Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

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Einträge vom Mai 2009

Frankreich erweitert Energie-Programm

Mai 15th, 2009 · 1 Kommentar

Von: David Lorenz

Neue Töne im Land der Atomenergie.

Frankreich plant bis Ende 2010 den Bau von 22 Sonnenkraftwerken. Jede Verwaltungsregion der Republik soll dabei eine Solarenergie-Anlage beherbergen, so die Pläne des französischen Umweltministers Jean-Louis Borlooan.

Mit der Maßnahme will das Land auf die schwache Position Frankreichs im westeuropäischen Vergleich am Markt der erneuerbaren Energiequellen reagieren. Der größte Flächenstaat Europas liegt bei der Anzahl an Sonnenkraftwerken abgeschlagen auf Rang vier hinter Deutschland, Spanien und Italien.

„Solarenergie ist wichtig für das grüne Bewusstsein unseres Landes“, so Borlooan über die Entscheidung, zukünftig in „grünes Wachstum“ zu investieren.

Das bedeutet im Umkehrschluss aber keines Falls, das Frankreich fortan die Nutzung von Atomstrom drosseln möchte. Weiterhin werden rund vier Fünftel des nationalen Strombedarfs durch die Kapazitäten von 58 Atomkraftwerken gedeckt. In naher Zukunft werden zudem drei weitere Reaktoren entstehen, die auf Basis der modernen Europäischen Druckwassertechnologie laufen sollen.

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Baustopp an finnischem Atomkraftwerk

Mai 14th, 2009 · 5 Kommentare

Von: David Lorenz

Im finnischen Olkiluoto wird momentan das erste westeuropäische Kernkraftwerk seit der Tschernobyl-Katastrophe errichtet. Jetzt muss die Arbeit aufgrund nicht unerheblicher Sicherheitsmängel teilweise eingestellt werden, so verfügte es die zuständige Aufsichtsbehörde für Strahlenschutz.

Das Prestigeobjekt um die deutsch-französischen Bauherren Siemens und Areva sowie den finnischen Betreiber TVO sollte bereits vor drei Jahren fertig gestellt werden, hatte aber immer wieder mit bautechnischen Schwierigkeiten zu kämpfen und wird laut aktuellen Plänen erst 2012 ans Netz gehen.

Doch auch dieser Termin droht jetzt zu platzen. Laut der Strahlenschutzbehörde weisen mehrere Schweißnähte an Röhren für die Kühlwasserzufuhr zum Reaktor Risse auf. Diese seien zum Teil materialbedingt, zum Teil Ursache fehlerhafter Verarbeitung.

„Wir werden alles unternehmen um die Probleme zu lösen und die finnischen Behörden zu informieren“, so eine Sprecherin von Areva über den Vorfall. „Bis auf die Schweißarbeiten geht der Bau des Reaktors aber weiterhin wie geplant von statten.“

Greenpeace drängt unterdessen auf einen sofortigen Entzug der Baugenehmigung. „Dieser neue Zwischenfall macht deutlich, dass Areva nicht in der Lage ist, einen Atomreaktor zu bauen“, so ein Sprecher der Umweltschutzorganisation.

Für Siemens ist das Projekt derweil längst nicht mehr profitabel. Aufgrund wiederholter Verzögerungen und Schwierigkeiten am Bau musste der Münchner Konzern bereits mehrere hundert Millionen Euro abschreiben. Zudem gab es immer wieder Streitigkeiten mit Areva über Schuld und Verantwortung an den Problemen.

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Wirtschaftskrise erfasst Energie-Konzern

Mai 13th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Die Wirtschaftskrise macht auch vor dem hyperrentablen Energie-Sektor nicht halt

Das musste im letzten Quartal Branchen-Primus E.ON schmerzhaft erfahren. Im Vergleich zum vergangenen Jahr wurde der Überschuss von Januar bis März zwar um 2,5 Milliarden Euro gesteigert (ein Plus von 17 Prozent), doch das ist lediglich stichtagsbezogenen Derivatsgeschäften zu verdanken. Ohne diese Erträge wäre der Gewinn um zwei Prozent auf 1,8 Milliarden Euro geschrumpft.

Im Vergleich zu anderen Branchen handelt es sich dabei sicherlich um Jammern auf hohem Niveau, doch der Energie-Wirtschaftszweig war in den vergangenen Jahren stets für neue Super-Zahlen und Rekordgewinne verantwortlich und schien von der Finanzkrise lange nicht betroffen zu sein.

Neben der weltweiten Rezession gibt es einen weiteren Grund für die stagnierenden Zahlen von E.ON: stillstehende Atomkraftwerke sowie ein Absatz-Einbruch auf dem Gas-Markt.

Dennoch konnte der Energie-Riese zuletzt seinen Umsatz um 14 Prozent auf 25,9 Milliarden Euro steigern. Für das laufende Geschäftsjahr geht die Konzern-Führung von ähnlichen Zahlen wie 2008 aus. Aufgrund der aktuell unsicheren Lage ist die Prognose allerdings möglichen Schwankungen ausgesetzt.

