Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

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Einträge vom Mai 2009

Nukleare Allianz: Slowakei und Tschechien planen gemeinsames Atomkraftwerk

Mai 31st, 2009 · 2 Kommentare

Von: David Lorenz

Jaslovske Bohunice im Westen der Slowakei war zu Zeiten der ehemaligen Sowjetunion eine Hochburg der Kernenergie. Lange Zeit versorgten vier Reaktoren Teile der Supermacht mit Atomstrom. Aufgrund fehlender Optionen für nötige Modernisierungsmaßnahmen mussten 2006 und 2008 zwei Reaktoren vom Netzt genommen werden.

Nun planen die staatlichen Energieversorger JAVYS (Slowakei) und CEZ (Tschechien) gemeinsam ein neues Atomkraftwerk am alten Standort zu errichten. Dazu wurde am vergangenen Freitag ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, das für die genaue Planung und Umsetzung des Baus verantwortlich sein wird. Wie die Finanzierung des gemeinsamen Projektes im Detail gestemmt werden soll, konnte derweil noch nicht bekannt gegeben werden. Insgesamt handelt es sich laut den Vertragspartnern um eine Investition von sechs Milliarden Euro, die jeweils zur Hälfte von JAVYS und CEZ aufgebracht werden muss.

Kritik an dem ehrgeizigen Projekt wird derweil aus dem benachbarten Österreich laut, das die tschechisch-slowakischen Pläne gegenüber der Nachrichtenagentur APA als „höchst unerfreulich“ bezeichnet. Die Alpenrepublik befürchtet massive Nachteile für Umwelt und nationale Sicherheit und wird laut Umweltminister Nikolaus Berlakovich „maximale Schutzansprüche“ geltend machen, um den Bau des Kernkraftwerkes zu verhindern.

Anders als in Österreich steht die Mehrheit der slowakischen Bevölkerung hinter der Nutzung von Kernenergie. Atomstrom erfreut sich in dem Karpatenstaat höchster Beliebtheit, größtenteils aufgrund der Tatsache, dass durch eigene Atomkraftwerke die Abhängigkeit zu Russland in Energiefragen eingedämmt werden kann.

Demzufolge wird die Kritik aus Österreich mit großem Unverständnis aufgenommen. „Mediale Panikmache“ nannte der slowakische Botschafter jüngst die Angriffe aus dem Nachbarland.

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Russland plant weiteres Atomkraftwerk im Ausland

Mai 29th, 2009 · 5 Kommentare

Von: David Lorenz

Russland drängt weiter auf die Vormachtsstellung in der internationalen Atom-Branche. Nach Projekten in China, Indien, Iran und Bulgarien gab der staatseigene Energie-Konzern Rosatom am gestrigen Donnerstag bekannt, Ende des Jahres mit Weißrussland einen Vertrag über den Bau eines neuen Atomkraftwerkes abzuschließen.

Dabei soll der russische Kernkraftwerkbauer Atomstroyexport zunächst einen Reaktor im weißrussischen Grodno mit einer Leistung von etwa 1.000 Megawatt errichten, der nach aktuellen Plänen bereits 2016 ans Netz gehen wird. Spätestens zwei Jahre darauf soll ein weiterer Reaktor in Betrieb genommen werden. Die Anlage wäre in der Lage, den kompletten Strombedarf des Landes zu decken. Es existieren bereits Pläne für einen dritten Reaktor, durch den Weißrussland dann auch erstmals Strom ins Ausland exportieren könnte.

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Brasilien: Störfall erst nach zwei Wochen bekannt gegeben

Mai 28th, 2009 · 5 Kommentare

Von: David Lorenz

Die brasilianische Energieindustrie liefert den Atomgegnern des Landes neue Argumente gegen die Nutzung nuklearer Technologien. Wie erst jetzt von dem staatlichen Strom-Konzern Electronuclear bekannt gegeben wurde, ereignete sich bereits am 15. Mai ein Störfall im Atomkraftwerk Angra II nahe Rio de Janeiro.

Dabei wurde nach Angaben des Unternehmens radioaktives Material freigesetzt und vier Mitarbeiter leicht verseucht. Den betroffenen Personen gehe es nach einer umgehenden Entgiftung gesundheitlich wieder einwandfrei, wie Electronuclear in einer Pressemitteilung der Öffentlichkeit mitteilte. Auch Umwelt und Anlage seien durch den Vorfall nicht gefährdet.

Der Vorfall löste in Brasilien umgehend sturmartige Proteste aus, die sich hauptsächlich gegen die späte Bekanntgabe der Panne richten. „Der Umgang mit dem Störfall spricht Bände über die Informationspolitik unseres Landes, wenn es um Kernenergie geht“, so ein Mitglied der Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Angra I und der Schwesterreaktor Angra II sind derzeitig die einzigen Kernkraftwerke Brasiliens, der Bau einer dritten Anlage ist bereits seit längerer Zeit in Planung. Vergangenes Jahr gab der Energieminister des Landes, Edison Lobao, bekannt, Brasilien wolle in Zukunft voll auf die Nutzung von Kernenergie setzen und bis 2060 50 bis 60 neue Atomkraftwerke errichten.

