Einträge vom April 2009
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David Lorenz
Nachdem sich in den vergangenen Wochen Berichte von geplanten Atomkraftwerken in Russland, Tschechien und Polen häuften, legt nun die Volksrepublik China mir einer eigenen Meldung nach.
Am Sonntag fand der erste Spatenstich für ein neues Kernkraftwerk in der ostchinesischen Provinz Sanmen statt. Auf der Zeremonie lies der stellvertretende chinesische Ministerpräsident Li Keqiang verlauten, das Land würde zukünftig umfangreiche Förderprogramme zum Bau neuer Atomkraftwerke anstoßen. Ziel dabei sei es laut Keqiang, die Energieversorgung in China auf lange Sicht zu gewährleisten.
Das bevölkerungsreichste Land der Erde benötigt trotz der internationalen Finanzkrise Unmengen von Energie, um den gewaltigen Bedarf der wachsenden Wirtschaft zu decken.
Momentan sind in der Volksrepublik 11 Atomkraftwerke am Netz, während sich weitere 11 Meiler im Bau befinden.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Atommeiler, Kernenergie, Kernkraftwerk
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David Lorenz
In Ostfrankreich geht Mitte Mai die Suche nach möglichen Standorten eines neuen Endlagers zu Ende. Während der nächsten Wochen soll bekannt gegeben werden, wo in Zukunft schwach aktive, langlebige Spaltprodukte eingelagert werden könnten.
Auf die Frage, ob von einem neuen Endlager möglicherweise Gefahren ausgehen, antwortete François-Michel Gonnot, Chef der französischen Agentur für die Behandlung nuklearer Abfälle, dass die betroffenen Rückstände lediglich eine schwache Strahlung aufweisen und nicht gefährlich sind.
Der zukünftige Standort des Endlagers würde laut Gonnot wirtschaftlich stark von der Inbetriebnahme profitieren. Die erwählte Gemeinde könnte mit einem Steuervorteil von 1,5 Millionen Euro jährlich rechnen, zudem würden für die nächsten 20 Jahre rund 50 Arbeitsplätze entstehen.
Schlagworte: · Atommüll, Endlagerung
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David Lorenz
Bereits seit längerem besteht in Deutschland der Verdacht, Energie-Konzerne wie RWE, E.ON oder Vattenfall würden Strommengen absichtlich verknappen, um die Preise für den Verbraucher hoch zu halten.
Nun schaltet sich das Kartellamt ein.
Laut einem Pressebericht durchleuchtet die Bonner Behörde in einer groß angelegten Aktion die Preisgestaltung von 60 Unternehmen der Strombranche. Im Vordergrund des Verfahrens stehen dabei Kraftwerksbetreiber und Großhändler. Endverteiler wie verschiedene Stadtwerke sind dagegen von geringerem Interesse für das Kartellamt.
Gegenüber der „Financial Times Deutschland“ äußerte sich ein Sprecher der Behörde, die Unternehmen müssten bis Anfang Mai in umfangreichen Fragebögen Auskunft zu ihrem Angebotsverhalten offen legen.
Seit 2005 gestattet das deutsche Kartellrecht so genannte Sektorenuntersuchungen, die bei Verstößen gegen geltende Gesetze als Grundlage für Auflagen oder Strafen dienen können. Die Mineralölindustrie sowie das Ferngasnetz wurden im vergangenen Jahr bereits Gegenstand ähnlicher Untersuchungen. In den kommenden Wochen rechnet das Kartellamt in beiden Fällen mit Ergebnissen.
Schlagworte: · E.ON, Kartellamt, RWE, Stadtwerke, Strompreis, Vattenfall
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David Lorenz
Im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark musste am heutigen Donnerstag ein Reaktor aufgrund eines Lecks im Kühlwassersystem abgeschaltet werden.
Laut dem Betreiber, einer Tochterfirma des Kernenergie-Giganten Vattenfall, habe zu keinem Zeitpunkt ein Sicherheitsrisiko für die Umwelt bestanden, da lediglich wenige Tropfen aus dem Leck entrinnen konnten.
Weil für Anfang Mai eine Erneuerung der Brennstäbe geplant war, wird die Zwangspause nun dazu genutzt, mit der Wartung früher zu beginnen. Der zweite von drei Reaktoren in Forsmark soll schon am 28. April wieder ans Netz gehen.
