Einträge vom Juni 2009
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David Lorenz
Rund eine Woche nach der Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerkes Krümmel in Schleswig-Holstein kam es bereits zu einem ersten Zwischenfall am Reaktor. Nach Angaben des Sozialministeriums in Kiel, zuständig für die Atomaufsicht des Bundeslandes, fiel bei einer Routineprüfung „eine von drei elektronischen Baugruppen zum zeitverzögerten Auslösen einer Reaktorschutzmaßnahme“ aus. Bei der Schutzmaßnahme handelt es sich um eine Wasserzuspeisung, die bei Notfällen in den Reaktorkern geleitet wird.
Der Vorfall ereignete sich bereits am 23. Juni und wurde von der Behörde in die Kategorie N (Normalmeldung) eingestuft. Laut Vattenfall, Betreiber des Kernkraftwerkes, wäre bei einer Katastrophe der Schutzmechanismus auch ohne ein funktionstüchtiges Bauteil ausgelöst worden. Der Defekt ist mittlerweile behoben.
Krümmel wurde in den vergangenen beiden Jahren umfangreichen Wartungsarbeiten unterzogen, nachdem das Atomkraftwerk aufgrund eines Transformatorbrandes am 28. Juni 2007 abgeschaltet werden musste und in der Folge mehrere technische Mängel am Bau der Anlage festgestellt worden waren.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Kernkraftwerk, Krümmel, Panne, Vattenfall
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David Lorenz
Nach einer aktuellen Studie des Ökoinstitutes geht die Rechnung von günstigen Strompreisen bei einer gleichzeitigen Laufzeiten-Verlängerung deutscher Atomkraftwerke möglicherweise nicht auf.
Die Studie hat laut dem „Handelsblatt“ Strompreise im europäischen Ausland mit Atomstrom-Anteilen der betroffenen Länder verglichen. So weist Frankreich beispielsweise mit einem hohen Atomstrom-Anteil am nationalen Energie-Mix einen relativ günstigen Strompreis auf. In Belgien dagegen, wo Atomstrom einen ähnlich hohen Anteil am Energie-Markt wie in Frankreich stellt, ist der Strom besonders teuer. Laut dem Ökoinstitut könne daher „kein Zusammenhang zwischen hohen Kernenergie-Anteilen und dem Strompreisniveau” hergestellt werden.
Sigmar Gabriel (SPD), Bundesumweltminister und Auftraggeber der Studie, geht sogar noch einen Schritt weiter. „Eine Laufzeitverlängerung führt nicht zu sinkenden Strompreisen. Im Gegenteil. Weil notwendige Investitionen in neue Kraftwerke unterbleiben, könnte der Strompreis sogar steigen.“
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Atomstrom, Kernenergie, Sigmar Gabriel, SPD
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David Lorenz
Im Gegensatz zum Atomkraftwerk Krümmel, das gestern nach zwei Jahren Stillstand wieder hochgefahren wurde, geht Brunsbüttel vorerst nicht zurück ans Netz. Laut Vattenfall, Betreiber-Unternehmen des Kernkraftwerkes nördlich von Hamburg, kommt es derzeit noch zu Verzögerungen bei den Wartungsarbeiten.
„Ich hoffe auf eine Wiederinbetriebnahme noch in diesem Jahr. Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass sie sich bis nächstes Jahr verschieben wird“, so Tuomo Hatakka, Vorstandsvorsitzender von Vattenfall Europe.
Brunsbüttel musste im Sommer 2007, fast zeitgleich mit Krümmel, zunächst aufgrund eines Kurzschlusses heruntergefahren werden. In der Folge wurden erhebliche Mängel am Bau der Anlage bekannt, woraufhin das Atomkraftwerk komplett vom Netz genommen wurde.
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David Lorenz
Gute Nachrichten für Vattenfall. Nach rund zwei Jahren darf der Energie-Riese das Atomkraftwerk Krümmel wieder ans Netz nehmen. Das zuständige Sozialministerium Schleswig-Holsteins um Ministerin Gitta Trauernicht (SPD) gab am vergangenen Freitag einem Antrag Vattenfalls auf die Wiederinbetriebnahme des Kernkraftwerkes statt.
Krümmel musste am 28. Juni 2007 aufgrund eines Transformatorenbrandes abgeschaltet werden und wurde in den vergangenen beiden Jahren wegen mehreren technischen Schwierigkeiten und Pannen umfangreichen Wartungsarbeiten unterzogen. Laut Vattenfall hat das Unternehmen rund 200 technische Änderungen an der Anlage mit dem weltweit leistungsstärksten Siedewasserreaktor vorgenommen.