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Boomende Absätze am internationalen Uran-Markt

Mai 26th, 2009 · 5 Kommentare

Von: David Lorenz

Der weltweite Bedarf an Uran steigt mit jedem neu errichteten Atomkraftwerk weiter an. Weil davon auszugehen ist, dass die Vorkommen über begrenzte Kapazitäten verfügen, wird der Abbau des radioaktiven Metalls wirtschaftlich immer interessanter. Länder wie Kanada, Australien, Kasachstan, der Niger, Namibia, Usbekistan, die USA und vor allem Russland betreiben schon im großen Stile die Gewinnung aus so genannten Uranlagerstätten.

Mittlerweile gibt es auch in Finnland, Schweden und der Schweiz Pläne, nach Vorkommen zu suchen um gegebenenfalls eigene Uranminen errichten zu können.

Jüngst traf Russland ein Handelsabkommen mit den USA. Es geht dabei um uranangereicherte Brennstäben, die von der amerikanischen Atomindustrie dringend benötigt werden. Dabei gab eine Sprecherin des staatseigenen russischen Unternehmens Techsnabeksport per Mitteilung gegenüber der Associated Press (AP) bekannt, es handele sich bei den Brennelementen erstmals um Energieträger aus rohem Uran. Bisher wurde bei der Herstellung der Brennstäbe stets auf Uran aus ausgemusterten Atomwaffen zurückgegriffen, um neben dem wirtschaftlichen Nutzen diese zu entschärfen.

Russland baut durch den Deal seine starke Position auf dem weltweiten Uran-Markt weiter aus.

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“Da könnte man sie auch sofort abschalten”

Mai 25th, 2009 · 2 Kommentare

Von: David Lorenz

„Atomstrom blockiert geradezu den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. An den sieben Kernkraftwerken, die bis 2013 vom Netz gehen sollen, hängen nur zehn Prozent der deutschen Stromproduktion. Da könnte man sie auch sofort abschalten. Seitdem wir den Atomausstieg beschlossen haben, ist nämlich der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung von vier auf heute 15 Prozent gestiegen. Und dabei wird es nicht bleiben.”

Ex-Bundesumweltminister Jürgen Trittin gegenüber der Märkischen Allgemeinen.

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Atomstrom: 2008 wichtigste Energiequelle Deutschlands

Mai 23rd, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Trendwende auf dem Strommarkt. Im Jahr 2008 stieg der Atomstrom-Anteil am deutschen Energiemix von 22,3 Prozent aus dem Vorjahr auf 23,5 Prozent an. Auch Erzeugnisse aus Erdgas sowie von Wind-, Wasser,- und Biomasse-Kraftwerken nahmen nach einem vorläufigen Ergebnis des Bundesverbandes für Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), dem unter Anderem die größten Betreiber-Konzerne wie RWE, Vattenfall, E.ON und EnBW angehören, um etwa 13 Milliarden Kilowattstunden zu, während Braun- und Steinkohle-Kraftwerke zum Teil deutlich weniger Strom produzierten als noch 2007.

Insgesamt wurden in Deutschland 2008 599,3 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert, was einem Plus von lediglich 400 Millionen Kilowattstunden im Vergleich zu 2007 entspricht. Grund für die nur marginale Zunahme ist laut BDEW-Vorsitzender Hildegrard Müller der Konjunktureinbruch aus dem letzten Quartal 2008.

Die Kernenergie stellt durch das Ergebnis den größten Anteil am deutschen Strommarkt und löst somit den bisherigen Spitzenreiter, die Braunkohle, ab. Wichtigster Grund für die Trendwende ist die Tatsache, dass 2007 mehrere Atomkraftwerke aufgrund von Störfällen nicht am Netz waren (Biblis, Krümmel, Brunsbüttel). Im Februar 2008 wurde Biblis wieder in Betrieb genommen, was den Atomstrom-Anteil am deutschen Energiemix stark beeinflusste.

Vattenfall plant derweil noch für dieses Jahr die Reaktoren in Krümmel und Brunsbüttel nach umfangreichen Revisionsarbeiten wieder ans Netz zu nehmen, was den Anteil an Atomstrom-Erzeugnissen im Vergleich zur Braun- und Steinkohle weiter erhöhen würde.

Energiemix in Deutschland (2008) in Milliarden Kilowattstunden:

  • Kernenergie: 140,8
  • Braunkohle: 138,3
  • Steinkohle: 114,4
  • Erneuerbare Energien: 90,9
  • Erdgas: 83,2
  • Sonstige: 31,8

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China: Volksrepublik will Atomprogramm weiter modernisieren

Mai 22nd, 2009 · 1 Kommentar

Von: David Lorenz

Im Reich der Mitte wird der Schritt in eine nukleare Zukunft weiter forciert. Zukünftig sollen die Atomkraftwerke an Chinas Küstenregionen technisch weiterentwickelt und gefördert werden, während im Landesinneren akribisch nach neuen Standorten für mögliche Kernreaktoren gesucht wird.