Das Atomkraftwerk nördlich von Stockholm machte bereits im Juli 2006 mit einer Panne auf sich aufmerksam, als nach einem Kurzschluss die Notstromversorgung des Meilers sowie das Notkühlsystem versagten.
In Schweden wird rund 50 Prozent des nationalen Strombedarfs mit Hilfe von Kernenergie gedeckt - eine der höchsten Atomstrom-Quoten in Europa. Insgesamt verfügt das Land über zehn Kernkraftwerke.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Atommeiler, Atomstrom, Forsmark, Kernkraftwerk, Panne, Vattenfall
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David Lorenz
Wladimir Putin, russischer Regierungschef, erläuterte am heutigen Mittwoch die zukünftigen Energie-Pläne seines Landes.
Die Nutzung und Erzeugung von Atomstrom nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein.
Bis ins Jahr 2030 sollen in Russland 26 Reaktoren gebaut werden. Laut der Pläne werden die Meiler von einer Gemeinschaftsfirma in Betrieb genommen, bestehend aus dem staatlichen Konzern Rosatom und dem deutschen Industriegiganten Siemens. Rosatom kann dabei nach Putin mit einer Staatshilfe von 1,13 Milliarden Euro rechnen.
Siemens und Rosatom verfolgen äußert ehrgeizige Ziele. Zukünftig wollen beide Konzerne rund ein Drittel des gesamten Weltmarktes für Atomkraftwerke erobern. Als erstes Projekt steht ein Meiler in der Umgebung von Kaliningrad, früher Königsberg, zur Diskussion.
Derzeitig wird der gesamte Strombedarf Russlands zu 16 Prozent durch Energie aus Kernkraftwerken gedeckt. Dieser Anteil soll bis auf 33 Prozent ausgebaut werden. In vielen Ländern Europas beträgt die Atomstrom-Quote bereits 25 Prozent (in Deutschland ca. 22 Prozent im Jahr 2007).
Putin lies derweil durchklingen, dass die russische Regierung in den kommenden Monaten Projekte zur Förderung der Atomenergiewirtschaft sowie nukleare Rüstungspläne ausführlich besprechen werde.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Atommeiler, Atomstrom, Betreiber, Kernenergie, Siemens
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David Lorenz
Sigmar Gabriel (SPD) glaubt nicht daran, dass Kernenergie eine zuverlässige Lösung künftiger Energieprobleme darstellen kann. Laut dem Bundesumweltminister müssten im nächsten Jahr rund 200 Atomkraftwerke weltweit aus Altersgründen vom Netz gehen, wohingegen der Neubau ausländischer Meiler schleppend vonstatten ginge.
Allerdings sieht Gabriel in der kommenden Bundestagswahl im September einen Scheitelpunkt zukünftiger Kernenergie-Fragen. „Es wird sich zeigen, ob es weiter Richtung erneuerbarer Energien geht oder wir in Deutschland bald einen Atomstaat haben.“
Als Hauptgrund gegen eine von Kernenergie geprägte Zukunft sieht Gabriel die weltweit ungelöste Frage der Endlagerung. “Atomenergie ausbauen ohne ein Endlager ist, als stiegen Sie in ein Flugzeug und wüssten nicht, ob es irgendwo einen Flughafen mit einer Landebahn dafür gibt.“
Die FDP hingegen warf dem Minister „Hysterie“ vor und sprach von „ausgesprochener Dreistigkeit“ der SPD im Zusammenhang mit ihren Klagen, es würde an einem zuverlässigen Atommüll-Endlager fehlen. “Bis zum heutigen Tag ist es die SPD, die die wissenschaftliche Eignungsprüfung des Salzstocks in Gorleben unterbindet”, so Gudrun Kopp, Energieexpertin der FDP.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Atommeiler, Atomstrom, Endlagerung, FDP, Kernkraftwerk, SPD
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David Lorenz
Der größte Energiekonzern Deutschlands will weiter expandieren.
Gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Focus“ erläuterte E.ON-Energie-Chef Klaus Dieter Maubach die Expansions-Bestrebungen des Betreibers. Veraltete Anlagen sollen durch neue Gas-, Kohle-, und Windkraftwerke ersetzt werden. Auch Beteiligungen an ausländischen Atomkraftwerken zieht das Unternehmen laut Maubach in Betracht.
