Einträge vom Juni 2009
Von:
David Lorenz
Nach langen Verhandlungen und gehörigem Druck der EU-Kommission hat sich Armenien bereiterklärt, den umstrittenen Atommeiler in Medsamor abzuschalten und durch ein neues Kernkraftwerk zu ersetzen.
Rund 4,5 Milliarden US-Dollar wird die armenische Regierung in den Neubau des Reaktors investieren, der spätestens 2017 ans Netz gehen soll. Laut dem armenischen Energieministerium ist abermals Medsamor als Standort für den neuen Meiler vorgesehen. Den Zuschlag für die Bauarbeiten des Atomkraftwerkes erhielt das internationale Konsortium Worley Parsons mit Sitz im australischen Sydney.
Bisher deckt der Reaktor nahe der armenischen Hauptstadt Eriwan rund 40 Prozent des nationalen Strombedarfs ab. Armenien ist das einzige Land in der Kaukasus-Region, das neben eigener Nutzung von Kernenergie auch Atomstrom in seine Nachbarstaaten exportiert. In der Vergangenheit hatte Medsamor mit einem Brandfall (1982) sowie durch schwere Erdbeben-Schäden (1989) für Schlagzeilen gesorgt.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Atommeiler, Kernkraftwerk, Panne
Von:
David Lorenz
Der schwedische Kraftwerkbetreiber Svensk Kärnbränslehantering (SKB) ist bei der Suche nach einem geeigneten Standort für die Endlagerung radioaktiver Abfälle fündig geworden. Bei Forsmark, etwa 200 Kilometer von Stockholm entfernt, soll in rund 500 Metern Tiefe die erste Lagerstätte Schwedens errichtet werden. Ausschlaggebend für die Wahl des Standortes waren die günstigen geologische Beschaffenheiten sowie die unmittelbare Nähe zum Atomkraftwerk Forsmark in der 23.000 Einwohner zählenden Gemeinde Östhammar. Das Endlager soll im Stande sein, atomare Rückstande für mindestens 100.000 Jahre risikofrei zu verwahren.
„Die langfristige Sicherheit war ausschlaggebend bei der Wahl“ so Claes Thegerstrom, Chef des Betreiber-Unternehmens. „Der Felsuntergrund ist sehr gleichmäßig und es gibt nur wenig fließendes Wasser.“
Als Termin für die Inbetriebnahme wurde ein Zeitraum zwischen 2022 und 2024 angegeben. Dem Bauantrag muss jedoch eine nötige Zulassung voraus gehen, deren Genehmigung etwa ein Jahr in Anspruch nehmen würde. Spätestens bis 2013 rechnet SKB dann mit einer Entscheidung der schwedischen Regierung.
In Schweden findet, vergleichbar mit Deutschland, derzeit eine öffentliche Diskussion um die Aufhebung des 1980 beschlossenen Atomausstieges statt. Momentan stammen rund 45 Prozent aller schwedischen Stromerzeugnisse aus der Kernenergie.
Schlagworte: · Atomausstieg, Atomkraftwerk, Atommüll, Betreiber, Endlagerung, Forsmark, Kernkraftwerk
Von:
David Lorenz
Irrtümlicherweise veröffentlichte die US-amerikanische Regierung am gestrigen Dienstag einen Bericht gespickt mit vielen Details über nationale Atomanlagen, genaue Lagerorte und zivile nukleare Programme. Das 266 Seiten umfassende Dokument landete laut der „New York Times“ auf der Website der staatseigenen Druckerei und war eigentlich für die Internationale Atomenergiebehörde IAEA gedacht.
