahre einreichen. Besonders die alten Reaktoren entsprächen nicht den heutigen Sicherheitsstandards und würden dem Absturz eines großen Passagierflugzeugs nicht standhalten. Für heute hat Greenpeace weitere Details zu der Klage angekündigt.
Verfassungsrechtler räumen der Klage Erfolgschancen ein. Denn die Novellen des Atomgesetzes sind von CDU und FDP ohne die Zustimmung des Bundesrats durchgebracht worden. Die Bundesländer üben aber die Atomaufsicht über Meiler auf ihrem Gebiet aus.
Schlagworte: · Greenpeace, Laufzeitverlängerung, Verfassungsklage