Nach internen Berechnungen durch E.ON brauche Deutschland für die Zukunft jedoch keine zusätzlichen Kernkraftwerke, um den Strom-Bedarf von Elektroautos zu decken. “Selbst in den Szenarien, die sehr optimistisch sind und die höchste zu erwartende Zahl von Elektroautos für 2020 oder 2030 voraussagen, brauchen wir kein neues Kraftwerk“, so Maubach gegenüber dem Focus.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Betreiber, E.ON, Erneuerbare Energien, Kernkraftwerk
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David Lorenz
Die Kreisvertretung von Temelin, Tschechien, hat einen Beschluss von 2004 aufgehoben, der besagte, das ortsansässige Atomkraftwerk nicht weiter auszubauen. Mit Vertretern des tschechischen Enegiekonzerns CEZ unterschrieb die Führung des südböhmischen Kreises nun einen Vertrag, der die Betreiber dazu ermächtigt, dem Kernkraftwerk zwei weitere Reaktorblöcke hinzuzufügen.
Im Gegenzug verpflichtet sich CEZ, während der nächsten zehn Jahre insgesamt 376 Millionen Euro in die Region nahe der deutschen Grenze zu investieren.
„Vor vielen Jahren hat man uns eine Braut aufgezwungen, an die wir uns inzwischen gewöhnt haben. Doch erst jetzt wurde die fällige Mitgift zugesagt und wir sind froh, dass der Schwiegervater endlich in die Geldtasche greift um uns unseren Anteil auszuzahlen“, übte sich der zuständige Kreishauptmann in Metaphorik.
Kritik wurde derweil von Vertretern der tschechischen Atomkraftgegner-Vereinigung laut, die vehement auf bestehende Sicherheitsmängel des Atommeilers hinweisen und den Ausbau als „skandalös“ bezeichnen.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Atommeiler, Betreiber, Kernkraftwerk
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David Lorenz
Das Kernkraftwerk in Biblis sorgt weiterhin in regelmäßigen Abständen für Schlagzeilen.
Vergangenen Dienstag kam es nach Berichten des hessischen Umweltministeriums zu einem Defekt an einer Absperrarmatur. Laut dem Betreiber des Atomkraftwerkes, RWE, hätte jedoch zu keiner Zeit Gefahr für Personal, Anlage oder Umgebung bestanden.
Allein seit Anfang März wurden in dem Kernkraftwerk fünf meldepflichtige Vorfälle bestätigt. Derzeitig sind beide Reaktoren in Biblis, Block A und Block B, wegen einem internen Prüfungsvorgang außer Betrieb.
Anhand derartiger Zwischenfälle fordern die Grünen im Land Hessen immer wieder die Stilllegung des ältesten deutschen Atomkraftwerkes.
Schlagworte: · Atomkraftwerk, Atommeiler, Betreiber, Bündnis 90/Die Grünen, Kernkraftwerk, RWE
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David Lorenz
Die Ära des deutschen Atomstroms ist bereits zu einer Hälfte Geschichte.
So zumindest will es der Atomkonsens aus dem Jahre 2000, der die Betreiberfirmen beschränkt, insgesamt nicht mehr als 2623 Milliarden Kilowattstunden Atomstrom zu produzieren. Gegenwärtig steht den 17 Atomkraftwerken Deutschlands laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) noch eine Reststrommenge von 1241 Kilowattstunden zu, was einem Anteil von 53 Prozent am ursprünglichen Umfang entspricht.
Ein genauer Zeitpunkt, wann die einzelnen Kernkraftwerke abgeschaltet werden, lässt sich anhand der restlichen Kapazitäten nicht errechnen, da mehrere Meiler aufgrund von Störungen oder Pannen zeitweise außer Betrieb waren.
Aus Reihen der CDU/CSU sowie der FDP werden seit längerem Stimmen laut, die eine Abkehr vom Atomausstieg fordern, der noch unter der ehemaligen rot-grünen Regierung durchgesetzt wurde.
Schlagworte: · Atomkonsens, Atomkraftwerk, Atomstrom, Betreiber, CDU, CSU, FDP, Kernkraftwerk