Unter Umweltschützern, Bürgerinitiativen sowie Atomkraftgegnern sorgt die Wiederinbetriebnahme nach wie vor für große Proteste. Auch Unterstützer von alternativen Energieträgern kritisieren die Rückkehr Krümmels ans deutsche Stromnetz. Sie merken an, dass der vergrößerte Anteil an Atomstrom am nationalen Energie-Mix zu Lasten der Erforschung und Entwicklung erneuerbarer Energiequellen geht.
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David Lorenz
Ähnlich der Situation in Armenien muss Litauen im kommenden Jahr das Kernkraftwerk Ignalina aufgrund seines hohen Alters (Inbetriebnahme: 1984) sowie diverser Baumängel auf Anordnung der EU vom Netz nehmen. Das baltische Atomkraftwerk, das die Länder Litauen, Estland, Lettland und Polen mit Strom versorgt, hat mittlerweile nur noch einen von ursprünglich zwei Reaktoren in Betrieb. Bereits 2004 wurde der erste Block heruntergefahren.
Da Litauen eine große Abhängigkeit von der Nutzung atomaren Stroms aufweist, ist schon seit geraumer Zeit der Bau eines neuen Kernkraftwerkes am selben Standort geplant. Ohne ausreichende Kapazitäten an eigenen Energiequellen würde das Land in extreme Abhängigkeiten von russischen Strom-Importen schlittern, was die Regierung um Ministerpräsident Andrius Kubilius unbedingt verhindern will. Daher sollen bereits im Jahr 2018 zwei Reaktoren mit einer Leistung von zusammengerechnet 3.200 Megawatt in Betrieb genommen werden.
Aufgrund interner Streitigkeiten zwischen den beteiligten Nationen steht ein Abschluss des ehrgeizigen Projektes momentan allerdings noch auf der Kippe. Lettlands Staatschef Valdis Dombrovskis weiß wegen etlichen offenen Fragen den Optimismus seines litauischen Amtskollegen nicht zu teilen und geht frühestens für das Jahr 2025 mit einer Fertigstellung der Anlage aus.
Der deutsche Strom-Konzern E.ON sowie das schwedische Energie-Unternehmen Vattenfall sollen derweil bereits Interesse an einer Inbetriebnahme des neuen Atomkraftwerkes bekundet haben.
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David Lorenz
Der schwedische Stromerzeuger Vattenfall steht vor einem unfreiwilligen Strategiewechsel. Dem staatseigenen Unternehmen wurde von der Regierung Schwedens auferlegt, zukünftig vermindert auf die Energiegewinnung aus Kohlekraftwerken zu setzen.
Vor allem die zahlreichen Braun- und Steinkohlekraftwerke im europäischen Ausland, speziell in Deutschland, zogen jüngst den Unmut der schwedischen Wirtschaftsministerin Maud Oloffson auf sich, die konkret die Pläne Vattenfalls zum Neubau eines Kohlekraftwerkes in Hamburg-Moorburg kritisierte. “In Zukunft werden wir umfangreiche Handlungsanweisungen für die Umstellung auf umweltfreundliche Technik geben”, so die Ministerin laut Financial Times Deutschland (FTD).
Ein Sprecher des in Stockholm ansässigen Konzerns ließ daraufhin verlauten, man werde die Direktiven des Staates umsetzen, auch wenn es sich nicht einfach gestalten werde, kurzfristig komplett auf erneuerbare Energien umzusatteln.
Vattenfall, in der Bundesrepublik hinter E.ON und RWE drittgrößtes Betreiber-Unternehmen, gewinnt in Deutschland einen Großteil seines Stroms aus fossilen Energieträgern, während der Konzern in Schweden lediglich auf Atom-, Wasser- und Windkraft setzt.
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David Lorenz
Die Expansionspläne des deutschen Energie-Riesen RWE nehmen immer deutlichere Konturen an. Nachdem das Unternehmen bereits auf dem Strommarkt in Großbritannien tätig wurde, möchte RWE nun eine 50 prozentige Beteiligung des niederländischen Atomkraftwerks in Borssele erwerben.
Dies würde im Zuge einer Übernahme des maroden Energie-Konzerns Essent geschehen, der die Hälfte des Kernkraftwerkes im Süden der Niederlande inne hält. Allerdings werden in Politk und Wirtschaft Stimmen gegen das Investment RWE’s laut. Das Betreiber-Unternehmen Delta, in Besitz der anderen 50 Prozent von Borssele, würde die Anteile von Essent gerne selber kaufen. Letzten Endes wird die Entscheidung von den Eignern des mit 9,3 Milliarden Euro verschuldeten Energie-Versorgers sowie der nötigen Genehmigung durch die EU-Kommission abhängen. Laut RWE sind bereits rund 90 Prozent der Anteilseigner Essents mit einer Übernahme durch den deutschen Konzern einverstanden.
