Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

Atomstrom-Info.de: Infos und Diskussion

Einträge vom März 2009

CDU will Laufzeitverlängerung an Öko-Fonds koppeln

März 23rd, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Rechtzeitig zum Super-Wahljahr wird jetzt von Seiten der Union eine weitere Variante zukünftiger Energie- und Umweltpolitik ins Spiel gebracht.

Laut ntv.de schlägt die hessische Umweltministerin Silke Lautenschläger (CDU) vor, Laufzeitverlängerungen von fünf  bis 15 Jahren an einen Fonds zu koppeln, in den die Kernkraftwerksbetreiber einzahlen müssten. Das Geld aus diesem Fond würde dann in die Erforschung und Erweiterung alternativer Energiequellen fließen. „20 Milliarden Euro wären nicht falsch“, so Lautenschläger.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht in dem Vorstoß allerdings einen „Taschenspielertrick“. Einerseits soll mit dem Vorschlag Boden auf die SPD gut gemacht werden, die bisher neben den Grünen als alleiniger Gralshüter erneuerbarer Energien dasteht. Andererseits soll den Wählern die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken als ökonomischer Vorteil präsentiert werden, so Greenpeace-Atomexperte Tobias Münchmeyer.

Schlagworte: · , , , ,

SPD mit neuen Plänen zum Atomausstieg

März 22nd, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Laut einem Beschluss der rot-grünen Regierung aus dem Jahre 2001 sollen bis spätestens 2021 alle aktiven Kernkraft-Reaktoren vom Netz genommen werden.

Das geht der SPD jetzt nicht mehr weit genug.

Nach einem Bericht des Handelsblattes vom 21. März verdeutlichen Partei und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel ihre neuen Positionen in einem Entwurf, der die Richtlinien der SPD in Energie- und Umweltfragen beim diesjährigen Bundestagswahlkampf definieren soll.

Wichtigster Punkt dabei lautet wie folgt: „Wir wollen, dass bis 2013 alle Altreaktoren vom Netz gehen, die konzeptionell nicht mehr dem Stand der realisierten Technik entsprechen und gegen Terrorangriffe schlechter geschützt sind als die neueren Anlagen.“ Bisher gab es keine Unterscheidung zwischen älteren und neueren Kernkraftwerken. Lediglich die ausstehende, zu produzierende Strommenge war festgelegt.

Neben den verkürzten Laufzeiten enthält das Papier weitere, zum größten Teil direkt gegen die Pläne der CDU/CSU-Fraktion gerichtete Punkte bei Energie- und Umweltfragen.

Diese lassen sich im Folgenden grob zusammenfassen:

  • Einnahmen aus dem Emissionshandel sollen in den Klima- und Umweltschutz fließen und nicht, wie von Teilen der Union geplant, Wirtschaftszweige unterstützen,  die unter hohen Strompreisen leiden. 
     
  • Unternehmen im produzierenden Gewerbe sollen nur dann von der Energiesteuer befreit werden, wenn sie in Zukunft Energiemanagementsysteme nutzen.
     
  • Das Stromübertragungsnetz in Händen von E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW soll zu 25,1 Prozent verstaatlicht werden, um Kartellvergehen zu unterbinden.
     
  • Eigentümer bestehender Gebäude sollen zukünftig in die Pflicht genommen werden, bei Sanierungsmaßnahmen erneuerbare Energien zu berücksichtigen.
     

Mit diesem Papier entfernen sich Gabriel und die SPD-Fraktion ganz bewusst vom aktuellen Koalitionspartner, der solche oder ähnliche Gesetzesentwürfe in der laufenden Legislaturperiode stets ablehnte.

Von der Parteispitze hat der Entwurf Bereits Zustimmung geerntet. Es scheint, als ob SPD und Union beim diesjährigen Wahlkampf in Umwelt- und Energiefragen ganz konträre Standpunkte vertreten werden.

Auf der einen Seite eine Rückkehr zur Nutzung von Kernenergien, auf der anderen Seite Gabriels „ökologische Industriepolitik für grüne Technologien, die Jobs und Wachstum bescheren sollen.“

Schlagworte: · , , , , , ,

Solarenergie aus der Sahara

März 20th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Ist unsere Zukunft durch die Nutzung von Atomstrom bestimmt? Oder haben erneuerbare Energiequellen eine ernsthafte Chance, in absehbarer Zeit unseren Strombedarf zu decken?