Die „streng vertraulichen“ Daten waren laut Experten jedoch in groben Zügen bereits bekannt und die Veröffentlichung stelle für die USA lediglich „minimale Risiken“ dar. Anders sieht das ein Mitarbeiter des privaten „Institute for Science an International Security“, der die Panne als gefährlich einstufte. „Die Information über den Standort von Kernbrennstoffen kann Diebe und Terroristen anlocken. Solche Daten gibt man nicht heraus“, so der Sicherheitsexperte gegenüber der „New York Times.“
In dem Bericht geht es vor allem um die Aufschlüsselung und Erläuterung des zivilen Nuklearprogramms der Vereinigten Staaten im Zuge einer Politik der Öffnung und Transparenz gegenüber der IAEA. Militärische Informationen oder Standorte von nuklearen Waffen beinhalte das Dokument Angaben zufolge nicht.
Der Bericht ist mittlerweile von der Website der Druckerei entfern worden. Wer die Panne zu verantworten hat, konnte noch nicht geklärt werden.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Kernkraftwerk
Von:
David Lorenz
Nach knapp zwei Jahren steht das Atomkraftwerk in Krümmel vor einer Rückkehr ans Netz. Am 28. Juni 2007 musste der Reaktor südöstlich von Hamburg aufgrund eines Trafobrandes abgeschaltet werden. Während den Sanierungsarbeiten wurden weitere Mängel in Form von fehlerhaft montierten Dübeln und Oberflächenschäden an den Rohrsystemen festgestellt. Aus diesem Grund zogen sich die Reparaturarbeiten über solch einen langen Zeitraum hin.
Inzwischen hat der Betreiber Vattenfall jedoch die bevorstehende Fertigstellung der Sanierungsarbeiten verkündet. „Wir sind mit den Arbeiten auf der Zielgeraden, und ich gehe davon aus, dass wir das Kraftwerk in den nächsten Wochen wieder anfahren können“, so ein Sprecher des Unternehmens gegenüber dem Hamburger Abendblatt.
Nun steht Vattenfall allerdings noch der Gang durch die Genehmigungsbehörden in Schleswig-Holstein bevor, der sich als äußerst langwierig herausstellen könnte.
Umweltschützer und Bürgerinitiativen haben derweil groß angelegte Protestaktionen gegen die Wiederinbetriebnahme Krümmels angekündigt. Gegenstand der Beschwerden sind laut der Atomkraftgegner offene Sicherheitsfragen sowie eine hohe Leukämie-Rate im direkten Umfeld des Kernkraftwerkes.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Kernkraftwerk, Krümmel, Vattenfall
Von:
David Lorenz
Nachdem vor rund vier Wochen bereits das Atomkraftwerk in Grohnde routinemäßigen Wartungsarbeiten unterzogen wurde, ging gestern Abend nun auch Brokdorf für die jährlich durchzuführende Revision vom Netz.
Das zuständige Sozialministerium Schleswig-Holsteins gab in Kiel bekannt, dass 56 der 193 im Reaktorkern befindlichen Brennelemente ausgetauscht werden sollen. Daneben müssen fällige Instandhaltungsmaßnahmen umgesetzt, sowie die Sicherheitslage des Kernkraftwerkes einer genauen Prüfung unterzogen werden.
Das Atomkraftwerk an den Ufern der Elbe wird aufgrund der Revision insgesamt einen Monat lang keinen Strom produzieren. Damit befindet sich Brokdorf in prominenter Gesellschaft, denn die Kernkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel im Norden Deutschlands befinden sich seit Störfällen aus dem Jahr 2007 ebenfalls nicht am Netz.
Brokdorf gehört zu 80 Prozent dem Betreiber-Konzern E.ON und zu 20 Prozent dem schwedischen Energie-Riesen Vattenfall. Seit 1986 ist das Kernkraftwerk in Betrieb und soll laut Atomkonsens planmäßig im Jahre 2018 abgeschaltet werden.
Schlagworte: · Atomkonsens, Atomkraftwerk, Brokdorf, Brunsbüttel, E.ON, Grohnde, Kernkraftwerk, Krümmel, Panne, RWE, Vattenfall