RWE ist aufgrund des nationalen Atomkonsenses, der die Abschaltung aller deutschen Atomkraftwerke bis 2020 regelt, an ausländischen Kernenergie-Projekten interessiert und bereit, im großen Stile zu investieren. Borssele passt exakt in dieses Schema. Das einzige Kernkraftwerk der Niederlande soll noch bis 2033 Strom erzeugen.
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David Lorenz
Die Störfälle in Biblis wollen nicht abreißen. Wie der Betreiber-Konzern RWE am gestrigen Montag dem zuständigen hessischen Umweltministerium mitteilte, wurde im Block A der Anlage am 3. Juni eine defekte Rohrleitung am Nebenkühlwassersystem entdeckt.
Das Leck wurde daraufhin umgehend abgedichtet und die betroffene Leitung ausgetauscht. Laut RWE war der Kühlungsprozess des Reaktors durch den Zwischenfall zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt. Weder für Personal noch für die Umgebung habe eine Gefahr bestanden.
Die Reaktorblöcke A und B in Biblis sind bereits seit mehreren Monaten aufgrund anhaltender Instandsetzungsarbeiten außer Betrieb. RWE plant, das älteste deutsche Atomkraftwerk trotz nicht abreißender Proteste von Umweltschützern und Kernenergie-Gegnern in naher Zukunft wieder ans Netz zu nehmen. Ein genauer Termin steht allerdings noch nicht fest.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Biblis, Kernkraftwerk, Panne, RWE
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David Lorenz
Das mit 39 Jahren älteste Kernkraftwerk Spaniens in Santa Maria de Garoña sollte ursprünglich noch in diesem Jahr vom Netz gehen. Nun entschied die zuständige Aufsichtsbehörde für nukleare Sicherheit (CSN), eine Laufzeitverlängerung von zehn Jahren zu genehmigen, falls rund 50 Millionen Euro vom Betreiber-Unternehmen Nuclenor in die Modernisierung des Atomkraftwerkes investiert werden würden.
Der Kernreaktor in Norden Spaniens wies zuletzt kleinere technische Mängel auf, die laut CSN prinzipiell aber kein Sicherheitsrisiko mit sich bringen.
Die nationale Aufsichtsbehörde ist jedoch nicht im Besitzt der Entscheidungsgewalt über eine Laufzeitverlängerung, sie kann lediglich Empfehlungen an die spanische Regierung abgeben. Das Kabinett um Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero steht der Frage nach zusätzlichen Kapazitäten Garoñas gespalten gegenüber. Gerüchten zufolge wurde die Veröffentlichung des CSN-Berichtes gezielt verzögert, um das Thema aus der gestrigen Europa-Wahl herauszuhalten. Die Regierung hat nun einen Monat Zeit, eine Entscheidung in der als wegweisend angesehenen Frage für die energie-politische Zukunft des Landes zu treffen.
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David Lorenz
Das Atomkraftwerk im elsässischen Fessenheim kommt nicht zur Ruhe. Nachdem vergangenen Monat bereits erhebliche Sicherheitsmängel am ältesten französischen Kernreaktor festgestellt wurden, traten letzte Woche nun große Teile der Belegschaft mit Forderungen auf mehr Lohn in den Streik.
Die daraus resultierenden Arbeits-Ausfälle beeinträchtigen auch notwendige Instandsetzungsmaßnahmen. Noch ist die allgemeine Sicherheitslage des Atomkraftwerkes allerdings nicht gefährdet, so ein Sprecher der zuständigen Gewerkschaft. Der Verband fordert für seine Mitglieder insgesamt fünf Prozent mehr Lohn sowie eine einmalige Sonderprämie von 1.500 Euro. Für das französische Betreiber-Unternehmen Electricité de France (EdF) bedeutet der Streik empfindliche finanzielle Einbußen, da der Reaktor aufgrund fehlender Arbeitskräfte momentan nicht seine volle Leistung erbringen kann. Die Streikenden sehen sich aufgrund dieser Tatsache in einer starken Verhandlungsposition. Derzeitig lehnt der Energie-Gigant jedoch alle Gespräche mit der Gewerkschafts-Vertretung kategorisch ab.
Mittlerweile wurde der Streik auf neun weitere Kernkraftwerke Frankreichs ausgeweitet. Damit sind mehr als die Hälfte der 19 Anlagen in Europas führender Atomenergie-Nation betroffen.
Unter Kernkraftgegnern stoßen die fehlenden Ansätze auf eine Konfliktlösung von Seiten EdF’s derweil auf Kritik und Unverständnis. Schließlich genießt Fessenheim in Hinblick auf Pannen und Störfalle nicht erst seit vergangenem Monat den zweifelhaften Ruf eines anfälligen Atomkraftwerkes.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Betreiber, EDF, Fessenheim, Kernkraftwerk, Panne