Gerhard Knies hat eine ganz genaue Vorstellung darüber, wie dabei die Zukunft der Solarenergie aussehen könnte.

Das Online-Medium „sueddeutsche.de“ berichtet in seiner heutigen Ausgabe von den Plänen des pensionierten Physikers, der im großen Stil die Sahara mit so genannten solarthermischen Kraftwerken bestücken will. Der Aufsichtsratchef der neu gegründeten Stiftung „Desertec“ sieht in der Ödnis aus Sand und Steinen unglaubliche Potenziale: “Die Wüsten empfangen in sechs Stunden so viel Energie von der Sonne wie die Menschheit in einem Jahr verbraucht“, so Knies auf einer Pressekonferenz am Dienstagabend in Berlin.

Markus Eck vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt pflichtet Knies bei. „In der Wüste kann man im Jahr mehr als 2000 Kilowattstunden pro Quadratmeter gewinnen. Das ist, als würden pro Quadratmeter 200 Liter Öl im Jahr vom Himmel regnen.”

Die Inbetriebnahme der Solarkraftwerke hätte dabei gleich mehrere Vorteile. Zum einen könnten sie in ähnlichen Dimensionen wie Atomkraftwerke Strom produzieren, womit Europa, der Nahe Osten und Teilen Afrikas versorgt werden könnten. Daneben würde die Wirtschaft in Nordafrika stark angekurbelt werden. Somit würde laut Max Schön, Präsident der deutschen Gesellschaft des Club of Rome, der Drang der Bewohner zur Migration nach Europa deutlich verringert.

Ganz zu schweigen von den enormen Vorteilen für Klima, Umwelt und Sicherheit.

Schlagworte: · , ,

Erneuerbare Energiequellen als Wirtschafts-Motor

März 18th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache:  Im Bereich der Erneuerbaren Energien gab es 2008 laut dem Bundesumweltministerium einen Job-Zuwachs von 30.000 auf 280.000 Stellen.

Auch Investitionen und Erlöse aus verschiedenen Anlagen alternativer Energieerzeugung nahmen im vergangenen Jahr um 4,5 Milliarden auf 30 Milliarden Euro zu. 

Laut einer Aussage des Ministeriums steuern erneuerbare Energien dem gesamten Energieverbrauch in der Bundesrepublik bereits einen Anteil von ca. 10 Prozent bei. Tendenz: klar steigend. Durch ihren Einsatz verringern die alternativen Energien laut der Arbeitsgruppe Erneuerbare-Energien-Statistik (AGEE-Stat) geschätzte 115 Millionen Tonnen am CO2-Austoß pro Jahr.

Bei allen Vorteilen für Wirtschaft und Klima werden derweil immer häufiger Stimmen laut, Windräder und Solarenergie-Anlagen würden die Landschaftsbilder der Republik verschandeln.

Diskutieren Sie hier über Pro und Kontra einer Zukunft Deutschlands, die durch den Gebrauch erneuerbarer Energien bestimmt ist. 

Schlagworte: · , ,

Gabriel kontra CDU/CSU

März 15th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

In einem Interview mit SPIEGEL-Online vom 14. März gibt sich Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) äußerst pessimistisch ob einer gemeinsamen Energie- und Klimapolitik in der großen Koalition mit der CDU/CSU-Fraktion.

Als Grund nennt Gabriel „Blockaden und Egoismen“ in Reihen der Konservativen. Er hält es für falsch, in Zeiten der Wirtschaftskrise die Klimapolitik zu vernachlässigen. „Die SPD wird damit werben, dass eine intelligente Klima- und Umweltpolitik immer auch ein Wachstums- und Beschäftigungstreiber ist“, so der Bundesminister.

Kanzlerin Merkel wirft Gabriel vor, die eigene Partei nicht unter Kontrolle zu haben. Wichtige Klimaziele könne sie gegen interne Widerstände nicht durchsetzen. Das Versprechen der Union, durch längere Laufzeiten von Atomkraftwerken den Strompreis dauerhaft zu senken, nennt er „eine glatte Lüge“.

Gabriel weiter: „Union und FDP stehen auch in der Atomfrage dafür, dass Eigennutz vor Gemeinwohl geht. Die Profite aus überteuerten Strompreisen sollen die Konzerne einstreichen, für Atommüllskandale wie Asse soll der Steuerzahler aufkommen.“

Als wichtigen Punkt nennt der 49-Jährige abschließend, Indien und China den Zugang zu Klimaschutztechnologien zu ermöglichen. Dies würde laut Gabriel 175 Milliarden Euro kosten uns solle aus dem Emissionshandel der EU finanziert werden. 

