Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

Einträge vom April 2009

Bombenalarm in französischem Atomkraftwerk

April 30th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Aufregung in Frankreich.

Am gestrigen Mittwoch ging im Kernreaktor von Chinon ein anonymer Anruf mit Hinweis auf eine Sprengladung ein. Die Anlage wurde daraufhin evakuiert und ca. 200 Menschen in Sicherheit gebracht.

Die Polizei konnte nach stundenlanger Suche jedoch keine Bombe ausfindig machen. „Die Untersuchungen der Kraftwerksanlagen sind abgeschlossen”, so ein Behördensprecher nach der groß angelegten Aktion. „Es gibt kein verdächtiges Paket.” 

Dennoch befindet sich weiterhin eine Hundestaffel im Einsatz, die das weitläufige Gebiet auf verdächtige Gegenstände absuchen soll.

Chinon ist mit einem Betriebsbeginn anno 1963 das älteste französische Kernkraftwerk. Jährlich werden etwa 24 Milliarden Kilowattstunden Strom in das Netz des Landes eingespeist, wodurch ca. 6 Prozent des gesamten französischen Bedarfs gedeckt sind.

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Erfolg für deutsche Energiekonzerne

April 29th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

E.ON und RWE drängen mit aller Macht auf den britischen Energiemarkt.

In Form eines frisch gegründeten Gemeinschafts-unternehmens ersteigerten die Stromkonzerne in Großbritannien zwei äußerst begehrte Grundstücke, auf denen bis 2018 jeweils ein neues Atomkraftwerk  entstehen soll.

Die britische Regierung hatte 2008 den Bau dreier Kernreaktoren ausgeschrieben, von denen nun zwei von E.ON und RWE betrieben werden sollen. Dabei streben die deutschen Energie-Riesen eine Gesamt-Kapazität von 6.000 Megawatt an. Der französische Konzern EDF bekam den Zuschlag für Meiler Nummer drei.

Bei den Standorten für die geplanten Atomkraftwerke handelt es sich laut der zuständigen Behörde, National Decommissioning Authority (NDA), um die besten Großbritanniens. 

Für RWE/E.ON ist die Inbetriebnahme ausländischer Kernkraftwerke deswegen so interessant, da ihnen in Deutschland bis 2020 bei aktueller politischer Lage der Atomausstieg droht. Kommt es jedoch zu veränderten Mehrheitsverhältnissen im Bundestag nach der Wahl 2009, könnten sich die Voraussetzungen komplett verändern.

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Bundestagswahlkampf 2009: Grüne setzen auf Atomausstieg

April 28th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Am Sonntag den 26. April 2008 jährte sich der nukleare Super-GAU von Tschernobyl zum 23. Mal. Anlässlich des historischen Datums gab der bayerische Landesverband der Grünen in München eine Erklärung ab. Diese stellt den 2002 beschlossenen Atomausstieg ins Zentrum des Parteiprogrammes für den Bundestagswahlkampf 2009.

Vor allem das Atomkraftwerk Isar 1 nahe Landshut ist Gegenstand eindringlicher Forderungen der Grünen. „Dieser Pannenreaktor ist eine tickende Zeitbombe und muss deshalb endgültig vom Netz, je schneller, desto besser“, so die Landesvorsitzenden Theresa Schopper und Dieter Janecek.

Die Politiker grenzen ihre Positionen deutlich von denen des konservativ-bürgerlichen Lagers ab: „Wer seine Stimmen an FDP und CDU/CSU vergibt, stimmt dafür, dass Isar 1 weiterläuft“, so das Duo in München.

Für die Grünen ist die Nutzung von Atomstrom weiterhin keine Option für die Zukunft. Stattdessen würde man sich bei einer Regierungs-Beteiligung nach den Wahlen intensiv für den Ausbau erneuerbarer Energiequellen einsetzen.

Längere Laufzeiten der Kernkraftwerke würden laut Schopper und Janecek lediglich zu höheren Profiten der Betreiberkonzerne führen und die Situation um die Endlagerung atomarer Rückstände weiter verschärfen.

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Umfrage Atomstrom

April 27th, 2009 · 1 Kommentar

Von: Fabian Frick

Aufgrund der aktuellen Brisanz des Themas haben wir nun auch ein Voting auf atomstrom-info.de integriert.

Wir sind gespannt auf Ihre Meinung!

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Rückschlag für RWE

April 27th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Die Pläne des Energiekonzerns RWE, im bulgarischen Belene ein Atomkraftwerk zu betreiben, haben einen empfindlichen Dämpfer erlitten.

Vergangenen Sonntag ereignete sich in der Gegend ein Erdbeben der Stärke 5,3 auf der Richterskala. Zu Schaden kam laut Berichten niemand, doch wirft der Vorfall Fragen nach der Sicherheitslage des Standortes auf.

RWE hatte immer wieder betont, beim Bau des Kernkraftwerkes würden höchste Standards eingehalten und die Anlage sei absolut erdbebensicher.