Daneben wird das Budget für den Zukauf ausländischer Technologien und Bauteile drastisch in die Höhe geschraubt. Aktuell werden in der Volksrepublik jährlich 9,1 Millionen Kilowatt Strom von 11 aktiven Atomkraftwerken produziert. Bis ins Jahr 2020 soll die Leistung 40 Millionen Kilowatt umfassen und die Anzahl der ans Netz angeschlossenen Kernkraftwerke um 32 weitere Meiler steigen. 11 davon befinden sich bereits in Bau.

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Brunsbüttel: Panne bei Probelauf

Mai 19th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Weiterer Rückschlag für den Energie-Riesen Vattenfall. Nachdem das Bundesumweltministerium vor rund zwei Wochen bereits eine Laufzeitverlängerung des Atomkraftwerkes Brunsbüttel in Schleswig-Holstein abgelehnt hatte, musste der Betreiber nun einen Zwischenfall melden. Während Probeläufen des aktuell aufgrund von Revisionsarbeiten stillgelegten Kernkraftwerkes wurde ein Leck am Kühlsystem des Reaktors festgestellt.

Für das Unternehmen kommt die Panne zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, da Brunsbüttel unter großem Aufwand noch in diesem Jahr wieder ans Netz gehen sollte. Seit Juli 2007 ist der Atommeiler aufgrund eines Kurzschlusses sowie verschiedener Baumängel außer Betrieb.

Beim aktuellen Vorfall handelt es sich um ein meldepflichtiges Ereignis der Kategorie N (Normalfall). Laut Vattenfall hatte das Leck keinen Einfluss auf den Kühlprozess als Ganzen. Die betroffenen Gerätschaften seien inzwischen durch Neue ersetzt worden.

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Hamburg beschreitet neue Wege in der Energie-Politik

Mai 18th, 2009 · 1 Kommentar

Von: David Lorenz

Die Hansestadt Hamburg setzt zukünftig auf ein bundesweit einzigartiges Model der Energieversorgung. Das neu gegründete Unternehmen „Hamburg Energie“ bietet ab Herbst diesen Jahres den Bürgern der Stadt und Umgebung klimafreundliche Stromerzeugnisse an, die ohne Anteile von Kohle- oder Atomstrom produziert werden.

Je mehr Kunden sich dem neuen Unternehmen anschließen, desto mehr wird in den Aufbau neuer nachhaltiger Erzeugungsanlagen investiert“, gab Anja Hajduk, Umweltsenatorin und Aufsichtsratchefin des Energieversorgers, am gestrigen Montag bekannt. „Dieses Modell ist in Deutschland bisher einzigartig“, so die Senatorin weiter. „Es stärkt Hamburgs Beitrag zum globalen Klimaschutz und erhöht die Lebensqualität der Metropole enorm. Daneben wird unsere Stadt als Wirtschafts- und Technologiestandort weiter gefördert und etabliert.“

Bisher ist geplant, den Strombedarf von drei verschiedenen Quellen zu beziehen: aus hocheffizienten, regionalen Kraftwärmekopplungsanlagen, von Windkraftanlagen sowie aus zugekauften Kontingenten nationaler Wasserkraftwerke. Daneben wird in diesem Jahr mit dem Bau einer eigenen Windkraftanlage begonnen, die spätestens 2011 ans Netz gehen soll.

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Proteste gegen Atomkraftwerk an deutscher Grenze

Mai 17th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Das geplante Atomkraftwerk im polnischen Gryfino (Greifenhagen) wurde am gestrigen Samstag Gegenstand von Protesten deutsch-polnischer Umweltschützer. Etwa 100 Demonstranten marschierten vom Bahnhof zum Marktplatz der Grenzstadt, wo verschiedene Redner vor allem mit dem nahe gelegenen Nationalpark „Unteres Odertal“ gegen eine Inbetriebnahme des Reaktors argumentierten.

Wir müssen jetzt gegen das mögliche Atomkraftwerk protestieren, bevor die polnische Regierung eine Entscheidung fällt“, äußerte sich Mike Bischoff (SPD) aus dem Brandenburger Landtag zur Demonstration, der umfangreiche Unterschriften-Aktionen gegen den Bau des Kernkraftwerkes vorangegangen waren.

Gryfino sollte bereits 2006 Standort eines neuen Atommeilers werden, doch der damalige polnische Regierungswechsel sowie eine nationale Wirtschaftkrise hatten in der Folge jegliche Planspiele über den Haufen geworfen. Die Region in Westpommern würde durch ca. 1000 neue Arbeitsplätze sowie zusätzliche Steuereinnahmen von dem Bau des Kernkraftwerkes profitieren.

Polen deckt seinen Strombedarf bisher fast ausschließlich durch die Nutzung von Kohlekraftwerken. Um diese Abhängigkeit einzudämmen, plant die Regierung um Premier Donald Tusk bis ins Jahr 2020 die Inbetriebnahme von zwei Atomreaktoren.

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