Schlagworte: · , , , , , , , , , , , ,

Steuer auf Kernbrennstoff?

März 13th, 2009 · Keine Kommentare

Von: Fabian Frick

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat angeregt, eine Kernbrennstoffsteuer für Stromkonzerne einzuführen. Mit dem Geld soll die Sanierung der maroden Atommülllager Asse und Morsleben finanziert werden. “Im Ansatz richtig”, meint Greenpeace-Atomexperte Tobias Münchmeyer, aber ein Cent pro Kilowattstunde sei zu wenig.
Gabriels Vorschlag für eine Kernbrennstoffsteuer ist angesichts der Milliardensubventionen die in die Atomindustrie fliessen, zu niedrig. Die Steuer muss deutlich über einem Cent pro Kilowattstunde liegen, damit auch  in Zukunft schwer kalkulierbare Entsorgungskosten abgedeckt werden können.

Auf der Pressekonferenz vom Mittwoch bestätigte Umweltminister Gabriel die von Greenpeace aufgedeckten Fakten: Über 70 Prozent des Atommülls in der Asse stammen aus deutschen Atomkraftwerken. Der strahlende Müll wurde über das Kernforschungszentrum Karlsruhe im Salzbergwerk entsorgt.

Münchmeyer:  Greenpeace fordert, dass die vom BMU geschätzten 7,7 Milliarden Euro für die Sanierung der Asse und von Morsleben von den Energiekonzernen EnBW, RWE + Co. übernommen werden müssen. Es ist unzumutbar, dass der Steuerzahler für Fehler der Stromkonzerne zahlen muss.

Was meinen Sie, ist die Steuer der richtige Weg?

Schlagworte: · , , , , , , ,

Atomstrom - für die Zukunft unumgänglich?

März 11th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

Ist unsere wirtschaftliche Zukunft abhängig von Kernenergie aus Atomkraftwerken? Till Behrend, Korrespondent des FOCUS, zeigt sich davon überzeugt.

Um den weltweiten Strombedarf 2050 zu decken, sind laut einer OECD-Studie bis zu 1400 Atom-Reaktoren nötig. Momentan gibt es auf der Erde 439 Kernkraftwerke.

In seinem gestrigen Kommentar auf FOCUS Online (10. März 2009) argumentiert Behrend mit der stark verbesserten Sicherheitssituation der Kernkraftwerke. Daneben bezieht er sich auf die geringe Kohlendioxid-Emissionen, die einheitliche Pro-Haltung der europäischen Nachbar-Länder, und auf konvertierte Ex-Atomstromgegner von Greenpeace. Auch die fehlenden Kapazitäten an alternativer Energie sieht Behrend im „sonnenarmen“ Deutschland als ein Problem.

Die Opfer der Tschernobyl-Katastrophe (56, laut UN-Forum) setzt er ins Verhältnis zu den Menschenverlusten in chinesischen Kohlegruben, die jährlich in die Tausende gehen.

Kritik übt er an der ungeklärten Situation der Endlagerung. Hier nimmt Behrend vor allem die Betreiber der Kernkraftwerke und die Energie-Bosse in die Pflicht, Lösungen zu finden.

Am Ende seines Artikels plädiert der FOCUS-Korrespondet auf einen Zusammenschluss zwischen Atomgegnern und Befürwortern. Ideologische Ansichten solle man ausklammern und rein pragmatisch nach einem Lösungsansatz suchen. Als Vorbild nennt er dabei US-Präsident Barack Obama, der auf Atomenergie zu Gunsten des Klimas setzt.

Für die Nutzung von Kernenergie spricht daneben ein wichtiger Punkt. Was passiert, wenn Deutschland, wie in der Atomgesetz-Novelle vereinbart, 2021 komplett auf die Erzeugung von Atomstrom verzichtet? Sollten dann die benötigten Kapazitäten durch alternative Energiequellen nicht gedeckt sein, wäre die Bundesrepublik dazu gezwungen, Strom aus dem Ausland zu beziehen. Hierbei würde es sich nach der aktuellen Kernenergie-Renaissance in Europa mit Sicherheit um Atomstrom handeln. 

Schlagworte: · , , , , , ,

Lauge auch in Gorleben?