Belene war bereits zuvor in die Schlagzeilen geraten, da die finanzielle Grundlage des Projektes anscheinend auf äußerst wackligen Beinen steht. Die bulgarische Regierung muss sich laut Vertrag mit 51 Prozent am Bau des 3,8 Milliarden Euro teuren Atomkraftwerkes beteiligen. Die übrigen 49 Prozent werden von RWE übernommen.

Aufgrund finanzieller Engpässe versucht Bulgarien nun, das Geld mit Hilfe des russischen Energiekonzerns “Atomstrojexport” zu beschaffen. Der osteuropäische Betreiber, eng mit Siemens verbandelt, soll im Gegenzug Generalunternehmer des Meilers in Bulgarien werden.

Nicht nur bei Umweltschützern, auch innerhalb des RWE-Konzerns ist die geplante Beteiligung aufgrund der Lage in einem Erdbebengebiet höchst umstritten. Doch Belene gilt als wichtiges Prestigeobjekt von RWE-Chef Jürgen Großmann, der die Inbetriebnahme gegen alle internen Kritiker durchboxen will.

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Mehrheit der Deutschen kontra Atomenergie

April 24th, 2009 · 4 Kommentare

Von: David Lorenz

In der Bundesrepublik Deutschland herrscht nach wie vor große Skepsis gegenüber Atomkraftwerken und Kernenergie. Eine aktuelle Forsa-Umfrage hat ergeben, dass 66 Prozent der Bürger dieses Landes den beschlossenen Atomausstieg begrüßen.

Knapp 60 Prozent der Bevölkerung sehen in der Atomenergie sogar eine ernsthafte Gefahr, während auf der anderen Seite lediglich acht Prozent der repräsentativ Befragten von keinem negativen Effekt der Technologie ausgehen.

„Die Zahlen belegen, dass eine breite Bevölkerungsmehrheit den beschlossenen Atomausstieg unterstützt. Sie zeigen auch, dass es der Atomlobby selbst mit einer millionenschweren Dauerwerbekampagne nicht gelingt, die Wahrnehmung der Atomkraftrisiken zu übertünchen. Das Gerede von einer Rückkehr der Atomenergie entpuppt sich als bloße Propaganda“, äußerte sich Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) zu den Ergebnissen der Umfrage.

Aus Selbiger geht auch hervor, dass Anhänger von CDU/CSU sowie der FDP die Gefahren im Vergleich zu Wählern der Grünen und der Linkspartei als deutlich geringer einschätzen. Ebenso driften die Meinungen beim geplanten Zeitpunkt des Atomausstieges auseinander. CDU/CSU-, sowie FDP-Anhänger würden längere Laufzeiten befürworten, während sich die Wähler der Grünen und der Linksparte für ein früheres Abschalten deutscher Kernkraftwerke aussprechen.

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Entwicklungsländer drängen ins Atomzeitalter

April 23rd, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Die weltweite Atomenergie-Nachfrage steigt weiter.

Über 60 Staaten, zum größten Teil Entwicklungsländer, meldeten bei der Internationalen Atomenergieagentur (IAEO) Interesse an eigenen Kernkraftwerken an.

Mohamed El Baradei, Chef der weltweit agierenden Behörde, warnte in Peking auf der internationalen Konferenz für Atomkraft jedoch ungewöhnlich offen vor Risiken der Technologie. „Die Sicherheitslage in Kernkraftwerken hat sich in den vergangenen zehn Jahren zwar dramatisch verbessert, doch gibt es weiterhin Schwachstellen“, so Baradei. „In einigen Ländern sehen wir eine besorgniserregende Kombination aus alten Reaktoren, Betreibern, die schlecht geführt werden, und unterfinanzierten und schwachen Aufsichtsbehörden. Diese Probleme müssen angegangen werden.

Ursache für den plötzlichen Kernenergie-Boom sind weltweit schwindende Öl- und Gasvorräte, ein steigender Energiebedarf sowie der Klimawandel.

Greenpeace hält währenddessen dagegen, dass bei einer weltweiten Vervierfachung der Atomkapazitäten die ausgestoßenen Treibhausgase lediglich um sechs Prozent abnehmen würden. Aslihan Tumer, ein Sprecher der Umweltschutz-Organisation, bezeichnete während der Konferenz das zunehmende Interesse an Kernenergie einen „letzten Überlebensversuch der Atomindustrie, aus der Klimakrise Profit zu schlagen.“

2008 sind weltweit zwar keine neuen Atomkraftwerke ans Netz gegangen, doch momentan befinden sich mindestens zehn neue Meiler in Bau. Insgesamt existieren 436 Atomreaktoren in 30 Ländern dieser Erde.

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Biblis kommt nicht zur Ruhe

April 22nd, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Die Zwischenfälle im Atomkraftwerk Biblis häufen sich. Bereits das dritte Mal im laufenden Jahr sorgt das hessische Kernkraftwerk durch eine Panne für Schlagzeilen. Die Zahl der meldepflichtigen Vorfälle soll sich seit dem 1. Januar auf sieben belaufen.

Im Reaktorblock B trat ein Leck in der Armatur eines Kühlmittelreinigungssystems auf, woraufhin ca. 50 Liter eines Harz-Wassergemisches den angebundenen Raum kontaminierten.