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E.ON will weiter expandieren

Mai 12th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Investitions-Pläne deutscher Energie-Konzerne im europäischen Ausland haben Hochkonjunktur.

Nachdem bereits ein Gemeinschaftsunternehmen um die Betreiber E.ON und RWE in Großbritannien den Strommarkt aufmischen will, gibt es weitere Expansions-Bemühungen zu vermelden. E.ON möchte sich Medienberichten zufolge in das französische Kernkraftwerk bei Penly (Normandie) einkaufen.

„Wir diskutieren mit E.ON über einen Austausch von Aktiva“, so der Chef des französischen Stromanbieters EDF, Pierre Gadonneix, am vergangenen Dienstag gegenüber dem Pariser Wirtschaftsblatt „Les Echos“.

Für EDF hat die Beteiligung auch einen politischen Hintergrund, da durch die Zusammenarbeit mit E.ON der Vorwurf entkräftet werden könnte, Frankreich würde seinen Strommarkt für Investitionen aus dem Ausland abriegeln. Der Staatskonzern hält in der Grande Nation quasi die Monopolstellung auf dem Energie-Sektor. Daneben ist EDF mit Investitionen in Großbritannien, der Schweiz, Italien, Belgien und Deutschland teils mit starken Markt-Positionen ausgestattet.

E.ON, deutscher Marktführer in Sachen Energieversorgung, plant derweil, die nationale Konkurrenz mit ins Boot zu holen. EnBW soll laut Bestrebungen des Unternehmens mit 500 Megawatt Atomstrom am Projekt in Frankreich beteiligt werden. Insgesamt würde der Verbund etwa 8,5 Prozent an dem Kernkraftwerk erwerben.

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Krümmel: Vattenfall plant schon baldige Rückkehr ans Netz

Mai 11th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Das Atomkraftwerk in Krümmel ist seit knapp zwei Jahren aufgrund von andauernden Sanierungsarbeiten außer Betrieb. Im Juni 2007 kam es in dem Kernreaktor zu einem Transformatorbrand, der schwerwiegende Schäden an der Anlage verursachte.

Die Reparaturarbeiten stehen laut Vattenfall, Berteiber des Krafwerks, kurz vor dem Abschluss. In den kommenden Wochen soll ein Antrag auf die Wiederinbetriebnahme des Reaktors bei den zuständigen Stellen eingereicht werden.

Weil wir bisher einen konstruktiven Dialog mit der Genehmigungsbehörde gehabt haben, gehe ich davon aus, dass wir den Reaktor ab diesem Sommer wieder hochfahren können“, so Tuomo Hatakka, Chef des Energiekonzerns, gegenüber dem Berliner „Tagesspiegel“.

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Routine-Revision in Grohnde

Mai 8th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Aufgrund jährlicher Wartungsarbeiten geht das Atomkraftwerk Grohnde bei Hameln kommenden Samstag für rund zwei Wochen vom Netz.

Laut dem niedersächsischen Umweltministerium sollen während dieser Zeit 48 der 193 Brennelemente ausgetauscht, sowie der Reaktor auf sicherheitsrelevante Punkte hin überprüft werden. Zudem müssen Armaturen und Behälter kontrolliert, das nukleare Dampferzeugungssystem per Röntgen- und Ultraschallprüfung durchleuchtet, und Instandhaltungsmaßnahmen routinemäßig vorgenommen werden. 

Das Kernkraftwerk an der Weser, in Besitz von E.ON, hat eine voraussichtliche Laufzeit bis ins Jahr 2017 und ist bereits seit 1984 in Betrieb.

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Führungswechsel: E.ON-Chef kündigt Rücktritt an

Mai 7th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Auf der Hauptversammlung des Energie-Riesen E.ON in Essen gab Konzernchef Wulf Bernotat am gestrigen Mittwoch überraschend bekannt, seinen im Mai 2010 auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Als Grund gab der Manager die Suche nach neuen beruflichen Herausforderungen an.

Seit 2003 hält der 60-Jährige nun schon die Leitung des größten deutschen Energielieferanten inne. Sein persönliches Fazit für diese Zeit viel durchaus positiv aus. E.ON habe sich hervorragend auf dem europäischen Markt positioniert und die Aussichten für die Zukunft seien viel versprechend.

Dabei solle der Konzern laut Bernotat nicht durch Zukäufe, sondern aus eigener Kraft weiter wachsen. In der Vergangenheit hatte das Unternehmen hauptsächlich durch Investitionen in Spanien, Frankreich, Italien Russland an Marktmacht gewonnen.

Vor allem die Modernisierung bestehender Kraftwerke und Stromnetze soll nach Plänen des scheidenden Konzern-Chefs zukünftig Gegenstand finanzieller Aufwendungen sein. Daneben sieht E.ON vor, moderne Kohle- und Gaskraftwerke in Deutschland und Großbritannien zu errichten.

Als Nachfolger für Bernotat wird derweils Johannes Teyssen, stellvertretender Vorstandschef, gehandelt. Der Aufsichtsrat des Unternehmens lies jedoch umgehend verlauten, man werde sich bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger Zeit lassen.