März 9th, 2009 · 1 Kommentar

Von: Fabian Frick

Nicht nur im Atommülllager Asse II, sondern auch im möglichen zukünftigen Endlager für stark radioaktive Abfälle in Gorleben  haben sich offenbar Laugenflüssigkeiten gebildet. Das berichtete der “Weser Kurier” in einer seiner Ausgaben.

Demnach forderte der Umweltausschuss des Niedersächsischen Landtages nach den Asse-Vorfällen genaue Auskünfte über die Gefahr der Flüssigkeiten in dem Bergwerk von Gorleben an. Der Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel sagte, es müsse dringend geklärt werden, welche Auswirkungen die unbekannte Lauge auf die Gesteinsformationen im Salzstock habe. Es könnten Wenzel zufolge Abbrüche und Risse entstehen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und das Umweltministerium Niedersachsens bestätigten der Zeitung zufolge die Existenz von Salzlösung in dem Stollen. Es handele sich um fossiles Wasser. Art und Menge seien jedoch nicht mit denen aus Asse zu vergleichen.

Schlagworte: · , , ,

CDU/CSU nicht einheitlich pro Kernenergie

März 8th, 2009 · Keine Kommentare

Von: David Lorenz

“Die Kernenergie kann nicht die Energieprobleme der Zukunft lösen. Vor allen Dingen beschränkt sie sich nur auf einen Teilbereich, nämlich die Stromerzeugung, das ist der erste Punkt.  Der zweite Punkt ist, dass die Endlagerung in keinem Land der Erde gelöst ist. Und der dritte Punkt ist das große Risiko, das mit dieser Technologie verbunden ist.”

Josef Göppel, Umweltobmann der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag gegenüber “Frontal21″.

Schlagworte: · , , ,

Ist Atomstrom wirklich so günstig?

März 6th, 2009 · 5 Kommentare

Von: David Lorenz

Atomstrom ist teilweise im Vergleich zu Strom aus anderen Energie-Quellen um ein Vielfaches günstiger:

Kernenergie: 2,65 Cent/kWh
Braunkohle: 2,4 Cent/kWh
Steinkohle: 3,35 Cent/kWh
Wasserkraft:: 4,3 Cent/kWh
Erdgas: 4,9 Cent/kWh
Windenergie: 9 Cent/kWh
Fotovoltaik: 54 Cent/kWh

(Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie)

Diese Zahlen stimmen jedoch nur bedingt. Nicht berücksichtig  werden bei einem Atomstrompreis von 2,65 Cent pro Kilowattstunde die Nebenkosten, die bei der Erzeugung von Kernenergie anfallen.

Und diese sind immens. Als Beispiel dient z.B. die Endlagerung radioaktiver Abfälle. Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) kostet allein der Gesamtverschluss des Endlagers in Morsleben mindestens 2,2 Milliarden Euro. Diese Ausgaben tragen nur zu einem geringen Teil die Betreiber der Kernkraftwerke (von 1994 bis 1998 lediglich 138 Millionen Euro). Für die Differenz kommt der Bund und somit der Steuerzahler auf. (Quelle: ZDF)

Hinzu kommt, dass Kernkraftwerke Atomstrom nur deswegen so günstig erzeugen können, weil sie von umfangreichen Subventionen und einer Monopolstellung aus der Vergangenheit profitieren. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat der Bund die Atomindustrie bislang mit mehr als 40 Milliarden Euro subventioniert.

Ein Castor-Transport im vergangenen November aus Frankreich nach Gorleben kostete das Land Niedersachsen aufgrund massiver Proteste von 16.000 Atomkraftgegnern knapp 20 Millionen Euro.

Dazu fielen in der Vergangenheit Kosten für Forschungsreaktoren an, die sich auf ca. 7 Milliarden Euro belaufen dürften.

Der kostenspieligste Faktor bei der Erzeugung von Atomenergie ist allerdings die Versicherung der Kernkraftwerke im Katastrophenfall. Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet im Falle eines Unglücks mit einem Schaden von fünf bis zehn Billionen Euro. Die Betreiber haften allerdings nur mit einer Summe von bis zu 2,5 Milliarden Euro (Atomgesetz-Novelle vom 22. April 2002). Die Differenz hätten abermals Bund, Länder und somit der Steuerzahler zu tragen.

Rechnet man alle Nebenkosten im Erzeugungs- und Entsorgungsprozess von Atomstrom sowie die Möglichkeit eines Unglückes mit in den Strompreis ein, käme man sicherlich auf ein anderes Ergebnis als 2,65 Cent pro Kilowattstunde.

Schlagworte: · , , , , , , ,