RWE, Betreiberkonzern des Atommeilers, unterrichtete das zuständige Umweltministerium von dem Zwischenfall, und versicherte, für Personal, Umgebung oder Anlage habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden, da die ausgetretene Flüssigkeit umgehend abgesaugt wurde.

Das Kernkraftwerk ist derzeitig nicht in Betrieb, da die Reaktoren in Block A und B einem internen Prüfungsvorgang unterzogen werden.

Seit 1975 mit Unterbrechungen am Netz, ist Biblis das älteste deutsche Atomkraftwerk. 

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Atomkraftwerk Krümmel für weltweit höchste Leukämie-Rate verantwortlich?

April 21st, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Zufall oder nicht? Während der letzten 20 Jahre wurden in der Elbmarsch südöstlich von Hamburg 18 Kinder und Jugendliche von Leukämie befallen - weltweit die höchste bekannte Rate von Blutkrebs-Erkrankungen. Umweltschützer gehen davon aus, den Grund für die vielen Befunde zu kennen: Das Atomkraftwerk Krümmel. Alle Leukämie-Fälle ereigneten sich in einem Radius von fünf Kilometern um das Kernkraftwerk.

Doch gibt es keine handfesten Beweise für einen Zusammenhang, lediglich Indizien. Die Erkrankung eines neunjährigen Mädchens rückt den Fall jetzt wieder ins öffentliche Bewusstsein.

Krümmel, Ende der 70er Jahre erbaut, ist momentan vorübergehend stillgelegt, nachdem es 2007 zu einem Transformatorbrand kam. Seit der Inbetriebnahme gab es immer wieder Zweifel an der Sicherheitslage des Atommeilers. Einmal wurde der Reaktorstahl aufgrund eines zu hohen Kupferanteils als spröde befunden, ein anderes Mal kam es zu hohen Druck- und Temperaturschwankungen im Reaktordruckbehälter. Laut dem „SPIEGEL“ stellte der TÜV zudem Verunreinigungen an vielen Blechen und Schweißnähten fest, die auf systematische Fehler hinweisen.

Daneben gibt es Gerüchte über einen Unfall im angeschlossenen Forschungszentrum, der sich 1986 zugetragen haben soll. Augenzeugen berichteten damals von blauen Stichflammen, die aus dem Gebäude loderten. Einsatzprotokolle der Feuerwehr zu dem Vorfall sind anscheinend verschwunden.

Ein Indiz für den möglichen  Zusammenhang der Leukämie-Erkrankungen und dem Atomkraftwerk könnte ein vermehrtes Auftreten des Blutkrebses fünf Jahre nach dem Vorfall von 1986 sein. Vier bis sechs Jahre beträgt bei Leukämie die Zeitspanne zwischen Erkrankung und Auftreten erster Symptome. 1990 traf es innerhalb von nur einem Jahr gleich fünf Kinder, die von der lebensbedrohlichen Krankheit befallen wurden.

Die Wissenschaft ist sich indessen uneins, ob die Fälle etwas mit dem nahe liegenden Kernkraftwerk zu tun haben. Ergebnisse von Professor Mironow von der Universität Minsk, der in Bodenproben auf nicht natürliche Spaltprodukte gestoßen sein will, werden von anderen Forschern angezweifelt. Verschiedene Expertenkommissionen der Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein überwarfen sich in sachlichen und politischen Fragen und konnten kein einheitliches Ergebnis präsentieren.

Erst ein weiterer Befund brachte wieder Bewegung in die Sache. Mediziner und Umweltschützer fordern nun, die erneute Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes im kommenden Monat zu stoppen, bis der Grund für die häufigen Leukämie-Erkrankungen bekannt ist.

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Gabriel erwägt Schließung von Asse

April 20th, 2009 · 1 Kommentar

Von: David Lorenz

In einem Interview mit dem „SPIEGEL“ (Ausgabe 17, 20.4.09) äußert sich Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) zu den Problemen im Endlager Asse, wo neue Funde von arsenhaltigen Pflanzenschutzmitteln und Tierkadavern nicht abreißen wollen.

„Es ist schlimm, was da an immer neuen Sachen hochkommt“, so Gabriel gegenüber der Wochenzeitung. „Diejenigen, die damals Verantwortung trugen - sei es als Betreiber des Endlagers oder in der Atomindustrie -, haben katastrophale Fehler begangen. Jetzt wird endlich alles offengelegt, und es werden erstmals unter Beteiligung der Bevölkerung alle Schließungsoptionen geprüft.“

„Wenn es technisch möglich ist und die Sache langfristig sicherer macht, bin ich dafür, allen Atommüll aus Asse rauszuholen.“

Auf die Frage, was er bei einer erneuten Amtszeit als Bundesumweltminister primär umsetzen wolle, antwortete Gabriel, dass sich die ungelöste Endlagersuche für hochradioaktiven Atommüll ganz oben auf seiner Liste befinden würde..

Von möglichen Konjunkturpaketen für die Zukunft erwartet der SPD-Politiker, dass „größere Anteile in die Energieeffizienz und in die Unabhängigkeit vom Öl und von der Atomenergie” gesteckt werden.

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