Bernotat selbst übte währenddessen auf der Hauptversammlung harsche Kritik an der europäischen Energiepolitik. „Je nach kurzfristiger Stimmungslage stehen mal die Energiepreise, mal der Klimaschutz und mal eine sichere Versorgung im Mittelpunkt. Wir können aber die Schwerpunkte unserer Unternehmensstrategie nicht immer wieder den Schwankungen der energiepolitischen Debatte anpassen.”

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Absage an Vattenfall: Brunsbüttel ohne zusätzliche Kapazitäten

Mai 6th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Das Bundesumweltministerium unter Minister Sigmar Gabriel (SPD) hat einen Antrag des Betreibers Vatenfall abgelehnt, dem Atomkraftwerk Brunsbüttel eine verlängerte Laufzeit zuzugestehen.

Als Begründung nannte Gabriel das hohe Alter des Reaktors und fehlende Sicherheitsreserven. Vattenfall hatte angestrebt, Reststrommengen vom Kernkraftwerk Krümmel auf Brunsbüttel zu übertragen. Beide Meiler sind derzeitig aufgrund andauernder Wartungsarbeiten außer Betrieb.

Laut dem so genannten Atomkonsens, 2000 unter Rot-Grün beschlossen und seit 2002 in Kraft, dürfen Reststrommengen nur unter Zustimmung des Bundesumweltministeriums auf ältere Atomkraftwerke übertragen werden. Bereits vor gut einem Monat hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig einen Antrag Vattenfalls abgelehnt, Kapazitäten vom Kernreaktor in Mülheim-Kärlich auf Brunsbüttel zu übertragen. Ähnlichen Anfragen von RWE und EnBW wurde zuvor ebenfalls nicht stattgegeben, die Entscheidung war also abzusehen.

Das Geschacher um längere Laufzeiten hat neben der wirtschaftlichen Komponente auch einen politischen Hintergrund. Die Betreiber-Konzerne der Bundesrepublik spekulieren auf einen Regierungswechsel bei der Bundestagswahl 2009. Falls es zu einer Mehrheit von CDU/CSU und FDP kommen sollte, könnte der Atomindustrie hierzulande eine Renaissance widerfahren. Politiker von Schwarz-Gelb betonten in der Vergangenheit immer wieder, die ehrgeizigen Klimaschutz-Ziele Deutschlands seien ohne einen erheblichen Anteil an Atomstrom nicht zu verwirklichen.

Vattenfall ließ derweil verlauten, im Falle des verweigerten Kapazitäten-Transfers vors Oberverwaltungsgericht von Schleswig-Holstein zu ziehen. „Wir werden den Bescheid des Umweltministeriums juristisch prüfen lassen“, so eine Sprecherin des Unternehmens. 

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Betreiber von Atomkraftwerken in Deutschland: E.ON

Mai 2nd, 2009 · 3 Kommentare

Von: David Lorenz

Im zweiten Teil der Betreiber-Serie auf atomstrom-info soll nach RWE heute E.ON vorgestellt werden, der größte Energie-Lieferant Deutschlands.

E.ON wurde im Juni 2000 durch eine Fusion der Konzerne VEBA und VIAG gegründet. Der Firmensitz befindet sich in Düsseldorf und das Unternehmen ist an der Börse notiert. Zu den Kernkompetenzen der Aktiengesellschaft gehört der Handel mit Gas und Elektrizität an Endverbraucher sowie Industrie und Handel. Teils stammt der Strom aus eigenen Atomkraftwerken, teils wird er in großen Mengen aus dem Ausland hinzugekauft.

Die Distributionswege von E.ON funktionieren bevorzugt über Zwischenhändler auf regionaler Ebene, zu den wichtigsten Märkten des Unternehmens gehören Deutschland, die Schweiz, Frankreich, Österreich, die Niederlande, Tschechien, Rumänien und die Slowakei.

Der Energie-Riese beschäftigt aktuell rund 93.500 Mitarbeiter und konnte 2008 einen Umsatz von 87,65 Milliarden Euro erwirtschaften.

Seit Dezember 2005 sind alle Energieversorgungs-unternehmen in Deutschland dazu verpflichtet, die Herkunft ihres Stroms auszuweisen. Für E.ON waren das im Jahr 2007 folgende Werte:

  • Erneuerbare Energieträger: 14 Prozent
  • Kernenergie: 38,5 Prozent
  • Fossile Energieträger: 47,5 Prozent

Das Unternehmen betreibt mittels der Tochtergesellschaft E.ON Kernkraft GmbH folgende aktive Atomkraftwerke in Deutschland:

  • Brokdorf
  • Grafenrheinfeld
  • Grohnde
  • Isar 1 und 2
  • Unterweser
  • Grundremmingen B und C
  • Brunsbüttel
  • Krümmel
  • Emsland

Daneben verfügt E.ON über mehrere Gas-, Öl-, Steinkohle- und Braunkohlekraftwerke sowie drei Biomasse- und ein Hybridkraftwerk. Außerdem ist das Unternehmen in Besitz eines eigenen Stromnetzes.

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